Bredy 1

Gedenktafel an der Schule Nr. 1 in Bredy 
Links die Gefallenen aus dem 2. Weltkrieg, Mitte die Opfer im Afghanistankrieg und rechts im Krieg gegen die Ukraine

Wir befinden uns im Dorf Bredy im Süden der westsibirischen Oblast Tscheljabinsk. Das Dorf ist nur 30 km von der kasachischen Grenze entfernt, hat knapp 9.000 Bewohner und fünf Schulen. Wir wollen die „Bredinskaja-Mittelschule Nr. 1“ besuchen, die eine Gedenktafel an einer Außenwand befestigt hat. Auf der Tafel sind die Absolventen der Schule aufgeführt, die in den russischen/sowjetischen Kriegen gefallen sind.  Das sind hier der 2. Weltkrieg, der Afghanistan-Krieg und der Krieg gegen die Ukraine. Inzwischen sind mehr ehemalige Schüler im Krieg gegen die Ukraine gefallen, als im zweiten Weltkrieg.

Sergei Ruslanowitsch Lodygin

Eigentlich handelt es sich um zwei Geschichten, über die wir hier schreiben wollen. Die Erste handelt von Sohn & Vater und ist recht kurz. Die Zweite handelt von dem Dorf Jugydjag in der russischen Teilrepublik Komi, das Teil des sowjetischen Gulag-Systems war und in das Russlanddeutsche verbannt wurden.

Sergei Ruslanowitsch Lodygin unterschrieb im Oktober 2023 einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär und wurde am 23.03.2025 getötet. Also meldete sich sein Vater, Ruslan Anatoljewitsch Lodygin, freiwillig und unterschrieb noch im März 2025 den Vertrag. Ruslan wurde 31.12.2025 in der Region Belgorod getötet. Gemeinsam wurden beide am 10. Januar 2026 im Dorf Jugydjag bestattet.

Und jetzt zur zweiten Geschichte:

Kompletter Text zur Veröffentlichung der staatlichen ukrainischen Initiative „Ich will leben“

Vollständige Liste der getöteten Soldaten

Wir erhalten umfangreiche Informationen über getötete, vermisste und gefangene Soldaten der russischen Armee. Kürzlich wurde uns eine Datenbank mit getöteten Soldaten der Streitkräfte der Russischen Föderation zum Stand Anfang 2025 übergeben. Alle Listen finden Sie unter dem Hashtag #lists_of_the_dead

In der veröffentlichten Liste des russischen Verteidigungsministeriums befinden sich die Namen von 1.797 getöteten Soldaten der 1. OMSBr im Zeitraum von Ende 2022 bis Anfang 2025, ohne Berücksichtigung der Vermissten, Kriegsgefangenen und Verwundeten.

Die Brigade wurde 2014 aus einer Gruppe von Kämpfern unter dem Kommando von FSB-Oberst Igor Girkin (Strelkov) gebildet, die im April 2014 die Stadt Slawjansk eroberten. Acht Jahre lang führte die Brigade Kampfhandlungen in der Region Donezk durch und wurde aus illegal rekrutierten Einwohnern der Region aufgestockt.

Bei Beginn des umfassenden Einmarsches erlitt die Brigade erhebliche Verluste bei den Angriffen auf die Ortschaften Opytnoe, Vodyane, Peski und Avdiivka. Ende 2022 wurde sie in die Streitkräfte der Russischen Föderation unter der Militäreinheit 41680 aufgenommen. Von diesem Zeitpunkt an wurden aus Russland mobilisierte Soldaten in die Einheit geschickt.

Die in der 14. Regimenterbrigade stationierten Soldaten veröffentlichten Videoappelle, in denen sie behaupteten, ihre Kommandeure würden sie absichtlich in den Tod schicken. Beim ersten Appell begrüßte der Kommandeur die eingetroffenen Mobilisierten mit den Worten: "Russisches Fleisch ist angekommen".

Die Angehörigen dieser Soldaten nannten die Brigade "Bermuda-Dreieck" — dort getötete Soldaten verschwinden spurlos innerhalb kürzester Zeit.

Die 1. OMSBr gehört zu den Einheiten der russischen Armee mit den höchsten Verlusten und auch mit einer der höchsten Zahlen von Vermissten.

