28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084

Jewgeni Romanowitsch, 18 Jahre
Nur 71 Tage lang durfte Jewgeni achtzehn Jahre alt sein, dann war er tot - gefallen in einem Krieg am anderen Ende der Welt. Den Eltern wäre das elterliche Sorgerecht entzogen worden, so gab es niemanden, der ihn aufhielt, schreibt Tatjana in den Kommentaren. Um so schlimmer, denn Kinder ohne elterliche Fürsorge sind das übliche Opfer des russischen Militärs. Und natürlich hatte Jewgeni auch keine militärische Vorausbildung in seinem Alter. Jewgeni Romanowitsch Reschetnikow, geboren am 03. März 2007, lebte im großen Dorf Milkowo auf der Halbinsel Kamtschatka. Zu seinem Begräbnis gab es dann die Fürsorge (1, 2, 3), die der Junge wahrscheinlich lebend niemals bekam.

Artem Jewgeniewitsch, 18 Jahre
Bruchstücke aus dem Leben von Artem: „Mama ist wunderschön“ schreibt der neunjährige Artem zur Hochzeit seiner Mutter. Fünf Jahre später war seine Welt in Unordnung, er war von zuhause abgehauen und wurde öffentlich gesucht. Weitere zwei Jahre später kam eine Verurteilung wegen Diebstahls dazu. Jetzt ist er tot, gefallen im Krieg gegen die Ukraine. Die Stadt Arsenjew führt ihn auf ihrer Liste der Kriegstoten ohne nähere Angaben - begraben am 1. September 2025. Artem Jewgeniewitsch Nekras, geboren am 20.12.2006, wuchs in der kleinen Stadt Plastun in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands auf.

Nikita Walerjewitsch, 19 Jahre
Am 3. Oktober 2000 wird der 14jährige Nikita von seiner älteren Schwester öffentlich gesucht. Alexander hat ihn gesehen: „In Kurtschatow mit einem Bluetooth-Lautsprecher (laute Musik) in der Nähe des Brunnens. Er kam in betrunkenem Zustand auf mich zu und bat um eine Zigarette.“ Nikita wurde zwei Tage später eingefangen. Fünf Jahre später hatte Nikita sich zum Kriegsdienst verpflichtet und ging wieder verloren. Im Januar 2026 meldete seine Schwester seinen Tod. Nikita Valeriewitsch Sawenkow, geboren am 12.05.2006, wuchs im Dorf Makarowka in der Oblst Kursk auf.
Dimitri Kruglow, 18 Jahre
Dimitri war ein Witzbold, wenn man seinem VKontakte-Status glauben kann. Er hatte dort 1.162 Freunde und selbst 1.344 Kanäle abonniert. Da kann einem schon ganz schwindelig werden. Vermutlich musste Dimitri im Juni 2025 seinen Wehrdienst ableiten und meldete sich im Verlauf (un)freiwillig zum Kriegsdienst. Am 4. Januar wurde er begraben. Papa, von Beruf Tätowierer, zeigt zur Beisetzung noch ein Foto von Dimitris 18. Geburtstag, aufgehalten hat er ihn wohl nicht. Dimitri Kruglow, 19.02.2007 - 15.12.2025, wuchs in der Stadt Tschapajewsk in der Region Samara auf.

Ermil Michailowitsch, 18 Jahre
Wieder eine Waisengeschichte: Ermil Michailowitsch Kondratjew wurde am 14. Februar 2007 geboren. Ab dem 2. Lebensjahr wuchs er im burjatischen Dorf Iwolginsk auf. Das Dorf hat einen heiligen Berg in der Nachbarschaft und einen prunkvollen Dazan. Ermil verlor mit 13 Jahren seine Mutter und lebte danach in einem Waisenhaus. Mit Beginn der Volljährigkeit musste er auf eigenen Beinen stehen, so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Im August 2025 unterschrieb er, am 23. November 2025 wurde er an der Front geopfert.

