Am 9. Mai haben wir über die Stadt Kropotkin im Süden Russlands berichtet. Dort wurde ein neues Denkmal für die im Krieg gegen die Ukraine getöteten russischen Soldaten der Stadt und Region errichtet. Die Stadt ist nach dem russischen Fürsten und Anarchisten Pjotr Kropotkin (1842 - 1921) benannt, der sich für eine gewalt- und herrschaftsfreie Gesellschaft einsetzte. Zu unserem damaligen Text gibt es jetzt einen Film, den wir nicht vorenthalten wollen.

Der Salarinski-Bezirk in der Region Irkutsk hat knapp 27.000 Bewohner, die Transsibirische Eisenbahn fährt durch das Gebiet. Kohle wird im Tagebau und wird Steinsalz untertage gefördert.

Anfang Mai veranstaltete die Bezirksverwaltung einen Gedenktag für die Opfer der Region im Krieg gegen die Ukraine. Wir geben den Text zum Film im übersetzten Original wieder:

Askarowo

Keine Region hat aktuell so viele Kriegstote zu beklagen wie Baschkortostan. Und noch immer registrieren wir täglich zahlreiche neue Opfer aus den Dörfern und Kleinstädten des Landes. Und auch keine Region liefert so eindrucksvolle Bilder von den Trauerfeiern wie Baschkortostan.

Ende Mai wurde der Freiwillige Jamil Chadjullowitsch Jagudin (geb. 1984) im kleinen Dorf Baimowo bestattet. Das Dorf hat um die 1.000 Einwohner und ist das Verwaltungszentrum des Gemeindebezirks. Die Bevölkerung schrumpft und lebt bescheiden. Auffällig ist - auf der Treuerfeier finden sich meist nur ältere Menschen, vielleicht weil sie an einem Montag stattfand und weil ob der vielen Begräbnisse, das Interesse nachlässt.

Balaschicha Ahorn

Die Stadt Balaschicha liegt nur vier Kilometer von der Stadtgrenze Moskaus entfernt und ist mit über 400.000 Einwohnern auch eine Großstadt. Auf einer "Allee der Erinnerung" wurden Ende Mai Ahornbäume gepflanzt, jeder stellvertretend für einen getöteten Soldaten im Krieg gegen die Ukraine.

Luhansk 2014

Einer der vielen Beweggründe für den Krieg Russlands gegen die Ukraine war die wirtschaftliche und politische Situation in den beiden von Russland initiierten und geführten Republiken Donezk und Luhansk. Dort war eine mafiöse politische und wirtschaftliche Struktur entstanden mit Bandenkriminalität, unbegrenzter Selbstbereicherung der politischen Akteure und selbstherrlichen Kosakenverbänden, die eigene Pläne verfolgten.

Viele der damaligen Akteure erlitten einen schnellen Tod, hier fungierte die zu dieser Zeit frisch gegründete Gruppe Wagner als "Problemlöser". Aber auch Geheimdienste - russische und wahrscheinlich auch ukrainische räumten unter den Sepraratisten auf, was meist mit deren Tod endete.

Wir wiederholen hier einen Beitrag von OskarMaria vom 8. Februar 2017, allerdings aktualisiert mit einigen neuen Erkenntnissen und Personen.

Das Foto oben zeigt die Separatisten, die 2014 den Verwaltungssitz von Luhansk erobert hatten. Die meisten davon sind inzwischen getötet oder ins Exil verbracht worden.

Wladimir UjbaDie russische Teilrepublik Komi liegt im Nordosten Europas, ist dünn besiedelt mit einer Taiga- und Tundra-Vegetation. Chef der Republik ist Wladimir Ujba, der seit 2020 die Geschicke der Region bestimmt. Ujba ist Arzt und Wissenschaftler, mit reichlich Erfahrung im Management und in der Politik. Im Jahr 2020 wurde er nach Komi geschickt, als die Corona-Infektionen dort aus dem Ruder gelaufen waren.

Ujba wurde zunächst kommisarisch ernannt, stellte sich dann noch im gleichen Jahr zur Wahl. Bei einer Wahlbeteiligung von 30% der wahlberechtigten Bevölkerung erhielt er 73% der Stimmen.

Ujba ist kein feingeistiger Wissenschaftler, sondern ein Mann fürs Grobe. Als er 2021 von einem Abgeordneten der kommunistischen Partei attackiert worden war, wollte er die Sache wie ein Mann handhaben und drohte mit Prügel. Auch im Krieg Russlands gegen die Ukraine übernimmt er die Sprachregelungen der Staatsführung, die wir hier an zwei Beispielen dokumentieren wollen:


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