So gingen allein beim Projekt "Ich möchte suchen" mehr als 1.100 Anfragen zur Suche nach Soldaten dieser Brigade ein, die tatsächliche Zahl der Vermissten ist jedoch um ein Vielfaches höher. Außerdem sind mindestens 1.010 Soldaten der 1. OMSBr als Kriegsgefangene geführt.

Die 1. OMSBr gehört zur 51. Armee der Streitkräfte der Russischen Föderation. Auch andere Einheiten dieser Armee erleiden in diesem Krieg große Verluste:

📌 114. OMSBr (Militäreinheit 08818, Militäreinheit 42038 der Streitkräfte der Russischen Föderation)
📌 132. OMSBr (Militäreinheit 52892 der Streitkräfte der Russischen Föderation)
📌 9. OMSBr (Militäreinheit 71443, früher Militäreinheit 08819)

Link zur pdf-Liste

City Hall Belovo 5254

Stadthalle von Belowo -- Foto: Vestnik-64  -- Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Stadt Belowo im Kohlerevier des Kusbass (Oblast Kemerowo) muss man nicht kennen. Sie lebt zum großen Teil von der Kohleförderung - mit all den dazu gehörigen ökonomischen und ökologischen Problemen. Und so wundert es auch nicht, dass die Bevölkerung langsam abwandert. Denn der Kohleabbau rentiert sich häufig nicht mehr, die Männer werden arbeitslos und ziehen mit ihren Familien weg. Im Jahr 1962 lebten noch 118.000 Menschen in Belowo, heute sind noch rund 67.000 geblieben.

Wer arbeitslos oder prekär beschäftigt ist, der ist anfällig für das allgegenwärtige Werben zum Vertragsdienst beim russischen Militär. Und so ziehen manche Männer statt in den Schacht jetzt in den Krieg gegen die Ukraine. Wie viele das sind, wissen wir nicht. Aber im Augenblick protokolliert eine VKontakte-Seite jeden Tag mindestens einen Kriegstoten, der im Zinksarg zurück zur Stadt Belowo oder dem dazugehörigen Bezirk gebracht und dort beerdigt wurde. Stand 17.02.26 sind es 43  46 getötete Soldaten, die im Jahr 2026 auf dieser VKontakte-Seite veröffentlicht wurden.

Dalyr

Dorf Dalyr im Werchnewiljujski Ulus (Bezirk) in Jakutien 

Wir befinden uns ganz grob im Zentrum der russischen Teilrepublik Jakutien. Der Werchnewiljujski Ulus (Bezirk) ist nicht ganz so groß wie Niedersachsen, wird aber nur von rund 21.000 Menschen bewohnt, fast ausschließlich Jakuten und Ewenken. Das Klima ist ausgeprägt kontinental, mit Wintertemperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius und Sommertemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius.

Das Dorf Dalyr liegt in diesem Bezirk und dort wohnen rund 700 Menschen. Und auch in diesem abgelegenen Teil Jakutiens ist der russische Angriffskrieg angekommen.

Drei Brüder aus dem Dorf, Kinder der ehemaligen Lehrerin Valentina Osipow(Video), wurden aktuell im Krieg gegen die Ukraine getötet. Insgesamt haben wir sieben getötete und einen vermissten Soldaten aus Dalyr erfasst.

Andrej Jewgenjewitsch Graf

Andrej Jewgenjewitsch Graf (Граф Андрей Евгеньевич), geboren am 03. Dezember 1991, lebte im Dorf Golyschmanowo in der sibirischen Oblast Tjumen. Sein VKontakte-Status ist verwaist und gibt keine Informationen her. 
Seine Schwester hat unter ihren Freunden allerdings einige Personen mit deutschem Namen. Man kann deshalb eine russlanddeutsche Abstammung annehmen.
Wann und warum Andrej in den Krieg zog, konnten wir nicht herausfinden. Am 11. Mai 2025 wurde sein Tod öffentlich gemacht.