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre
Roman Dmitrijewitsch Eifert dürfte der jüngste russische Gefallene im Krieg gegen die Ukraine sein mit gesichert russlanddeutschen Wurzeln. Roman wurde am 03. Oktober 2007 geboren und wuchs im Dorf Selenaja Poljana mit knapp 400 Bewohnern im Bezirk Kljutschewski in der Region Altai auf. Im Oktober wurde er 18 Jahre alt und im selben Monat verpflichtete er sich freiwillig beim russischen Militär. Bereits am 10. Januar 2026 war er tot und wurde noch im selben Monat bestattet. Leider gibt es keine weiteren Informationen über Roman.

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre
Alexander Igorewitsch Dongak wurde am 21.06.2006 Dorf Bischiktig-Chaja in der russischen Teilrepublik Tuwa geboren. „Er war ein bescheidener, respektvoller, hilfsbereiter, freundlicher, fleißiger und stets lächelnder Sohn“, schreiben seine Eltern. Diese Charaktereigenschaften dürften eher unwahrscheinlich sein - solche jungen Leute ziehen nicht mit 18 Jahren in den Krieg. Sein Tod wurde am 20.01.2026 öffentlich gemacht.
Wladimir Nikolajewitsch, 22 Jahre
Wladimir, der ganze Stolz seiner Eltern, hatte es mit 22 Jahren schon zum Leutnant der russischen Armee gebracht. Nur - da ständig auch Offiziere an der Front getötet werden, bekommt man das Offizierspatent beschleunigt, um die Lücken aufzufüllen. Doch jetzt ist auch Wladimir schon wieder tot und sein Platz muss wieder aufgefüllt werden. Am 25. Januar 2026 wurde er in seiner Heimatstadt in der Oblast Irkutsk begraben. Wladimir Nikolajewitsch Dmitrijew wurde am 02.02.2003 in Ust-Ilimsk geboren.

Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch, 25 Jahre
„Der tapfere Verteidiger des Volkes, Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch Mongusch (Kriegername „Alasch“), wurde am 20. November 2000 in Kyzyl-Orda als zweiter Sohn einer besonderen, goldgelben Familie geboren. Am 3. Juni 2025 unterzeichnete er mutig einen Militärvertrag für den Frieden und die Ruhe seines Volkes und verließ seine Heimat Tuwa, um in den verfluchten Krieg zu ziehen. Am 1. Januar 2026, während er seine heilige Pflicht erfüllte, das Vaterland verteidigte und seine militärische Mission erfüllte, starb er in seiner Jugend, im Beisein seiner geliebten Eltern, Geschwister, Freunde, Kinder, Verwandten und Freunde. Mit tiefer Trauer geben wir seinen Tod bekannt.“ (Link)

Juri Antonowitsch Stepanow, 22 Jahre alt
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien) vom 19.01.2026
Daniel Sergejewitsch, 19 Jahre
Wir wissen nicht, was Daniel angestellt hat. Sein Urteil haben wir nicht gefunden, vermutlich weil es unter das Jugendstrafrecht fällt. Aber Daniel wurde am 26. März 2023 aus der Haftanstalt IK-53 in Werchoturje, Oblast Swerlowsk zum Kriegsdienst entlassen. Er hatte einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen und anstatt der Haftstrafe die Todesstrafe bekommen. Drei Monate später war er tot. Erst im März 2024 wurde öffentlich nach ihm gesucht.. Daniil Sergejewitsch Schischkin wuchs in Jekaterinburg auf.
Jewgeni Alexejewitsch, 19 Jahre
Jewgeni war von Kopf bis Fuß auf Militär eingestellt. Sogar in der Schule trug er Tarnfleck. Im Frühsommer des Jahres 2025 beendete er die Schule. Ob er einen Vertrag während des Wehrdienstes abgeschlossen hat oder sich gleich freiwillig gemeldet hat, war nicht zu erfahren. Am 17. Januar 2026 wurde er begraben. Jewgeni Alexejewitsch Alimpiew, geboren am 18.06.2006, wuchs in der Stadt Morosowsk in der Oblast Rostow auf.

