Alischer und Artem

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert jetzt über vier Jahre und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir einen neuen Geburtsjahrgang unter den russischen Kriegstoten antreffen würden. Heute können wir euch die ersten russischen Kriegstoten vorstellen, die im Jahr 2008 geboren wurden. Zu Beginn des Krieges waren die beiden Jungs gerade mal 14 Jahre alt und beide hatten es nach ihrem 18. Geburtstag offensichtlich eilig, sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine zu melden.

Alischer Alexejewitsch Swirin (Foto links) wurde am 21. Februar 2008 geboren und kam aus dem Bezirk Pawlowsk-Possad in der Oblast Moskau.  Artem Nikolajewitsch Derewzow (Foto rechts) wurde am 25.02.2008 in der Stadt Borsja in Transbaikalien geboren und am 5. Mai 2026 getötet. Alischer und Artem - beide waren gerade mal 70 Tage lang 18 Jahre alt.

31 05 26Nach unserer bewährten Hochrechnung dürften die russischen Verluste inzwischen bei 356.000 Kriegstoten und zusammen mit den Kriegsversehrten bei 1,3 Millionen russischen Kriegsopfern liegen. Der britische Geheimdienst schätzt noch weit höhere Zahlen - er geht von 500.000 russischen Kriegstoten aus.

Kein Grund für den russischen Präsidenten in ernsthafte Friedensverhandlungen einzusteigen. Er bleibt bei seinen Maximalforderungen, die im Resultat die totale Unterwerfung der Ukraine unter das russische Diktat bedeuten würden und keine Garantie bieten, dass Russland erneut militärisch gegen die geschwächte Ukraine vorgehen würde.

Wir fragen uns täglich: Was ist das für eine russische Regierung, die jeden Monat zwischen 30.000 und 35.000 russische Männer durch Verletzung und Tod opfert, um wieder ein paar Quadratkilometer verwüstetes ukrainisches Land zu erobern?

Ayon Beisetzung

Beisetzung von Petr Wukwugwe (32 Jahre) und Konstantin Rochgyn (18 Jahre) am 21.04.26 auf der Insel Aion

Aion so heißt eine Insel  mit etwa 2.000 km² Fläche westlich der Tschaunbucht in der Ostsibirischen See ganz im Nordosten Sibiriens. Aion heißt auch das einzig bewohnte Dorf auf der Insel, dessen Bewohnerzahl stetig schrumpft - ob der kargen und kalten Lebensumstände und ob des Krieges gegen die Ukraine.

Alexei UminskyAlle großen Glaubensgemeinschaften in Russland unterstützen den russischen Angriffskrieg. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill hat kürzlich eine Ikone an die russischen Streitkräfte übergeben, „mit dem Wunsch nach Gottes Hilfe und Kraft bei der Erreichung der für das Vaterland notwendigen Ergebnisse, die heute erzielt werden, auch auf dem Schlachtfeld.“ Aber auch die geistlichen Führer der russischen Muslime und der Buddhisten stehen hinter dem Kriegsabenteuer von Wladimir Putin. Einzige Ausnahme ist der in den USA geborene kalmückische Lama Telo Tulku Rinpoche, der sich schnell in die Mongolei absetzten musste.

Doch nicht alle orthodoxen Priester sind mit dem Kriegskurs ihrer Kirche einverstanden. Wer keine Gebete zur Unterstützung der russischen Armee spricht, wird aus seinem kirchlichen Amt schnell entfernt. Knapp 50 russisch-orthodoxe Prister wurden bereits deshalb entlassen. Bekanntestes Gesicht ist Alexej Anatoljewitsch Uminski (Foto links), der bis Januar 2024 Erzpriester des Moskauer Patriarchats und Rektor der Dreifaltigkeitskirche in Chochly bei Moskau war. 

