Alexej Bazujew
Alexej Bazujew stammt ursprünglich aus Gain, Bezirk Komi-Permyak in der Region Perm. Der junge Mann lebte in Perm, arbeitete als Hausmeister in einer der Kirchen der Regionalhauptstadt und arbeitete als Taxifahrer. Alexey Bazuev hat vor kurzem geheiratet, seine Frau erwartet ein Kind. Aber er hatte keine Zeit, sein Erstgeborenes zu sehen, er meldete sich vor weniger als einem Monat freiwillig für den nördlichen Militärbezirk. Und er ist gestorben. Der verstorbene Soldat hinterließ eine schwangere Frau und eine kranke Mutter.
ProPerm.ru vom 12.05.24

Alexej Wladimirowitsch SimakowViele Nachrichten über gefallene Soldaten werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Nadja Chomjuk aus Moskau schreibt zum Beispiel auf VKontakte: "Mein Bruder, Alexej Wladimirowitsch Simakow, geboren am 27.01.1975, ging am 05.03.2023 in den nördlichen Militärbezirk, war in Bachmut, verwundet am 06.02.2023, lag 10 Monate im Koma. Gestorben am 04.03.2024."  Das ist traurig genug.
Dazu veröffentlicht sie das Foto eines jungen Mannes, das definitiv nicht zum Alter des Soldaten passt. So etwas kommt hin und wieder vor, die Menschen wollen ein positives Bild ihrer getöteten Angehörigen zeichnen. Die wahrscheinlichste Möglichkeit dürfte sein, dass es sich um einen in einer Strafanstalt rekrutierten Söldner der Gruppe Wagner handelt. Von langjährigen Insassen der Lager gibt es selten aktuelle Fotos. Dazu passt auch das Datum seiner schweren Verletzung und der Ort - die Gruppe Wagner stürmte unter schweren Verlusten Bakhmut zu dieser Zeit.

Sergej Grigorjan

Die Geschichten im postsowjetischen Raum sind manchmal kompliziert. Da hätten wir den turkmenischen Staatsbürger Sergej Grigorjan. Der junge Mann wurde 1997 in Turkmenistan geboren, kommt aber aus einer armenischen Familie. Seine Mutter arbeitet als Krankenschwester in einer Kinderklinik in Türkmenbaşy, einer Hafenstadt am Kaspischen Meer in Turkmenistan.
Im Herbst 2022 verpflichtete sich Sergej beim russischen Militär für ein halbes Jahr und zog in den Krieg gegen die Ukraine. Er wurde verwundet und lag in Donezk im Krankenhaus. Seinen Militärvertrag verlängerte er nicht. Mit den 15.000 Dollar Sold kam er zurück nach Turkmenistan und kaufte seiner Mutter eine Einzimmerwohnung in Türkmenbaşy.
Auf Instagram veröffentlichte Sergej seine Abenteuer und machte so die örtliche Justiz auf sich aufmerksam. Denn auch in Turkmenistan ist Söldnertum verboten. Allein für Söldnertum sieht das Strafgesetzbuch eine Strafe von sieben bis zehn Jahren Gefängnis vor. Wenn nachgewiesen wird, dass der Soldat während des Krieges jemanden getötet hat, erhöht sich die Haftstrafe auf 10 bis 25 Jahre mit oder ohne Vermögensbeschlagnahme.
Also verkaufte Sergejs Mutter die Wohnung wieder, um mit dem Geld die örtliche Polizei zu schmieren, damit diese beide Augen im Fall von Sergej zudrücken. So blieb der junge Mann unbehelligt.
Ein Journalist fragte ihn zuletzt, warum Sergej nicht für seine historische Heimat Berg-Karabach gekämpft habe. Er antwortete, dass die meisten seiner Freunde Aserbaidschaner seien und er sich daher nicht an diesem Konflikt beteiligen könne.
Wie gesagt, die Geschichten im postsowjetischen Raum sind kompliziert.

Zur Orientierung - Ussurijsk ist eine Großstadt in der Region Primorje im Fernen Osten Russlands. Die Stadt hat etwa 180.000 Einwohner, sie ist 60 km von der chinesischen Grenze und genau so weit vom pazifischen Ozean entfernt.

In einem lokalen Telegram-Kanal wurde jetzt ein Video veröffentlich, das kurz und knapp 75 Namen mit Foto und Geburts-, bzw. Sterbedatum von im Krieg gegen die Ukraine getöteten Soldaten aus Ussurijsk nennt. Wir haben drei fünf Namen nachgetragen.

Timofej LitwinowDas Höhlenkloster Mariä Himmelfahrt in Pskow-Petschory gehört zu den größten und berühmtesten Klöstern Russlands. Petschory ist eine Kleinstadt in der Region Pskow mit ca. 11.000 Einwohnern, die direkt an der Grenze zu Estland liegt. Bis 1945 gehörte der Ort noch zum unabhängigen Estland, deshalb wurde das Kloster auch während der revolutionären Phase der Sowjetunion niemals geschlossen. Man nimmt an, dass im 15. Jahrhundert das Kloster durch russisch-orthodoxe Mönche gegründet wurde, die in selbst gegrabenen Höhlen lebten.

Timofej Litwinow arbeitete als Novize in diesem Kloster und trat dann danach in das dortige Priesterseminar ein. Im ersten Jahr brach er seine Ausbildung ab und zog in das Kriegsgebiet - warum auch immer. Jetzt ist er tot - das Kloster klammert sich noch an einen Strohhalm, denn offiziell gilt er als vermisst. Das Kloster und die Gemeinde hoffen noch immer auf seine Rückkehr und bitten, in aller Stille für ihn zu beten.

In der Stadt Dalneretschensk scheint es einige Videokünstler zu geben, die miteinander konkurrieren. Kaum hatten wir die erste Notiz dazu geschrieben, sind wir über zwei weitere Filme gestolpert mit jeweils anderer Anmutung, aber dem selben Inhalt.
Die meisten der gezeigten Personen überschneiden sich in den drei Videofilmen, aber in jedem Film haben wir Kriegsopfer gefunden, die wir bisher nicht notiert hatten. Und diese Fingernägel!
Film II

Film III

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