Denis Leonidowitsch, 20 Jahre
Karaidel heißt ein Dorf in Baschkortostan mit mehr als 6.000 Bewohnern. Den Namen könnte man auch in Bayern oder Österreich verorten, aber er setzt sich zusammen aus basckirisch kara & idel, also schwarzer Fluss. Denis Leonidowitsch Akbuljakow, 28.03.2005 - 19.11.2025, wuchs in Karaidel auf, ging dort zur Schule und brach die berufliche Weiterbildung ab. So musste er im Frühjahr 2023 seinen Wehrdienst ableisten und drei Wochen später unterschrieb er einen Zeitvertrag. Danach wurde es düster: Aus gesundheitlichen Gründen, sagt der Nachruf, wurde er im Jahr 2025 an die Front verlegt. Dort wurde Denis zunächst ein Held, weil er trotz Verwundung zehn Tage in seiner Stellung verblieb, bis er evakuiert wurde. Dafür gab es einen Orden. Kaum gesund, musste er gleich wieder an die Front. Als Mitglied einer Drohneneinheit wurde er getötet.

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Der junge Tuwiner Olimpi Orlanowitsch Baikara, 09.03.2006 - 02.02.2026, wurde an der Front getötet. Er wäre ein bescheidener, respektvoller, freundlicher, hilfsbereiter, fleißiger und stets lächelnder Sohn gewesen, der im Rahmen jener besonderen Militäroperation für die friedliche Zukunft unseres Landes heldenhaft getötet wurde, schreiben seine Eltern im Nachruf. In der Aufzählung der Eigenschaften des Sohnes fehlt der Begriff - intelligent. Denn mit etwas mehr Intelligenz hätte Olimpi erkennen müssen, dass es bei jenem Krieg eben nicht um jene friedliche Zukunft von Tuwa oder ganz Russland geht, sondern um die Eroberung eines fremden Landes. Aber wahrscheinlich ging es ihm nur um das viele Geld, das man im Kriegsdienst verdienen kann.

Kirill Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre
„Kirill wollte unbedingt kämpfen“, schreibt die Autorin des Nachrufs zusätzlich in einem Kommentar. Kirill wuchs bei den Großeltern auf und wollte sich beweisen. So blieben ihm nach seinem 18. Geburtstag 111 Tage bis zu seinem Tod. Kirill Wjatscheslawowitsch Guliajew, 01.09.2007 - 20.12.2025, lebte in der Kleinstadt Ostaschkow in der Oblast Twer.
Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre
Zwei Jugendliche waren in der Kleinstadt Alexandrowsk-Sachalin auf der Insel Sachalin in eine Garage eingebrochen. Um den Einbruch zu verschleiern, zündeten sie die Garage einfach an. Dadurch fakelten sie ein älteres Auto und eine weitere Garage ab. Im Mai 2025 wurden die zwei Schlingel schließlich gesamtschuldnerisch zum Schadensersatz von rund 430.000 Rubel (etwa 4.700 €) verurteilt. Eine Gefängnisstrafe gab es bereits zuvor. Beide waren zum Zeitpunkt der Tat minderjährig, allerdings war Sergej Anatoljewitsch Kateba zum Termin des Gerichtsverfahrens inzwischen volljährig. Deshalb wurde sein Name auch öffentlich genannt. Man kann annehmen, dass die Behörden Sergej mit Nachdruck von den Vorzügen des Vertragsdienstes beim Militär überzeugt haben. So käme er frei und könne seine Schulden bezahlen. Tatsächlich war es dann die Todesstrafe. Sergej Anatoljewitsch Kateba, geboren am 04. September 2006 in Alexandrowsk-Sachalin, wurde am 12. Januar 2026 in seiner Heimat bestattet.
Ratmir Saybulatow, 19 Jahre
Ratmir hatte Pech mit seiner Familie und geriet in die Fänge des kosakischen Jugendklubs „Die Bande“. Dort gibt ein Kriegsveteran aus dem Afghanistankrieg den Jugendlichen „Halt und Orientierung“. Was so viel wie militaristische Erziehung bedeutet. So wundert es auch nicht, dass Ratmirs Lebensweg nach seinem 18. Geburtstag direkt zum Militär und von dort in den Tod führte. Ratmir Saybulatow wurde am 20.01.2006 in der Stadt Semiluki in der Oblst Woronesch geboren.

