Wladimir Chairulowitsch Sindjaschkin

Wladimir Chairulowitsch, 20 Jahre

Im Dorf Nadeschdinka mit weniger als 400 Einwohnern in der Oblast Orenburg ist Wladimir Chairulowitsch Sindjaschkin groß geworden. Wladimir, geboren am 22. Juni 2004, war in der Schule keine große Leuchte, die Ausbildung zum Klempner brach er ab. Er jobbte im Straßenbau und in einer Autowerkstatt, blieb aber ohne geregelte Arbeit. Richtig - für solch junge Leute erscheint ein Vertrag mit dem russischen Militär samt bester Bezahlung wie ein Lottogewinn. Ohne militärisch Vorkenntnisse zog auch Wladimir in den Krieg - am 25.06.24, kurz nach seinem 20 Geburtstag war er tot.

David Michailowitsch Kuular

Iwan Alexandrowitsch, 21 Jahre

Unser lieber Mann, der mittlere Sohn seiner Mutter, der Bruder seines Bruders, der charmante Cousin seines Bruders, die starke Unterstützung eines geliebten Freundes, der Mut zahlreicher Verwandter, der bescheidene, fröhliche Bruder, Bruder, Sohn, Neffe, Cousin, Schwiegersohn, Freund, Klassenkamerad, vertrauter Freund David (Rokot) Michailowitsch Kuular wurde am 26.11.2001 in Chowu-Aksyn, Chedi-Chol, geboren. Im November 2024 nahm er an der Spezialoperation für den zukünftigen Frieden teil, um sein Heimatland zu verteidigen, Obermaat, 155. Separates Marinekorps, Drohnenpilot mit mutigem Einsatz im Kampf. Wir geben mit tiefer Trauer bekannt, dass er am 20.10.2025 in jungen Jahren verstorben ist.

Iwan Alexandrowitsch Temnikow

Iwan Alexandrowitsch, 21 Jahre

Inna ist glücklich. Ihr Freund Iwan Alexandrowitsch Temnikow, Vater ihres einjährigen Kindes, hat Urlaub vom Krieg und ist mit einem großen Strauß Blumen nach Hause gekommen. Beide lebten in der sibirischen Stadt Ust-Kut in der Oblast Irkutsk. Iwan ist danach noch einmal nach Hause gekommen - im Zinksarg. Am 5.11,25 wurde er beigesetzt.

Stanislaw Wladimirowitsch Butschelnikow

Stanislaw Wladimirowitsch, 23 Jahre

Stanislaw wuchs in einem kleinen Dorf mit Namen „Neu“ und gerade mal 18 Bewohnern in der Oblast Kurgan auf. Während seiner Schulzeit machten sich Lernschwierigkeiten bemerkbar, so wurde er zuhause von einem Privatlehrer unterrichtet. Stanislaw bekam einen Abschluss zur 9. Klasse, erlernte auch keinen Beruf erlernte und musste keinen Wehrdienst ableisten. Beim russischen Autobahnbetreiber bekam er Arbeit und besserte als Hilfsarbeiter Straßen aus. Privat lief es auch schlecht, er zog sich immer mehr zurück. Schließlich unterschrieb er heimlichen einen Militärvertrag. Im Krieg wollte er sein Potential beweisen, wurde Zugführer, bis er durch einen Schuss in den Kopf getötet wurde. Stanislaw Wladimirowitsch Butschelnikow, 18.04.2001 - 30.08.2024.

Ilja Anatoljewitsch Jerschow

Ilja Anatoljewitsch, 20 Jahre

Ilja Anatoljewitsch Jerschow wurde am 5. Juni 2004 in Ischewsk in der russischen Teilrepublik Udmurtien geboren. Als Kind hätte er leidenschaftlich Schach und Dame gespielt. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung am landwirtschaftlichen Ingenieurskolleg, die er im Jahr 2023 beendete. Danach kam der Wehrdienst in Chabarowsk, während dem Ilja einen Militärvertrag abschloss und an die Front geschickt wurde. Im August 2024 wurde er verwundet, kam zurück in den Krieg und wurde am 26.03.2025 getötet.