Igor Keller

Igor Wladimirowitsch Keller (Келлер Игорь Владимирович), geboren am 24.11.1984, lebte mit seiner (Ex-?)Familie in der Stadt Kamen am Ob in der Region Altai. Er war etwas bei Odnoklassniki (Klassenkameraden) aktiv, unter seinen Freunden finden sich auch deutsche Namen.
Im August 2023 findet man dort auch einen Aufruf zur Ablösung von Wladimir Putin.
An 31.12.2024 schreibt seine Schwester: „Ich suche meinen Bruder Igor Wladimirowitsch Keller, geboren am 24. November 1984. Er ging am 4. Dezember 2024 auf einen Kampfeinsatz. Seit dem 10. Dezember 2024 gilt er als vermisst.“

Maxim Lindermann

Maxim Lindermann 
(Линдерман Максим Дмитриевич), geboren am 24.09.1994, lebte in der westsibirischen Großstadt Kurgan. Er hatte ein gepflegtes Aussehen, ein abgebrochenes Hochschulstudium und arbeitete wohl als Barkeeper.
Wir haben keine Hinweise zu einer russlanddeutschen Herkunft gefunden. Und wir haben auch auf seinen Seiten bei VKontakte und Instagram keinerlei Anhaltspunkte gefunden, warum er in den Krieg gegen die Ukraine gezogen ist.
In einem inzwischen gelöschten Beitrag auf Telegram wurde nach ihm unter den gefallenen Soldaten gesucht, das russische Erbschaftsregister meldete seinen Tod am 20. Februar 2025.

Familie Lutschnikow

Familie Lutschnikow mit ihren beiden Adoptivkindern

Iwan Maslennikow und Pawel Popow waren zwei afro-russische Kinder von verschiedenen Müttern, die in Waisenhäusern in Moskau aufwuchsen. In beiden Fällen handelte es sich um Kinder von afrikanischen Männern und russischen Frauen. Die Männer blieben nicht in Russland, die Frauen wollten sich nicht mit einem „farbigen“ Kind belasten und gaben die Kinder in staatliche Fürsorge.

Beide Kinder wurden in jungen Jahren von der musikalischen Familie Lutschnikow aus der Stadt Uwarowo in der Oblast Tambow adoptiert, die keine Probleme mit der Hautfarbe der Kinder hatte.

Syktyvkar Komi Republic Russia

Syktywkar -- Foto: msdte -- Lizenz: CC BY 3.0

Etwa 4.000 Bewohner hat die Siedlung Werchnjaja Maksakowka. Sie gehört zu Syktywkar, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Komi und hatte nach dem zweiten Weltkrieg sogar eine deutsche Geschichte. Von 1931 bis 1956 befand sich auf dem Gebiet des Dorfes eine Sondersiedlung, in der enteignete Bauern und später deportierte russische Deutsche lebten. Ein Gedenkstein im Ort erinnert an diese Russlanddeutschen.

In dieser Siedlung wuchsen zwei Jugendliche auf, die miteinander befreundet waren und sich gemeinsam entschlossen, zusammen in den Krieg zu ziehen - Wladislaw Jurjewitsch Katyschew und Wladislaw Alexandrowitsch Bojarkin

Ein karelisches Dorf stirbt aufgrund des Abbaus von Grabsteinen

Steinabbau in Kaskesrutsche

Steinabbau in Kaskesrutschei

Das alte Wepsendorf Kaskesrutschei ist vom Verschwinden bedroht: Es ist von Steinbrüchen umgeben, in denen Steine ​​für Grabsteine ​​abgebaut werden. Ständige Explosionen erschüttern die Mauern der Holzhäuser, das Ufer des Onegasees, an dem das Dorf liegt, erodiert, der See verliert seine Fischbestand und die Brunnen versiegen.

Die Bewohner von Kaskesrutschei sind der Ansicht, dass ihr Recht als kleines Volk, in ihrer Heimat traditionell zu leben, massiv verletzt wird. Sie wenden sich schriftlich an das Ministerium für natürliche Ressourcen und beschweren sich bei Präsident Putin. Doch alles ist vergebens.

Sergey PushninZurück in die Jahre 1998 bis 2010 ins ferne Sibirien: In der Großstadt Krasnojarsk mit rund 1,4 Millionen Einwohnern trauten sich Frauen am Abend nicht mehr allein auf die Straße. Ein Serienvergewaltiger und Mörder ging um und konnte lange nicht gefasst werden. Und weil der Mann sich zudem an den Toten verging, wurde er öffentlich als „Krasnojarsker Nekrophile“ gesucht.

Im Jahr 1999 wurde er wegen Vergewaltigungen zu neun Jahren verurteilt, die Morde konnte man ihm noch nicht nachweisen. Erst 2009 wurde er auch als Mörder identifiziert und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

Aber Sergej bekam eine dritte Chance, sich an der Front in der Ukraine zu bewähren. Dort verschwand er im November 2024 und tauchte schließlich im russischen Nachlassregister wieder auf.