Ernest Nikolajewitsch Saltykow

„Ein gesegnetes Andenken dem Helden! Meine Seele ist voller Trauer... Wie viele Kinder werden nie wieder nach Hause zurückkehren? Wie viele Mütter werden ihre Söhne nie wiedersehen? Wann wird das endlich ein Ende haben?!“, schreibt Nadeschda S. zum Tod von Ernest Nikolajewitsch Saltykow, 23 Jahre aus dem Dorf Jar-Sale

Getreidespeicher Bezirk Mamontow

Getreidespeicher im Bezirk Mamontowski -- Foto: pav1898  -- Lizenz: CC BY 3.0

Mit dem Bezirk Mamontowski führen wir unsere Reihe der ländlichen oder abgelegenen Bezirke in Russland fort, die beinahe vollständige Listen über die im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten führen. In dieser Reihe haben wir den Bezirk  Krasnotschikoisky in Transbaikalien, die Stadt Arsenjew in der Oblast Primorje und den Bezirk Toptschicha in der Region Altai vorgestellt.

Der Bezirk Mamontowski liegt im Zentrum der Region Altai. Im Jahr 2025 wurden 17.263 Bewohner gezählt. Der Bezirk ist landwirtschaftlich geprägt mit einem Schwerpunkt im Getreideanbau. Die folgende Liste enthält  97 Kriegstote, umgerechnet bedeutet das 562 Tote auf 100.000 Bewohner. Ein sehr hoher Wert, die gesamte Region Altai kommt nach unserer Statistik vom März 2026 auf einen Wert von 148 Tote auf 100.000 Menschen.

Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, dass Russland in diesem Jahr nicht genügend Zeitsoldaten rekrutieren konnte, um die Verluste an der Front auszugleichen. Wir hatten hier bereits darüber berichtet.

Will die russische Armee ihre erklärten Ziele – nämlich die Eroberung des gesamten Donbass erreichen, dann benötigt sie Soldaten, Soldaten, Soldaten.

Das gestaltet sich zunehmend schwieriger, dazu ein paar Ausführungen:

Die Prämien für den Abschluss eines Vertrages zum Kriegsdienst bleiben stabil auf hohem Niveau. In den meisten russischen Regionen ist die finanzielle Situation angespannt, die Haushalte weisen ein ständig steigendes Defizit aus. Trotzdem werden erhebliche Prämien ausgeschüttet, damit die staatlichen Vorgaben an neuen Freiwilligen erfüllt werden können. 400.000 Rubel (etwa 4.700 €) davon zahlt die Zentralregierung, der Rest muss von den Regionen finanziert werden. Je nach Region betragen deshalb die Prämien 800.000 Rubel (rund 9.500 €) bis zu 5,5 Millionen Rubel (rund 54.000 €).

Es ist völlig egal, aus welcher russischen Region der Freiwillige kommt. Dort wo er die Unterschrift leistet, wird die Prämie fällig. So gibt es einen Prämientourismus quer durch Russland hin zu der Region, wo die höchsten Zahlungen erfolgen.

Für Männer, denen das Wasser bereits bis zum Hals steht oder besser, der Gerichtsvollzieher zum Pfänden in der Wohnung steht, gibt es jetzt die Möglichkeit, seine Schulden durch eine Vertragsunterschrift abzuwenden.

Valery Viktorowitsch Awerin

Russischen Studenten wurde Ende 2025 bis Anfang 2026 ein lukrativer Job angeboten. Sie konnten ein Urlaubsjahr von ihrer Ausbildung einlegen, bekamen danach garantiert ihren Studienplatz zurück, wenn sie einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär abschlossen und sich als Drohnenpiloten ausbilden ließen. Jede Berufsschule und Universität sollte mindestens zwei Prozent ihrer Auszubildenden für das Programm abstellen. Wir haben darüber berichtet (Link 01, 2, 3). All diesen Studenten wurde ein sicherer Job fernab der Front versprochen.