Wladislaw Konstantinowitsch Zuew

Wladislaw Konstantinowitsch, 19 Jahre

Wie unmenschlich inzwischen das russische System sich darstellt, zeigt das Beispiel von Wladislaw Konstantinowitsch Zuew. Wladislaw wurde am 21.04.2005 im größeren Dorf Katschug in der Oblast Irkutsk geboren. Nach der Schule lernte er keinen Beruf und hatte auch keine Anstellung, so schloss er am 20.03.2025 einen Vertrag mit dem russischen Militär. Ohne militärische Ausbildung wurde der junge Mann schnell in einen der Selbstmordangriffe geworfen. Am 21.04.25 war er tot. Dem dahingemetzelten Toten heuchelt der Nachruf eine schamlose Sinnhaftigkeit hinterher: „Wladislaw gab sein Leben für einen friedlichen Himmel, für die Sicherheit seines Landes und die Zukunft seiner Angehörigen. Seine Heldentat ist ein Beispiel für Hingabe, Mut und Liebe zum Vaterland.“

Matwej Fedosow

Matwej Fedosow , 18 Jahre

Am 17. Juni 2025 wurde Matwej Fedosow 18 Jahre, am 4. August unterschrieb er einer Freiwilligenvertrag und am 19. Oktober war er tot. Auf seinem VKontakte-Status prangt ein Kampfflugzeug und ein großes Z. Seine Mutter beschreibt ihn so: „Er war voller Lebensfreude, Träume und großartiger Pläne. Sein Lächeln konnte jedes Herz erweichen, und sein Lachen klang wie Musik und erfüllte jeden Winkel unseres Hauses. Er liebte es, neue Horizonte zu entdecken und andere mit seinen Ideen zu inspirieren.“  Warum Matwej loszog, um andere Menschen zu töten, erklärt diese Beschreibung nicht.

Nikita Alexejewitsch Zorkalzew

Nikita Alexejewitsch, 24 Jahre

Nikita Alexejewitsch Zorkalzew, geboren am 26.09.2000, wuchs in der sibirischen Großstadt Irkutsk auf. Die Schule schloss er mit einer Goldmedaille ab. Danach wurde er vier Jahre lang in Nachrichtentechnik in einer Militärakademie in Nowosibirsk ausgebildet. Als er Ende Juli 2022 sein Offizierspatent erhielt, war der russische Angriffskrieg schon in vollem Gange und Nikita kurz danach mitten drin. Eine Granate zerstörte ein russisches Hauptquartier im russisch besetzten Teil der Ukraine und setzte seiner Karriere bis zum Hauptmann ein Ende.

Natalja Andreewa

Kirill Wladimirowitsch, 18 Jahre

Soldat Kirill betrachtet das Portrait seiner Freundin Natalja mitten im Kriegsgeschehen - ein KI generiertes Bild. Er wird ihr nicht mehr begegnen. Kirill Wladimirowitsch Sleptsow haben wir bereits vorgestellt, er war ein Waise aus Dimitrowgrad. Seine Freundin meldete seinen Tod an der Front.

Wladislaw Ruslanowitsch Elisejew

Wladislaw Ruslanowitsch, 19 Jahree

Wladislaw Ruslanowitsch Elisejew, geboren am 18.07.2006, wuchs in der Stadt Balaschow in der Oblast Saratow auf. Er meldete sich freiwillig zum Kriegsdienst und wurde am 30.10.25 beigesetzt. Seine Großmutter hatte Wladislaw erzogen. Olga schrieb dazu in den Kommentaren: „Es war niemand da, der ihm erklären konnte, dass er noch zu jung war, dorthin zu gehen.“

Ruslan Jurjewitsch Dan

Ruslan Jurjewitsch, 18 Jahre

Ruslans Mutter teilte der Presse mit, dass ihr Sohn einen Vertrag mit dem russischen Militär abgeschlossen hätte und ohne zu zögern, an die Front gegangen wäre. Eine Drohne beendete sein Leben im März 2025. Die russische Presse berichtet von einem Helden - Ruslan hätte sich aufgeopfert und vor die Drohne gestellt, um seine Kameraden zu schützen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Ruslan im Gegensatz zu seinen Kameraden, zu langsam reagierte. Ruslan Jurjewitsch Dan, geboren am 03.07.2006, wuchs in der Großstadt Kamyschin in der Oblast Wolgograd auf.