Belaja Kalitwa Kirche

Belaja Kalitwa - Kirche „Einzug der Jungfrau Maria in den Tempel“ -- Foto: Сергей С. Петров -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Belaja Kalitwa ist eine Stadt in der Oblast Rostow, die im waldlosen Steppengebiet des Donezbecken liegt. Lange Zeit war der Ort vorwiegend von Donkosaken bewohnt. Heute gibt es ein großes Aluminiumwerk in der Stadt, das das Stadtbild prägt. 

In Belaja Kalitwa ist ein Video entstanden, das 55 Stadtbewohner zeigt, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Die Soldaten verwandeln sich im Film in Kraniche und fliegen davon. Dabei wurden KI-Werkzeuge reichlich in Anspruch genommen. 

Die Leibgarde des venezolanischen Präsidenten bestand zu einem erheblichen Teil aus kubanischen Soldaten. Insgesamt 32 Kubaner wurden bei der Entführung von Maduro am 3. Januar 26 auch getötet. Der Film zeigt die Überführung der sterblichen Überreste der Soldaten nach Kuba. Dort wurde inzwischen eine zweiwöchige Staatstrauer angeordnet.

Soviel Ehre wird den kubanischen Söldnern im Dienst der russischen Armee nicht zuteil. Ihre Überreste werden nicht in die Heimat ausgeflogen, selbst in Gefangenschaft geratene Kubaner erhalten keine Hilfe von der kubanischen Regierung. Die staatliche ukrainische Intiative „Ich will leben“ hat eine Liste mit 54 kubanischen Söldnern veröffentlicht, die alle auf Seiten Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft hatten und getötet wurden.

Tausende Transportunternehmen in Russland stehen vor der Liquidation

Russische Fernfahrer

Russische Fernfahrer

Etwa 7.000 Transportunternehmen befanden sich im Jahr 2025 in der Liquidation oder Insolvenz. Aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise und Leasingzahlungen, gestiegener Wartungskosten für Fahrzeuge, hoher Leitzinsen sowie gestiegener Abwrackprämien geben Spediteure mehr aus, als sie verdienen, sodass Transporte unrentabel werden. Darüber hinaus sagen Experten, dass sich auch der allgemeine Rückgang der Industrie auf den Transport auswirkt.

Vorbemerkung: Die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 20.12.25 haben wir bisher die Daten kontrolliert und vervollständigt, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.

Das Volk will den Sieg

In einem Monat und einer Woche geht Russlands Angriffskrieg ins fünfte Jahr und weiter ist kein Ende in Sicht. Doch Präsident Putin hat seiner Bevölkerung große Versprechungen gemacht. Er will Kleinrussland zurück ins russische Staatsgebiet holen.

Medweschje See

Medweschje See im Tofalarija Naturreservat  -- Foto: Olegjihc -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wir befinden uns im Bezirk Nischneudinsk im Westen der Oblast Irkutsk. Das Gebirge auf dem Foto ist der Ostsajan, den man meist nur per Hubschrauber erreichen kann. In diesem völlig abgelegen Teil Russlands lebt das Volk Tofalaren, von dem gerade mal noch 800 Menschen existieren. 

Die Tofalaren sind eine turksprachige Ethnie, die früher nomadisch gelebt hat und die durch andere Ethnien in das abgelegene Gebiet im Ostsayan abgedrängt wurde. Die Tofalaren lebten von der Rentierzucht und von der Jagd. Die Zivilisation bescherte ihnen sinkende Lebenserwartung, hohe Kindersterblichkeit, hohe Arbeitslosigkeit und ein schnelles Sinken des natürlichen Bevölkerungswachstums.

Mit Andrej Choljamojew stellt das Volk der Tofalaren jetzt auch den jüngsten Kriegstoten aller Völker rund um den Baikalsee.

