Kirill Alexejewitsch Schurawlew

Kirill Alexejewitsch, 23 Jahre

Kirill Alexejewitsch Schurawlew (09.01.2002 - 04.01.2025) stammte aus der städtischen Siedlung Baljaga in Transbaikalien. Der Ort entstand durch den Bau der Transsibirischen Eisenbahn, sein Bahnhof liegt am Streckenkilometer 5.804 ab Moskau. Kirill wollte Sportlehrer werden, brach die Ausbildung ab und wurde wie so viele Gescheiterte dann halt Schweißer. Dafür zog er voller Enthusiasmus in den Krieg, meldete sich am 9.12.2024 freiwillig und „wurde aufgrund seines großen Kampfgeistes umgehend zum Gruppenführer ernannt (Nachruf)“. Diese „Ehre“ brachte ihm am 4. Januar 2025 den schnellen Tod - bei seinem ersten Einsatz.

Ruschan Ilgisowitsch Italmasow

Ruschan Ilgisowitsch, 19 Jahre

Dies ist eine schockierende und ungerechte Tragödie. Mein Beileid. Noch vor Kurzem saß er an seinem Schultisch, und heute ist er tot. Ohne auf die Einberufung zu warten, meldete er sich freiwillig an die Front, auf der Suche nach Heldentum, und starb. Die Gesellschaft sucht oft die Schuldigen unter Generälen oder Agitatoren und fragt: „Wer schickt Kinder an die Front?“ Doch die Wurzel des Problems liegt tiefer: Die Verantwortung für den Tod unserer Kinder an der Front tragen wir alle. Wir selbst haben die Regierung des Landes unfähigen Führern anvertraut und dulden Diplomaten, die unfähig sind, Frieden auszuhandeln“, schrieb Sagir als Kommentar unter den Nachruf.  Ruschan Ilgisowitsch Italmasow (24.01.2006 - 03.10.2025) stammte aus dem großen Dorf Askarowo in Baschkortostan. Ruschan wurde am 24.04.26 beigesetzt.

Ramil Madychatowitsch Kasguschin

Ramil Madychatowitsch, 25 Jahre

Ramil Madychatowitsch Kasguschin (11.02.2001 - 18.04.2026) wuchs im Dorf Kosch-Agatsch in der russischen Teilrepublik Altai auf. Das weitläufige Dorf hat etwa 7.400 Einwohner, liegt auf knapp 2.000 Meter Höhe und gehört zu den trockensten und im Winter kältesten Orte im Altai. Nach der Schule wollte Ramil eine Ausbildung am Technischen College Nowosibirsk machen, er hat sie wohl nach einem Jahr abgebrochen. Ohne abgeschlossene Ausbildung und ohne Arbeit meldete er sich im Jahr 2025 freiwillig. Wahrscheinlich wurde er auch zum Drohnenbediener ausgebildet. Er hat an der Front nicht überlebt.

Sergei Alexandrowitsch Schindajew

Sergei Alexandrowitsch, 19 Jahre

Wenn man solche Nachrichten liest, empfindet man nichts als Leere und Wut. Der Junge ist erst 19 Jahre alt, sein ganzes Leben noch vor sich. Doch statt einer Zukunft hat er nur ein Todesdatum. Das Schlimmste daran ist, dass erwachsene Männer Entscheidungen treffen und sehr junge Menschen dafür bezahlen müssen“, schrieb Jelena unter den Nachruf. Sergei Alexandrowitsch Schindajew, geboren am 8. Juli 2006, stammte aus der Großstadt Rubzowsk in der Region Altai. Am 16. April 2026 wurde er getötet.

Roman Wladimirowitsch Belonosow

Roman Wladimirowitsch, 19 Jahre

Haltlosen Versprechungen hat Roman geglaubt. Er hatte einen Abschluss im Fach Bankwesen, musste danach seinen Wehrdienst ableisten und wurde bedrängt, einen Zeitvertrag mit dem Militär abzuschließen. „Du wirst zum Drohnenpiloten ausgebildet und bist weit weg vom Kampfgebiet“, wird den jungen Männern meist gesagt. Im Dezember 2025 begann Romans Drohnenausbildung, am 12. April 2026 wurde er getötet. Roman Wladimirowitsch Belonosow wurde am 21. Februar 2007 im Dorf Zun Churai mit weniger als 400 Bewohnern in Burjatien geboren.

Andrej Alexandrowitsch Apollonow

Andrej Alexandrowitsch, 18 Jahre

Aufgewachsen auf der Straße“, ist das Motto von Andrejs Schwester und das könnte man auch von Andrej sagen. Mit 16 Jahren wurde er mitten im Januar öffentlich gesucht und nach einem Tag auch gefunden. Auch Andrej meldete sich kurz nach seinem 18. Geburtstag freiwillig. Andrej Alexandrowitsch Apollonow, geboren am 11.07.07, wuchs in der Stadt Sorotschinsk in der Oblast Orenburg auf. Am 20. April 26 wurde er begraben.