Bereits jetzt ist der erste Drohnenpilot aus diesem Programm wieder nach Hause gekommen: Valery Viktorowitsch Awerin aus dem Dorf Bolschaja Kudara in Burjatien. (Foto)

Anjuisk

Dorf Anjuisk im Autonomen Kreis der Tschuktschen -- Foto: AlGaman  -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Das Dorf Anjuisk liegt im Nordwesten des Autonomen Kreises der Tschuktschen an der Grenze zu Republik Sacha (Jakutien). Im Gegensatz zu vielen anderen Dörfer der Region besteht die Bevölkerung mehrheitlich aus Ewenen. Doch die Bevölkerung nimmt stetig ab, im Jahr 2023 lebten noch 380 Menschen im Dorf. Anjuisk liegt 255 km vom Bezirkszentrum Bilibino und 800 km von der Hauptstadt Anadyr entfernt. Die durchschnittliche Tagestemperatur über das ganze Jahr hinweg beträgt -6,7° Celsius.

Einer der Bewohner des Dorfes war Wsewolod Alexejewitsch Nesterow, geboren im Jahr 1990, verheiratet, drei Söhne, gefallen am 4. Juli 2025 im Krieg gegen die Ukraine. Seine Geschichte wollen wir heute erzählen.

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 Konergino mit einem Quadcopter fotografiert -- Foto: Thabigd -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Tschuktschen-Dorf Konergino liegt etwa 200 km nördlich von Anadyr, dem Verwaltungszentrum des Autonomen Kreises der Tschuktschen. Es gibt keine Straßen hin zum Dorf. Über den Sommer kann man das Dorf mit dem Schiff erreichen, in der kalten Jahreszeit gibt es eine Winterstaße über die zugefrorene Bucht und ansonsten fliegt ein Hubschrauber gelegentlich das Dorf an.

Die Haupterwerbszweige der Einheimischen sind Rentierzucht und Fischerei. Viele Gebäude im Dorf befinden sich in einem baufälligen Zustand, Alkoholismus ist im Dorf verbreitet und die Menschen wandern ab. Im Jahr 2001 lebten noch 460 Menschen im Dorf, im Jahr 2021 waren es nur noch 262 Bewohner. So ist es ein leichtes Unterfangen, mit viel Geld junge Menschen aus diesem abgelegenen Dorf  für den Krieg in der Ukraine zu rekrutieren. Jetzt wurde der Tod des 19-jährigen Juri Ettywal bekannt.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat im Land unvorstellbare Umweltschäden angerichtet. Die Schutzhülle um das ehemalige Kernkraftwerk Tschernobyl wurde beschädigt, der Kachowka-Staudamm wurde gesprengt und hat hunderte Quadratkilometer Land überflutet und landwirtschaftliche Nutzfläche zerstört.  Die Erde im Kriegsgebiet ist von Granat- und Bombensplittern durchzogen, überall finden sich giftige Rückstände von Artilleriemunition. Zehn Millionen Hektar Land sollen in der Ukraine davon betroffen sein.

Aktuell geht die Ukraine verstärkt gegen die Erdöl- und Erdgasindustrie Russlands vor, deren Erlöse den Krieg am Laufen halten. Zunächst wurden in der Region um St. Petersburg Erdöl verarbeitende Anlagen zerstört, Ende April bis Anfang Mai zerstörten ukrainische Drohnen Erdölanlagen in Tuapse am Schwarzen Meer und in der Stadt Perm im Ural. Die Anlagen gingen in Flammen auf und verpesteten die Luft, ein Film aus schwarzem giftigem Ruß und Öl legte sich über die gesamte Umgebung. Die Behörden zeigten sich völlig unvorbereitet und wiegelten ab.

Acht Kurzzeitsoldaten aus Burjatien

Wir haben Lebensläufe von acht Kurzzeitsoldaten in einem Beitrag zusammengefasst, damit unsere Kurznachrichten-Rubrik nicht überläuft. Alle Kriegstoten stammten aus Burjatien und wurden etwa Mitte März 2026 bestattet.