Wie die Sicherheitskräfte die Verteidiger eines architektonischen Denkmals verfolgen

Peter Wachleute

Wachleute, die für den Abriss des Gebäudes des Allunionsforschungsinstituts für Zellstoff- und Papierindustrie (VNIIBa) angeheuert wurden

Am 8. Januar 2026 wurde in St. Petersburg das Gebäude des Allunionsforschungsinstituts für Zellstoff- und Papierindustrie abgerissen, das sieben Jahre lang von Stadtbeschützern und Bewohnern des Stadtteils Wyborgsky verteidigt worden war. Der Abriss wurde von heftigen Auseinandersetzungen zwischen seinen Verteidigern und zahlreichen angeheuerten Sicherheitskräften begleitet. Es kam zur Festnahme von Aktivisten, zur Einleitung von anderthalb Dutzend Verwaltungsverfahren und einem Strafverfahren. Die Namen der Verteidiger des Gebäudes, mit denen Redaktion gesprochen hat, wurden aus Sicherheitsgründen geändert.

Bakhmut during the battle 2023 03

Die Ruinen der ukrainischen Stadt Bachmut

Wir haben heute ein historisches Datum erreicht: Am 24. Februar 2022 startete der russische Präsident Wladimir Putin den Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine und wollte die Hauptstadt Kiew in drei Tagen erobern. Seither sind beinahe vier Jahre vergangen - genau 1.417 Tage.

Am 22. Juni 1941 startete Adolf Hitler den Überfall auf die damalige Sowjetunion und Deutschland musste nach anfänglichen Erfolgen am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulieren. Dieser gescheiterte Feldzug für „Lebensraum im Osten“ dauerte damit ebenfalls 1.417 Tage.

Bezirk Bogorodsky

 Bezirk Bogorod in der Oblast Kirow -- Foto: Ele-chudinovsk -- Lizenz: CC BY-SA 4.0 

Der Bezirk Bogorod liegt im Südosten der Oblast Kirow und hat rund 3.500 Bewohner. Wie die gesamte Oblast Kirow ist auch dieser Bezirk schwindsüchtig - die Menschen wandern ab. Um das Jahr 1970 lebten noch 12.000 Menschen im Bezirk Bogorod.

Für den Bezirk gibt es eine privat betriebene Webseite „ www.bogorodskoe43.ru“, die am 9. Dezember 2025 eine Liste der Bewohner der gesamten Oblast Kirow veröffentlicht hat, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Das ist bemerkenswert, denn solche Zusammenstellungen sind in Russland eigentlich verboten, die Zensur wird gerichtlich schnell durchgesetzt und kann zur Schließung der gesamten Webseite führen.

Janrakynnot

Janrakynnot  --  Foto: NinaMalich -- Lizenz CC BY-SA 4.0

Janrakynnot ist ein kleines Dorf im Bezirk Prowidenski im Autonomen Kreis Tschukotka. Im gesamten Bezirk leben 3.700 Menschen, im Dorf Janrakynnot lebten 2015 noch 314 Personen. Die Siedlung wurde auf einem festen Felsen erbaut inmitten sumpfiger Tundra. Man blickt vom Dorf aus auf die Beringsee. Der Ort ist in der eisfreien Zeit nur auf dem Wasserweg oder per Hubschrauber erreichbar, ansonsten auch über eine Winterpiste von Prowidenija, die teils über die zugefrorene Meerenge verläuft.

Es gibt kaum Arbeit im hohen Nordosten Russland und das Leben ist hart für die Rentierhirten, Jäger und Fischer. Janrakynnot wird als das Chicago der Region bezeichnet. Alkoholismus und rauer Umgang untereinander gehören zum Alltag. Die Verwaltung der Region lockt diese Menschen mit guten Worten und viel Geld zum Vertragsdienst im Krieg gegen die Ukraine.

Aus diesem kleinen Dorf sind bereits sieben Einwohner im Krieg gegen die Ukraine gefallen.

Getötete russische Soldaten - Stand 31.12.2025

Erfasste russische Kriegstote
Jahr  2022 10.600
Jahr 2023 29.353
Jahr 2024 51.616
Jahr 2025 81.974
Summe 173.543

Vorausgeschickt - die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 10.12.25 haben wir die Daten kontrolliert, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.

Halten wir fest:

  • Das Jahr 2025 war das blutigste Jahr seit Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine.
  • Russland verliert/verheizt jeden Monat zwischen 30.000 und 35.000 Soldaten an der Front.
  • Diese verwundeten oder getöteten Soldaten werden jeden Monat durch 35.000 neu rekrutierte Zeitsoldaten ersetzt.
  • Ein Frieden ist weiter nicht in Sicht.

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