Wjatscheslaw Denisowitsch, 18 Jahre
„Slawa starb für das Vaterland. Wir sind stolz, wir erinnern uns und wir trauern“, schreibt die örtliche Gedenkgruppe für Militärangehörige. Und weiter: „Slava wäre am 10. Januar 19 Jahre alt geworden, aber er wird es nicht mehr. Gedenken wir derer, die ihr Leben für unseren gemeinsamen Frieden gaben.“ Alles völlig falsch. Slawa starb nicht für das Vaterland, er gab auch nicht sein Leben für den Frieden - sondern für den Krieg. Er wurde getötet in einem Krieg, den Russland vor knapp vier Jahren begonnen hat und jetzt kein Ende findet - weil das Kriegsziel nicht erreicht wurde, weil viel zu viele russische Bürger verwundet und getötet wurden, weil Billionen Rubel in diesem Krieg sinnlos verheizt wurden und weil die Regierung den Russen deshalb unbedingt einen Sieg verkaufen will. Wjatscheslaw Denisowitsch Tschugurajew wuchs in der Siedlung Oktjabrskoje (Oktober) im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen auf.

Efim Alexandrowitsch, 19 Jahre
Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ am 06.01.2026:
Efim Alexandrowitsch Kladkin
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 07.01.2006
Todesdatum: 29.08.2025
Geburtsort: Dorf Ytyk-Kjuel, Tatinskij Ulus
Todesort: Kursker Gebiet
Dienstart: Vertragsdienst (unterzeichnete einen Vertrag während des Wehrdienstes)
Kinder (Anzahl): Keine
Friedlicher Beruf: Schlosser

Danila Alexejewitsch, 19 Jahre
Mit 15 Jahren hat Danila in einem regionalen Wettbewerb der Berufsschulen den ersten Preis im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik gewonnen. Seine Fertigkeiten in diesem Beruf wird er nicht ausüben können. Am 8. März 2025 wurde er irgendwo an der Front in der Ukraine getötet. Danila Alexejewitsch Schukow wurde am 29.06.2005 in der Kleinstadt Gorochowez im Osten der Oblast Wladimir geboren. Am 8. Januar 2026 wurden seine Überreste in seiner Heimat bestattet.

