Jewgeni Romanowitsch Reschetnikow

Jewgeni Romanowitsch, 18 Jahre

Nur 71 Tage lang durfte Jewgeni achtzehn Jahre alt sein, dann war er tot - gefallen in einem Krieg am anderen Ende der Welt. Den Eltern wäre das elterliche Sorgerecht entzogen worden, so gab es niemanden, der ihn aufhielt, schreibt Tatjana in den Kommentaren. Um so schlimmer, denn Kinder ohne elterliche Fürsorge sind das übliche Opfer des russischen Militärs. Und natürlich hatte Jewgeni auch keine militärische Vorausbildung in seinem Alter. Jewgeni Romanowitsch Reschetnikow, geboren am 03. März 2007, lebte im großen Dorf Milkowo auf der Halbinsel Kamtschatka. Zu seinem Begräbnis gab es dann die Fürsorge (1, 2, 3), die der Junge wahrscheinlich lebend niemals bekam.

Artem Jewgeniewitsch Nekras

Artem Jewgeniewitsch, 18 Jahre

Bruchstücke aus dem Leben von Artem: „Mama ist wunderschön“ schreibt der neunjährige Artem zur Hochzeit seiner Mutter. Fünf Jahre später war seine Welt in Unordnung, er war von zuhause abgehauen und wurde öffentlich gesucht. Weitere zwei Jahre später kam eine Verurteilung wegen Diebstahls dazu. Jetzt ist er tot, gefallen im Krieg gegen die Ukraine. Die Stadt Arsenjew führt ihn auf ihrer Liste der Kriegstoten ohne nähere Angaben - begraben am 1. September 2025. Artem Jewgeniewitsch Nekras, geboren am 20.12.2006, wuchs in der kleinen Stadt Plastun in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands auf.

Nikita Valeriewitsch Sawenkow

Nikita Walerjewitsch, 19 Jahre

Am 3. Oktober 2000 wird der 14jährige Nikita von seiner älteren Schwester öffentlich gesucht. Alexander hat ihn gesehen: „In Kurtschatow mit einem Bluetooth-Lautsprecher (laute Musik) in der Nähe des Brunnens. Er kam in betrunkenem Zustand auf mich zu und bat um eine Zigarette.“ Nikita wurde zwei Tage später eingefangen. Fünf Jahre später hatte Nikita sich zum Kriegsdienst verpflichtet und ging wieder verloren. Im Januar 2026 meldete seine Schwester seinen Tod. Nikita Valeriewitsch Sawenkow, geboren am 12.05.2006, wuchs im Dorf Makarowka in der Oblst Kursk auf.

Dimitri Kruglow

Dimitri Kruglow, 18 Jahre

Dimitri war ein Witzbold, wenn man seinem VKontakte-Status glauben kann. Er hatte dort 1.162 Freunde und selbst 1.344 Kanäle abonniert. Da kann einem schon ganz schwindelig werden. Vermutlich musste Dimitri im Juni 2025 seinen Wehrdienst ableiten und meldete sich im Verlauf (un)freiwillig zum Kriegsdienst. Am 4. Januar wurde er begraben. Papa, von Beruf Tätowierer, zeigt zur Beisetzung noch ein Foto von Dimitris 18. Geburtstag, aufgehalten hat er ihn wohl nicht. Dimitri Kruglow, 19.02.2007 - 15.12.2025, wuchs in der Stadt Tschapajewsk in der Region Samara auf.

Ermil Michailowitsch Kondratjew

Ermil Michailowitsch, 18 Jahre

Wieder eine Waisengeschichte: Ermil Michailowitsch Kondratjew wurde am 14. Februar 2007 geboren. Ab dem 2. Lebensjahr wuchs er im burjatischen Dorf Iwolginsk auf. Das Dorf hat einen heiligen Berg in der Nachbarschaft und einen prunkvollen Dazan. Ermil verlor mit 13 Jahren seine Mutter und lebte danach in einem Waisenhaus. Mit Beginn der Volljährigkeit musste er auf eigenen Beinen stehen, so unterzeichnete er einen Militärvertrag. Im August 2025 unterschrieb er, am 23. November 2025 wurde er an der Front geopfert.