Jaroslaw Wjatscheslawowitsch Tagryt

Jaroslaw Wjatscheslawowitsch, 22 Jahre

Der junge Mann auf dem Foto ist Jaroslaw Wjatscheslawowitsch Tagryt, ein Eskimo, geboren am 29. Mai 2003 im Dorf Lawrentija im Autonomen Kreis der Tschuktschen. Er war war Mitglied des Folkloreensembles „Atasikun“ und arbeitete er als Lichtdesigner am Oleg-Kuwajew-Tschukotka-Dramatheater. Auch er wurde ein Opfer der russischen Propaganda. Seine Schule schickte ihn und zwei Mitschüler im Jahr 2023 nach Rostow am Don, um Verwundete aus seiner Heimat zu besuchen - natürlich unter Aufsicht einer Funktionärin. So kam es, dass auch Jaroslaw meinte, seine Eskimo-Heimat in der Ukraine verteidigen zu müssen. Im Oktober 2025 reist er an die Front, am 18. März 2026 war er tot.

Iwan Wassiljewitsch Dudin

Iwan Wassiljewitsch, 19 Jahre

Iwans kurzer Lebensweg war vorgezeichnet. Er war Mitglied der „Jugendliga“ in seiner Heimat und genoss dort eine entsprechend „patriotische“ Erziehung (Foto 1, 2). So meldete er sich freiwillig und war zwei Monate nach seinem 19. Geburtstag tot. Iwan Wassiljewitsch Dudin, 14. Juli 2006 – 26. September 2025, wurde im Dorf Oktjabrski im Pawlowsk-Bezirk der Region Krasnodar am 15.04.26 begraben.

Iwan Grinko

Iwan Alexandrowitsch, 20 Jahre

Inko - der tätowierte Rapper aus Magnitogorsk“, so bezeichnete sich Iwan selbst in seinem VKontakte-Status. Früher mal ein unscheinbarer Junge, zuletzt hatte er ein Spinnennetz auf der rechten Backe, zahllose Tatoos und das Wort „Liebe“ auf den Bauch gestochen.  Ende des Jahres 2023 kam er  zur Erkenntnis, dass das Töten lukrativer ist als Rappen. Das Wort Liebe war dann nur ein Versehen. Höchst wahrscheinlich hat er keine zwei Monate an der Front überlebtIwan Alexandrowitsch Grinko (17.02.2004 - 10.02.2024) lebte in der Großstadt Magnitogorsk in der Oblast Tscheljabinsk.

Nikita Dmitrijewitsch Perewozkin

Nikita Dmitrijewitsch, 18 Jahre

Mein Schatz, ich vermisse dich unendlich. Worte können meine Gefühle nicht beschreiben, mit denen ich dir das schreibe. Ich erinnere mich noch, wie wir uns ein Brötchen geteilt haben, und du hast mir immer noch mehr gegeben“, schreibt Viktoria und hat danach ihr Profil bei VKontakte gelöscht. Nikita war auch ein begeisterter jugendlicher Z-Krieger, der sich gern in martialischer Verkleidung zeigte.  Nikita Dmitrijewitsch Perewoskin (25.06.2007 - 02.04.2026) stammte aus der Stadt Miass in der Oblast Tscheljabinsk.

Oleg Kuperasow

Oleg Kuperasow, 18 Jahre

Hier schreibt Olegs Großmutter. Unser Oleg ist am 14.08.25 ums Leben gekommen, das haben wir erst vor kurzem erfahren. Er galt als vermisst. Nun gilt er als tot. Aber seine Leiche wurde noch nicht aus dem Gebiet der Selbstverwalteten Volksrepublik Donetsk, aus dem Ort Kolodzi, geborgen. Wann sie überführt wird und wann die Beerdigung stattfindet, ist noch nicht bekannt. Ich werde wieder schreiben“, VKontakte-Status von Oleg. Der junge Mann war voll Begeisterung für den russischen Angriffskrieg und die Spezialeinheiten. Das Resultat: Oleg war gerade mal 62 Tage lang 18 Jahre alt. Oleg Kuperasow (13.06.2007 - 14.08.2025) wuchs in der Siedlung Nekrassowskoje in der Oblast Jaroslawl auf.

Artjom Vitaljewitsch Popow

Artjom Vitaljewitsch, 18 Jahre

Besiege heute dein gestriges Ich; morgen wirst du die niederen Instinkte der Menschen besiegen“, war das Motto von Artjom auf seinem Status bei VKontakte. Dafür hat er sich gleich acht Jahre älter gemacht. „Er war doch nur ein Kind“, war der vorherrschende und treffendere Tenor zur Meldung seines Todes. Artjom Vitaljewitsch Popow (16.01.2007 - 24.12.2025) kam aus der Stadt Nischneudinsk in der Oblast Irkutsk und hatte sich freiwillig gemeldet.