Sergei Romanowitsch Karetnikow

Sergei Romanowitsch, 20 Jahre

Voller Stolz hält Sergej seinen Ausweis des russischen Militärs in die Kamera. Im Frühsommer 2024 hatte er sein Ausbildung beendet, wurde danach zum Wehrdienst eingezogen und wäre nach einem Jahr wieder im zivilen Leben angekommen. Aber fühlte sich zum Soldatentum berufen, meldete sich freiwillig und wurde im April 2025 bereits getötet. Seine Mutter suchte ihn öffentlich im Juli, seine Berufsschule meldete seinen Tod Ende Oktober. Bleibt noch sein VKontake-Motto nachzutragen: „Und er, rebellisch, bittet um Stürme, als ob es in Stürmen Ruhe gäbe!“ Sergei Romanowitsch Karetnikow, geboren am 20.02.2005, wuchs in der Stadt Omutninsk in der Region Kirow auf.

Iwan Michailow 14

Iwan Igorewitsch, 18 Jahre

Ein Jahr bevor der russische Angriff begann war Iwan Igorewitsch Mechaljew von zuhause ausgebüxt und wurde öffentlich gesucht. Damals war er 14 Jahre alt, geboren im Jahr 2006 und lebte in der geschlossenen Stadt Nowouralsk in der Oblast Swerdlowsk. Iwan wurde wieder eingefangen und meldete sich vier Jahre später freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine. Am 17. Juni 2025 wurde er getötet.

Ilja Weniaminowitsch Makovoj

Ilja Weniaminowitsch, 19 Jahre

In der Ukraine geboren, für Russland gestorben. Ilja Weniaminowitsch Makovoj wurde am 23. Juni 2003 in Sewastopol auf der Krim geboren. Nach seiner Ausbildung als Schweißer im Schiffsbau wurde er im Jahr 2023 zum Wehrdienst in der russischen Armee eingezogen. Während seiner Armeezeit verpflichtete er sich zum Vertragsdienst. Im Oktober 2023 erschien er nicht bei seiner Einheit und wurde Anfang Februar 2024 deshalb festgenommen. Vom Militärgericht bekam er eine Strafe von 5, 5 Jahren. Die saß er nicht ab, sondern schloss einen neuen Vertrag zum Kriegsdienst, den er nicht überlebte. Am 20.11.25 wurde er begraben.

Fjodor Allenowitsch Latchkow

Fjodor Allenowitsch, 22 Jahre

Kurzzeitsoldat Fjodor Allenowitsch Latschkow wurde am 7.3.2003 in Omsk geboren. Nach seinem Wehrdienst schloss er im Mai 2025 freiwillig einen Vertrag zum Kriegsdienst und war am 30. Juni 25 bereits tot. Die Partei „Einiges Russland“ verklärt sein Andenken:
„Er schonte sein Leben nicht, für jeden seiner Landsleute, für jeden von uns. Im blutigen Kampf gegen die Neonazis wurde er zu einem wahren Helden für alle Bewohner unserer Region, zu einem wahren Patrioten seines Landes. Unser Vaterland erlitt einen unersetzlichen Verlust, indem es einen verdienten Bürger der Region und einen wahren Patrioten Russlands verlor. Der Mut, die Selbstlosigkeit und der Patriotismus, mit denen Fjodor ausgestattet war, dienten nicht nur ihm persönlich, sondern leisteten auch einen enormen Beitrag zur Sicherheit und zum Wohlergehen unseres Landes. Seine Tapferkeit, seine Hingabe und seine Bereitschaft, sein Leben für andere zu opfern, sind der größte Akt der Tapferkeit.“