Roman Dmitrijewitsch Eifert

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre

Roman Dmitrijewitsch Eifert dürfte der jüngste russische Gefallene im Krieg gegen die Ukraine sein mit gesichert russlanddeutschen Wurzeln. Roman wurde am 03. Oktober 2007 geboren und wuchs im Dorf Selenaja Poljana mit knapp 400 Bewohnern im Bezirk Kljutschewski in der Region Altai auf. Im Oktober wurde er 18 Jahre alt und im selben Monat verpflichtete er sich freiwillig beim russischen Militär. Bereits am 10. Januar 2026 war er tot und wurde noch im selben Monat bestattet. Leider gibt es keine weiteren Informationen über Roman.

Alexander Igorewitsch Dongak

Alexander Igorewitsch, 19 Jahre

Alexander Igorewitsch Dongak wurde am 21.06.2006 Dorf Bischiktig-Chaja in der russischen Teilrepublik Tuwa geboren. „Er war ein bescheidener, respektvoller, hilfsbereiter, freundlicher, fleißiger und stets lächelnder Sohn“, schreiben seine Eltern. Diese Charaktereigenschaften dürften eher unwahrscheinlich sein - solche jungen Leute ziehen nicht mit 18 Jahren in den Krieg. Sein Tod wurde am 20.01.2026 öffentlich gemacht.

Wladimir Nikolajewitsch Dmitrijew 

Wladimir Nikolajewitsch, 22 Jahre

Wladimir, der ganze Stolz seiner Eltern, hatte es mit 22 Jahren schon zum Leutnant der russischen Armee gebracht. Nur - da ständig auch Offiziere an der Front getötet werden, bekommt man das Offizierspatent beschleunigt, um die Lücken aufzufüllen. Doch jetzt ist auch Wladimir schon wieder tot und sein Platz muss wieder aufgefüllt werden. Am 25. Januar 2026 wurde er in seiner Heimatstadt in der Oblast Irkutsk begrabenWladimir Nikolajewitsch Dmitrijew wurde am 02.02.2003 in Ust-Ilimsk geboren.

Ai Chan Kartoschka Romanowitsch Mongusch

Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch, 25 Jahre

Der tapfere Verteidiger des Volkes, Ai-Chan (Kartoschka) Romanowitsch Mongusch (Kriegername „Alasch“), wurde am 20. November 2000 in Kyzyl-Orda als zweiter Sohn einer besonderen, goldgelben Familie geboren. Am 3. Juni 2025 unterzeichnete er mutig einen Militärvertrag für den Frieden und die Ruhe seines Volkes und verließ seine Heimat Tuwa, um in den verfluchten Krieg zu ziehen. Am 1. Januar 2026, während er seine heilige Pflicht erfüllte, das Vaterland verteidigte und seine militärische Mission erfüllte, starb er in seiner Jugend, im Beisein seiner geliebten Eltern, Geschwister, Freunde, Kinder, Verwandten und Freunde. Mit tiefer Trauer geben wir seinen Tod bekannt.“ (Link)

Juri Antonowitsch Stepanow

Juri Antonowitsch Stepanow, 22 Jahre alt

  • Status: Verstorben
  • Geburtsdatum:  29.04.2003
  • Todesdatum:  14.09.2025
  • Geburtsort:  Wiljuisk, Wiljuiski Ulus
  • Todesort:  Kupjansk, Charkiw-Region
  • Dienstart:  Vertragsdienst
  • Kinder (Anzahl):  Keine
  • Friedlicher Beruf:  Keiner

Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien) vom 19.01.2026

Daniel Sergejewitsch, 19 Jahre

Wir wissen nicht, was Daniel angestellt hat. Sein Urteil haben wir nicht gefunden, vermutlich weil es unter das Jugendstrafrecht fällt. Aber Daniel wurde am 26. März 2023 aus der Haftanstalt IK-53 in Werchoturje, Oblast Swerlowsk zum Kriegsdienst entlassen. Er hatte einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen und anstatt der Haftstrafe die Todesstrafe bekommen. Drei Monate später war er tot. Erst im März 2024 wurde öffentlich nach ihm gesucht.. Daniil Sergejewitsch Schischkin wuchs in Jekaterinburg auf.