Sawwa Anatoljewitsch Michailow war der erste Sekretär des Jakutsker Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation und Mitglied des Büros des Republikanischen Komitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation. Sawwa, Jahrgang 1984, wurde im Herbst 2022 mobilisiert und befand sich bei den russischen Truppen in der Ukraine.
Nach Absprache sollte er einen Sitz im Parlament von Sacha (Jakutien) von einem älteren Parteigenossen übernehmen. Doch der weigerte sich plötzlich sein Mandat abzugeben und Sawwa, der bereits sich auf der Rückreise nach Jakutien befand, musste umkehren und zurück an die Front. Dort holte er sich eine Magen- & Darmkrankheit, an der er schließlich im Hospital verstarb.
Das war im Jahr 2023, Sawwa wurde danach posthum in Jakutien geehrt. Seine Frau nahm seine Orden & Auszeichnungen entgegen. Im Oktober 2025 waren sie und ihr 11jähriger Sohn auch tot - erstochen und erschlagen mit Messer und Hammer. Verhaftet wurden zwei 16jährige Mädchen, ihre Tochter und deren Freundin. Die Tochter hätte den Tod ihres Vaters nicht verkraftet.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Nabereschnyje Tschelny ist mit rund 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Der Militärkommissar der Stadt, Raschid Iljassow (Foto), hat gegenüber der Presse ein paar Angaben zur Rekrutierung für den Kriegsdienst in der Ukraine gemacht. Danach hat die Stadt 1.400 Soldaten rekrutiert und in das Kriegsgebiet geschickt. Plan erfüllt! Im aktuellen Jahr sollen 1.500 neue Soldaten gewonnen werden. „Insgesamt hat die Republik letztes Jahr ihr Jahresziel um 110 % übertroffen. Die Vertragssoldaten kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus ganz Russland. Weil die Motivation in Tatarstan sehr hoch wäre“, sagte der Kommissar. Wenn er von Motivation spricht, meinte er wahrscheinlich die hohen Antrittsprämien, die aktuell 3,1 Millionen Rubel (etwa 33.600 €) betragen
Tatarstan hat in absoluten Zahlen mit 8.246 Kriegstoten bis zum 31.12.25 die zweithöchste Todesrate in ganz Russland.
Ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“. Anmerkung: Den Boxer Wladislaw Jurkewitsch, links auf dem Heldenschreibtisch, haben wir hier vorgestellt.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Das einzige Foto von Schamil, das wir auf seinem VKontakte-Status vom 14.04.2028 gefunden haben. Es gibt noch ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 20.01.2026
Mark Nikolajewitsch Jegorow (Rufname "Titt"), 52 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 05.08.1973
Todesdatum: 06.11.2025 (begraben am 20.01.2026 in Jakutsk auf dem Friedhof des Stadtteils Pticefabrika)
Geburtsort: Jakutsk
Todesort: Region Saporischschja
Dienstart: Vertragsdienst seit September 2025.
Kinder (Anzahl): 3
Friedlicher Beruf: Mitarbeiter der Sicherheitsdienstes von JAPTA (Alrosa) seit 1996
Ende August 2024 haben wir eine Sperrverfügung von der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. In der Begründung heißt es: „Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt“. So kann man das nennen, wenn man die Menschen in Wort, Bild und mit persönlichen Daten über all die vielen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine informiert.
Mit einer ähnlichen Begründung geht Roskomnasdor jetzt auch gegen Telegram vor. Sie wirft der Plattform vor, personenbezogene Daten von Russen illegal zu verbreiten, unter anderem in Form von „persönlichen Dossiers“. Telegram solle eigenständig die Weitergabe von personenbezogenen Daten russischer Bürger verhindern. Und natürlich meint die Behörde mit diesen verschwurbelten Formulierungen nichts anderes als die vielen Kanäle aus Russland heraus, die Informationen über die regionalen Verluste im Krieg liefern. Russland will weiter Krieg führen, dafür das Leben vieler ihrer Soldaten opfern - nur soll die Bevölkerung nicht mit solch negativen Informationen beunruhigt werden.
Der Chat- & Nachrichtendienst Telegram soll in Russland komplett gesperrt werden. Im Moment scheint er dort noch eingeschränkt nutzbar zu sein. Das bringt viele russische Informations- und Propagandakanäle zur Verzweiflung, weil sie ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Warum die russische Regierung trotzdem Telegram abwürgen will, könnte auch an Kanälen wie „Erwarten Sie keine guten Nachrichten“ liegen. Bei diesem Projekt, wahrscheinlich aus der Ukraine heraus initiiert, können sich russische Teilnehmer melden und ihre Videos veröffentlichen. Es geht zum Beispiel um
Die meisten Beiträge enthalten selbst aufgenommene Videos der Betroffenen oder ihrer Angehörigen, dazu amtliche Dokumente und Schriftverkehr. Natürlich muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass all diese persönlichen und familiären Dramen daraus entstanden sind, dass die russischen Teilnehmer an diesem Krieg sich einen schnellen Rubel durch das Töten ihrers Nachbarvolkes versprochen hatten. Doch all diese vielen Dramen zusammen verstärken das düstere Bild eines Russlands, das seine imperialen Interessen ohne Rücksicht und Gnade gegenüber den eigenen Bürgern durchsetzt.