Sergej Sergejewitsch Ifimow

Sergej Sergejewitsch, 19 Jahre

Sergej Sergejewitsch Ifimow (31.10.2005 - 12.07.2025) stammte aus einem kleinen Dorf in der Nähe der Stadt Bor in der Oblast Nischni Nowgorod. Wir haben Sergej zusammen mit seinem Onkel hier schon vorgestellt. Seine Schwester träumt davon, ihren Bruder zu rächen.

Artschin Arschanowitsch Kereksibessow

Artschin Arschanowitsch, 19 Jahre

Wir haben Fotos von Artschin mit 10, 12 und 15 Jahren gefunden. Warum er in den Krieg gezogen ist, ergibt sich aus seinen Internetspuren nicht. Artschin Arschanowitsch Kereksibessow (04.12.2005 - 17.09.2025) wuchs in Gorno-Altaisk in der russischen Teilrepublik Altai auf. Er war ethnischer Altaier und hatte sich wahrscheinlich während seines Wehrdienstes zum Kriegsdienst „überzeugen“ lassen. Er lieferte Nachschub an die Front, eine Drohne flog in das Fahrzeug und Artschin hatte eine offene Wunde am Bein und weitere Verletzungen an Schulter und Kopf. Niemand hat ihn evakuiert, so starb er qualvoll im Dreck neben der Piste. Das Nachlassregister bestätigte seinen Tod.

Kirill Olegowitsch Tschetschenin

Kirill Olegowitsch, 19 Jahre

Wieder eine Waisengeschichte: Kirill Olegowitsch Tschetschenin, wurde am 8. April 2007 geboren und landete in einem Waisenhaus. Mit elf Jahren wurde er adoptiert und lebte bei der Pflegefamilie im kleinen Dorf Poperetschnoje in Burjatien. Nach der Schule begann er eine landwirtschaftliche Ausbildung, die er bereits nach dem ersten Jahr abbrach. Am 12.08.25 unterschrieb er einen Zeitvertrag beim Militär, landete in einer Drohneneinheit und wurde am 19.04.2026 getötet.

Renat Ismailowitsch, 20 Jahre

Renat kam vor zwei Jahren als Freiwilliger aus Moskau, als er gerade 18 Jahre alt geworden war… Er ging aus Pflichtgefühl, weil er so erzogen wurde: nicht gleichgültig gegenüber dem Leid anderer zu sein. Er wählte den Weg des Kriegers! Renat entwickelte sich vor den Augen aller von einem Jungen zu einem Mann“, schreibt die Brigade „Pjatnaschka“ in ihrem Nachruf. „Pjatnaschka“ ist eine mafiöse Einheit, die bereits seit 2014 im Donbass wütet, die wir hier vorgestellt haben. Renat Ismailowitsch Mamlejew wurde am 02.07.2005 geboren, den 21. Geburtstag hat er nicht mehr geschafft. Er wurde am 26.03. getötet.

Nikon Wassiljewitsch Mandarow

Nikon Wassiljewitsch, 19 Jahre

Nikon Wassiljewitsch Mandarow(Rufname "Japaner"), 19 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: Unbekannt
Todesdatum: Unbekannt (Beerdigung: 03.04.2026)
Diensttyp: Wehrpflichtiger, der einen Vertrag unterschrieben hat (wurde im November 2025 zum Wehrdienst einberufen)
Wohnort: Vilyuiski Ulus

Telegram-Kanal „Die Toten der Republik Sacha“ vom 02.04.26

Amantur Alischerowitsch, 21 Jahre

Amantur Alischerowitsch Saribajew, geboren am 28.07.2002, getötet am 25.11.2023, lebte in Moskau. Vermutlich war er kirgisischer Abstammung und starb für die russische Welt.

Denis Romanowitsch

Denis Romanowitsch, 20 Jahre

Das ist Denis, als er im Oktober 2012 acht Jahre alt war. Das ist Denis 12 Jahre später als Freiwilliger in der russischen Drohnenarmee. Und das ist das Grab von Denis. Denis Romanowitsch Fedorow (29.10.2005 - 14.11.2025) stammte aus der Stadt Rewda in der Oblast Swerlowsk. Am 31.03.26 wurde er bestattet.

Nauryzbek Maidanowitsch Kirejew 25.04.2025

Nauryzbek Maidanowitsch, 18 Jahre

Das Foto von Nauryzbek wurde am 25.04.2025 veröffentlicht. Anfang Mai war er dann schon tot. Aber eigentlich war dieser frühe Tod schon lange vorgezeichnet (VK-Status). Mit 15 Jahren war er aktives Mitglied bei der Junarmija, der russischen Jugendarmee. Und auch privat lief er in Uniform durch sein Heimatdorf. Als er 18 Jahre alt wurde meldete er sich sofort freiwillig zum Kriegsdienst und wurde bei einem seiner ersten Einsätze getötet. Nauryzbek Maidanowitsch Kirejew, geboren am 22.03.2007, war eigentlich ethnischer Kasache und wollte sich als „guter“ Russe beweisen. Er lebte im großen Dorf Kulunda in der Region Altai. Das Dorf liegt etwa 20 km von der Grenze zu Kasachstan entfernt. Anfang 2026 wurde er beigesetzt.

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