Jewgeni Alexejewitsch Alimpiew

Jewgeni Alexejewitsch, 19 Jahre

Jewgeni war von Kopf bis Fuß auf Militär eingestellt. Sogar in der Schule trug er Tarnfleck. Im Frühsommer des Jahres 2025 beendete er die Schule. Ob er einen Vertrag während des Wehrdienstes abgeschlossen hat oder sich gleich freiwillig gemeldet hat, war nicht zu erfahren. Am 17. Januar 2026 wurde er begraben. Jewgeni Alexejewitsch Alimpiew, geboren am 18.06.2006, wuchs in der Stadt Morosowsk in der Oblast Rostow auf.

Denis Leonidowitsch Akbuljakow

Denis Leonidowitsch, 20 Jahre

Karaidel heißt ein Dorf in Baschkortostan mit mehr als 6.000 Bewohnern. Den Namen könnte man auch in Bayern oder Österreich verorten, aber er setzt sich zusammen aus basckirisch kara & idel, also schwarzer Fluss. Denis Leonidowitsch Akbuljakow, 28.03.2005 - 19.11.2025, wuchs in Karaidel auf, ging dort zur Schule und brach die berufliche Weiterbildung ab. So musste er im Frühjahr 2023 seinen Wehrdienst ableisten und drei Wochen später unterschrieb er einen Zeitvertrag. Danach wurde es düster: Aus gesundheitlichen Gründen, sagt der Nachruf, wurde er im Jahr 2025 an die Front verlegt. Dort wurde Denis zunächst ein Held, weil er trotz Verwundung zehn Tage in seiner Stellung verblieb, bis er evakuiert wurde. Dafür gab es einen Orden. Kaum gesund, musste er gleich wieder an die Front. Als Mitglied einer Drohneneinheit wurde er getötet.

Olimpi Orlanowitsch Baikara

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre

Der junge Tuwiner Olimpi Orlanowitsch Baikara, 09.03.2006 - 02.02.2026, wurde an der Front getötet. Er wäre ein bescheidener, respektvoller, freundlicher, hilfsbereiter, fleißiger und stets lächelnder Sohn gewesen, der im Rahmen jener besonderen Militäroperation für die friedliche Zukunft unseres Landes heldenhaft getötet wurde, schreiben seine Eltern im Nachruf. In der Aufzählung der Eigenschaften des Sohnes fehlt der Begriff - intelligent. Denn mit etwas mehr Intelligenz hätte Olimpi erkennen müssen, dass es bei jenem Krieg eben nicht um jene friedliche Zukunft von Tuwa oder ganz Russland geht, sondern um die Eroberung eines fremden Landes. Aber wahrscheinlich ging es ihm nur um das viele Geld, das man im Kriegsdienst verdienen kann.

Kirill Wjatscheslawowitsch Guliajew

Kirill Wjatscheslawowitsch, 18 Jahre

Kirill wollte unbedingt kämpfen“, schreibt die Autorin des Nachrufs zusätzlich in einem Kommentar. Kirill wuchs bei den Großeltern auf und wollte sich beweisen. So blieben ihm nach seinem 18. Geburtstag 111 Tage bis zu seinem Tod. Kirill Wjatscheslawowitsch Guliajew, 01.09.2007 - 20.12.2025, lebte in der Kleinstadt Ostaschkow in der Oblast Twer.