Stanislaw Sergejewitsch Dergatschew

Stanislaw Sergejewitsch, 21 Jahre

Der Junge auf dem Foto ist Stanislaw Sergejewitsch Dergatschew, geboren am 20. Februar 2004. Das Foto wurde im Juni 2020 aufgenommen. Damals war Stanislaw Mitglied des militärisch-industriellen Komplexes KORSA, einer Abteilung der Jugendarmee Junarmija in der russisch besetzten Stadt Gorlowka in der Ukraine. „Im Klub erlernte er den gewissenhaften Umgang mit Waffen, taktisches Training und die medizinische Versorgung. Er zeichnete sich durch Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und die ständige Hilfsbereitschaft gegenüber seinen Kameraden aus“, schreibt der Klub über sein ehemaliges Mitglied. Seine weiterer Lebensweg war damit vorgezeichnet. Stanislaw ging zum russischen  Militär, bekam das Offizierspatent und beteiligte sich am Krieg gegen sein eigenes Land. Am 27. August 2025 war er tot.

Tembulat Aniuarowitsch Pschichopow

Tembulat Aniuarowitsch, 21 Jahre

Tembulat Aniuarowitsch Pschichopow, geboren am 2. Mai 2003, war sicher kein lieber Junge. Tembulat kam aus der Stadt Nartkala in der russischen Teilrepublik Kabardino-Balkarien. In jungen Jahren war Tembulat bereits vorbestraft und Ende 2023 wurde erneut über ihn verhandelt. Tembulat hatte ein Smartphone im Wert von rund 500 € gestohlen. Er war geständig und bekam zwei Jahre und acht Monate Haft aufgebrummt. Auch Tembulat war ein wirklich dummer junger Mann. Er meldete sich freiwillig und am 8. April 2025 wurde die Todesstrafe vollstreckt.

Iwan Michailowitsch Estechin

Iwan Michailowitsch, 22 Jahre

Eine Sekundarschule in seiner Geburtsstadt Perwouralsk / Oblast Swerlowsk trägt jetzt den Namen von Iwan Michailowitsch Estechin (15.07.2001 - 05.12.2023). Iwan war angeblich dort Musterschüler, Kadett und wollte mal General werden. Im Jahr 2023 bekam er sein Offizierspatent, danach bildete er Nachwuchs in Wladiwostok aus und wurde schließlich als Panzerkommandant an die Front versetzt. Am 5. Dezember 2023 wurde seine Karriere- und Familienplanung obsolet.

Matwej Nikolajewitsch Kachalow

Matwej Nikolajewitsch, gerade 19 Jahre

Wieder eine Waisengeschichte: Matwej Nikolajewitsch Kachalow, geboren am 2. Dezember 2005, lebte im Dorf Parabel in der Region Tomsk (VKontakte). Er wuchs bei seiner Großmutter und bei seiner Tante auf, später im Kinderhilfszentrum. Er wollte Koch werden, zunächst blieb ihm nur der Weg zum Sozialamt. Und weil nicht alles schon kompliziert genug wäre, schwängerte er auch noch ein junges Mädchen seines Alters. Auch er sah im Kriegsdienst in der Ukraine eine Lösung seiner Probleme. Sein Kind war gerade vier Monate alt, als Matwej am 6.12.2024 getötet wurde.

Wadim Olegowitsch Uschakin

Wadim Olegowitsch, 21 Jahre

Mit 21 Jahren war Wadim bereits für die russische Gesellschaft ein Verlierer. Er war Waise, wuchs in einer Pflegefamilie auf.  Und nach seinem Berufsschulabschluss bekam er keine feste Anstellung. So suchte er sein Heil im Kriegsdienst. Ohne militärische Ausbildung unterzeichnete er im September 2025 einen Vertrag und wie es sich für einen Verlierer gehört, war er bereits am 2. Oktober 2025 tot. Wadim Olegowitsch Uschakin, geboren am 13. September 2004, lebte im großen Dorf Onochoi in Burjatien.

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