Und nein - Burjatien ist kein Sonderfall, burjatische Soldaten werden nicht bevorzugt auf sogenannte „Fleischangriffe“ geschickt. Solch schneller Tod betrifft russische Soldaten aller Regionen, nur Burjatien dokumentiert seit Beginn des Krieges sehr ausführlich die Vita ihrer Gefallenen.

In anderen Regionen Russlands werden solche Nachrichten gerne unterdrückt. In Baschkortostan zum Beispiel ist die Veröffentlichung von Daten, die auf tödliche Kurzeinsätze schließen lassen, ausdrücklich untersagt. Neue Zeitsoldaten könnten abgeschreckt werden.

Janrakynnot

Janrakynnot  --  Foto: NinaMalich -- Lizenz CC BY-SA 4.0

Janrakynnot ist ein kleines Dorf im Bezirk Prowidenski im Autonomen Kreis Tschukotka. Im gesamten Bezirk leben 3.700 Menschen, im Dorf Janrakynnot lebten 2015 noch 314 Personen. Die Siedlung wurde auf einem festen Felsen erbaut inmitten sumpfiger Tundra. Man blickt vom Dorf aus auf die Beringsee. Der Ort ist in der eisfreien Zeit nur auf dem Wasserweg oder per Hubschrauber erreichbar, ansonsten auch über eine Winterpiste von Prowidenija, die teils über die zugefrorene Meerenge verläuft.

Es gibt kaum Arbeit im hohen Nordosten Russland und das Leben ist hart für die Rentierhirten, Jäger und Fischer. Janrakynnot wird als das Chicago der Region bezeichnet. Alkoholismus und rauer Umgang untereinander gehören zum Alltag. Die Verwaltung der Region lockt diese Menschen mit guten Worten und viel Geld zum Vertragsdienst im Krieg gegen die Ukraine.

Aus diesem kleinen Dorf sind bereits sieben neun Einwohner im Krieg gegen die Ukraine gefallen.

Alexej Viktorowitsch Bondin Russland schickt weiter seine Jugend gnadenlos auf die Schlachtbank in der Ukraine. Unser heutiges Beispiel ist Alexej Viktorowitsch Bondin, geboren am 7. August 2007, aus der Stadt Mineralnyje Wody (Mineralwasser) in der Oblast Stawropol im Süden Russlands.

Alexej absolvierte eine Berufsausbildung an der örtlichen Zweigstelle des „Stawropoler Kooperativen Kollegs“, die er im dritten Studienjahr abbrach und sich freiwillig zum Kriegsdienst verpflichtete.

Das harte Vorgehen der Behörden gegen die beiden Menschenrechtsaktivistinnen Daria Jegerewa und Natalia Leonhardt lässt sich mit der politischen Situation in Russland erklären. Je länger der Krieg gegen die Ukraine dauert, um so mehr breitet sich die Unruhe unter den politischen Entscheidungsträgern aus. Alle haben gegenüber der Öffentlichkeit versichert, dass dieser Krieg gewonnen werde. Und dieser Sieg steht immer noch aus.

Der ehemalige Präsident und heutige stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dimitri Medwedew, hat im Jahr 2023 die Notwendigkeit eines russischen Sieges so formuliert: „Wenn Russland die militärische Spezialoperation beendet ohne einen Sieg, dann wird es Russland nicht mehr geben, es wird in Teile zerrissen“. Und das ist nicht ganz unwahrscheinlich. Diese Angst vor dem Zerfall des riesigen Russlands begründet auch die Verfolgung jener beiden Mitglieder des Ureinwohner-Forums.

Daria Egereva Kostrova Olga 1Aktivisten für indigene Rechte werden des Terrorismus beschuldigt.

In Russland bereiten die Sicherheitskräfte einen Prozess gegen das Ureinwohner-Forum vor, einem Zusammenschluss von Experten und Verfechtern der Rechte indigener Völker.