Sergej Anatoljewitsch Kateba

Sergej Anatoljewitsch, 19 Jahre

Zwei Jugendliche waren in der Kleinstadt Alexandrowsk-Sachalin auf der Insel Sachalin in eine Garage eingebrochen. Um den Einbruch zu verschleiern, zündeten sie die Garage einfach an. Dadurch fakelten sie ein älteres Auto und eine weitere Garage ab. Im Mai 2025 wurden die zwei Schlingel schließlich gesamtschuldnerisch zum Schadensersatz von rund 430.000 Rubel (etwa 4.700 €) verurteilt. Eine Gefängnisstrafe gab es bereits zuvor. Beide waren zum Zeitpunkt der Tat minderjährig, allerdings war Sergej Anatoljewitsch Kateba zum Termin des Gerichtsverfahrens inzwischen volljährig. Deshalb wurde sein Name auch öffentlich genannt. Man kann annehmen, dass die Behörden Sergej mit Nachdruck von den Vorzügen des Vertragsdienstes beim Militär überzeugt haben. So käme er frei und könne seine Schulden bezahlen. Tatsächlich war es dann die Todesstrafe. Sergej Anatoljewitsch Kateba, geboren am 04. September 2006 in Alexandrowsk-Sachalin, wurde am 12. Januar 2026 in seiner Heimat bestattet.

Ratmir Saybulatow, 19 Jahre

Ratmir hatte Pech mit seiner Familie und geriet in die Fänge des kosakischen Jugendklubs „Die Bande“. Dort  gibt ein Kriegsveteran aus dem Afghanistankrieg den Jugendlichen „Halt und Orientierung“. Was so viel wie militaristische Erziehung bedeutet. So wundert es auch nicht, dass Ratmirs Lebensweg nach seinem 18. Geburtstag direkt zum Militär und von dort in den Tod führte. Ratmir Saybulatow wurde am 20.01.2006 in der Stadt Semiluki in der Oblst Woronesch geboren.

Wjatscheslaw Denisowitsch Tschugurajew

Wjatscheslaw Denisowitsch, 18 Jahre

Slawa starb für das Vaterland. Wir sind stolz, wir erinnern uns und wir trauern“, schreibt die örtliche Gedenkgruppe für Militärangehörige. Und weiter: „Slava wäre am 10. Januar 19 Jahre alt geworden, aber er wird es nicht mehr. Gedenken wir derer, die ihr Leben für unseren gemeinsamen Frieden gaben.“ Alles völlig falsch. Slawa starb nicht für das Vaterland, er gab auch nicht sein Leben für den Frieden - sondern für den Krieg. Er wurde getötet in einem Krieg, den Russland vor knapp vier Jahren begonnen hat und jetzt kein Ende findet - weil das Kriegsziel nicht erreicht wurde, weil viel zu viele russische Bürger verwundet und getötet wurden, weil Billionen Rubel in diesem Krieg sinnlos verheizt wurden und weil die Regierung den Russen deshalb unbedingt einen Sieg verkaufen will. Wjatscheslaw Denisowitsch Tschugurajew wuchs in der Siedlung Oktjabrskoje (Oktober) im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen auf.

Efim Alexandrowitsch Kladkin

Efim Alexandrowitsch, 19 Jahre

Telegram-Kanal „Die Toten aus Sacha“ am 06.01.2026:

Efim Alexandrowitsch Kladkin

Status: Verstorben
Geburtsdatum: 07.01.2006
Todesdatum: 29.08.2025
Geburtsort: Dorf Ytyk-Kjuel, Tatinskij Ulus
Todesort: Kursker Gebiet
Dienstart: Vertragsdienst (unterzeichnete einen Vertrag während des Wehrdienstes)
Kinder (Anzahl): Keine
Friedlicher Beruf: Schlosser

Danila Alexejewitsch Schukow

Danila Alexejewitsch, 19 Jahre

Mit 15 Jahren hat Danila in einem regionalen Wettbewerb der Berufsschulen den ersten Preis im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik gewonnen. Seine Fertigkeiten in diesem Beruf wird er nicht ausüben können. Am 8. März 2025 wurde er irgendwo an der Front in der Ukraine getötet. Danila Alexejewitsch Schukow wurde am 29.06.2005 in der Kleinstadt Gorochowez im Osten der Oblast Wladimir geboren. Am 8. Januar 2026 wurden seine Überreste in seiner Heimat bestattet.

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