Am 17. Dezember 2025 wurden in Jakutien, St. Petersburg, Altai und im Kusbass Wohnungen von Aktivisten durchsucht. Die beiden Menschenrechtsaktivistinnen Daria Jegerewa (Foto links) und Natalia Leonhardt wurden in Untersuchungshaft genommen. Ihnen wird die Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen (Artikel 205.5 Absatz 2 des Strafgesetzbuches). Den beiden Frauen drohen Haftstrafen zwischen zehn und zwanzig Jahren.

Teilnehmer der „Speziellen Militäroperation“, die auf dem Schlachtfeld ums Leben kamen und unter anderen tragischen Umständen

Die Liste der Kriegstoten wird hier ab Position 60 fortgesetzt. Übrigens: Die Nachnamen dieser Listen wurden bisher nach den kyrillischen Alphabet sortiert. Sollten wir weitere Todesfälle nachtragen, werden wir sie an das Ende dieser Liste setzen.

Die Toten des Bezirks Krasnotschikoisky in Transbaikalien -- Teil I -- Teil II -- Teil III

Teilnehmer der „Speziellen Militäroperation“, die auf dem Schlachtfeld ums Leben kamen und unter anderen tragischen Umständen

Die Lebensläufe der im Krieg gegen die Ukraine getöteten Soldaten sind natürlich geschönt. Negative Dinge werden verschwiegen. Die Autoren gaukeln eine heile Welt vor, in der nur positive Menschen vorkommen, die ehelichen Beziehungen liebevoll und stabil sind und die jungen Heranwachsenden - trotz teilweise widrigen Lebensumständen - sich im Leben durchsetzen können. Ehrlicherweise dürfte das auch in den Nachrufen aus unserem Lebensraum nicht anders sein.

Allerdings dürften der überwiegende Teil der Söldner der Gruppe Wagner ehemalige Insassen der örtlichen Haftanstalten gewesen sein. Und auch manche „Freiwillige“ zogen den Kriegsdienst einem Gefängnisaufenthalt vor. 

Überhaupt die Freiwilligen stellen den größten Anteil unter den Kriegstoten mit 79 Fällen (62%). Davon sind allerdings 36 (28%) sogenannte Kurzzeitsoldaten, die weniger als drei Monate an der Front überlebt haben. Unter den Kriegstoten sind weiter 18 mobilisierte Männer, 13 Söldner der Gruppe Wagner und neun Berufssoldaten.

Die Toten des Bezirks Krasnotschikoisky in Transbaikalien -- Teil I -- Teil II -- Teil III

Krasny Tschikoi

 Das Dorf Krasny Tschikoi in Transbaikalien -- Foto: Maxinvestigator -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Dorf Krasny Tschikoi ist das Verwaltungszentrum des Krasnotschikoisky Bezirks, der im Südwesten der Region Transbaikalien liegt. Der Bezirk hat rund 16.000 Bewohner, hat wenig Industrie und ist stark landwirtschaftlich geprägt. Der Bezirk liegt Luftlinie etwa 5.000 km östlich von Moskau, es ist also von dort ein weiter Weg zum Krieg in der Ukraine. Trotzdem sind bereits 128 Bewohner dieses kleinen, Menschen verlassenen Bezirks dort gefallen.

Das Dorf ist auch ein Mittelpunkt der Semeiskije, einer Glaubensgemeinschaft von priesterlosen Altgläubigen, die im 18. Jahrhundert nach Sibirien verbannt wurden, in den folgenden Texten werden die Männer dieses Glaubens als Semljak bezeichnet.

Die örtlich aufgestellte Liste aller Kriegstoten mit einer ausführlichen Einleitung zum Beginn dokumentiert außergewöhnlich gut, wie den Menschen dort ein völlig verzerrtes Bild jenes Krieges vermittelt wird. Wobei verzerrt eher untertrieben ist, die Menschen werden einfach über die Gründe und Ursachen des russischen Angriffskrieges belogen.

Die Toten des Bezirks Krasnotschikoisky in Transbaikalien -- Teil I -- Teil II -- Teil III

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