Ulrich Heyden ist ein schlechter Journalist, dem jedwede kritische Distanz abhanden gekommen ist. Er lebt in Moskau und schreibt vorwiegend über Russland und dessen Krieg gegen die Ukraine - inhaltlich nichts als russische Propaganda. So mag kaum ein deutsches Medium noch seine Machwerke veröffentlichen, übrig geblieben sind einseitig russophile Blogs wie Telepolis oder Nachdenkenseiten und natürlich der russischen Propagandasender RT.

Jetzt konnte man auch im tiefsten Sibirien in der Region Altai lesen, wie enttäuscht der Deutsche von seiner Heimat wäre. Überall in Berlin wäre er von antirussischer Propaganda umzingelt, am Bahnhof prange sogar ein riesiges Portrait des ukrainischen Präsidenten Selensky. "Ich war schockiert. Anti-Russland-Propaganda , Russophobie , eigentlich Russland-Verfolgung – am Hauptbahnhof in Deutschland? Es war, als hätten sie mir ins Gesicht geschlagen: Hey Mann, du bist in ein anderes Deutschland gekommen!" sagt Heyden laut Altaipress. OM, 03.06.22

Stanislav SlutskyDer Cellist Stanislav Slutsky von der Donezker Philharmonie ist mit 38 Jahren im Ukrainekrieg an der Front gestorben. Gespielt hat er auch im Prokofjew Symphonieorchester und im Baroque Early Music Ensemble. Zuhause warten Frau und zwei Kinder vergeblich auf den Vater.
Was so ein Künstler in einem Krieg zu suchen hat? Eigentlich nichts – aber im von Russland annektierten Donezk sind die Soldaten knapp und so wird jeder Einheimische an die Front geschickt, der noch gerade laufen kann - als Kanonenfutter ganz vorne an der Front zum Schutz der regulären russischen Armee. Man hat wieder keine Wahl und muss jetzt für die russische Sache kämpfen. Nur Kinder und Frauen bleiben verschont, so dass die Bewohner bereits von der Frauenrepublik Donzek gequält witzeln. OM, 28.05.22

GeorgySelenskyGeorgy Selensky ist nicht verwandt mit dem ukrainischen Präsidenten. Er stammte aus Nordossetien, war 26 Jahre alt und gelernter Automechaniker. Georgy war beim Militär, heiratete und zog mit seiner Frau nach Maikop, wo er stationiert war. Eigentlich wollte er nicht länger Soldat sein, sondern in seine Heimat zurückkehren.
Doch dann musste er zur Ausbildung auf die Krim und von dort in den Krieg. Seine Frau, die täglich mit ihm Kontakt hatte, berichtete: „Um es ganz klar zu sagen, er wollte nicht dorthin gehen, und im Prinzip wollte niemand dorthin gehen ... Er wollte wirklich so schnell wie möglich zu mir nach Hause zurückkehren.
In Tokmak, im Süden der Ukraine, endete am 25. April sein Leben. Munition war explodiert. OM, 16.05.22

Arsen Pavlov aka MotorolaArsen Sergewitsch Pawlow (1983 - 2016) war ein kleiner Gangster aus Rostow am Don. Um einer Haftstrafe zu entgehen, schloss er sich den sogenannten "Separatisten" im Donbass an und führte deren Bataillon Sparta in den Kampf gegen die ukrainische Armee. Aufgefallen ist er damals durch Kriegsverbrechen und ein großes Mundwerk. Eine Bombe im Aufzug seines Wohnhauses beendete 2016 sein Leben. Auch hier gibt es Hinweise, dass die russischen Instrukturen  eine Säuberung unter den dubiosen Seprataistenführern durchgeführt hatten.
Der Mann stammt eigentlich aus der Republik Komi im Nordosten des europäischen Teils Russland. In seiner Geburtsstadt Uchta soll jetzt die Schule Nr. 13 nach jenem "Helden" benannt werden. Wenn es keinen Widerspruch aus der Bevölkerung und im Gemeinderat gäbe, solle die Schule bis Ende Mai nach Arsen Pawlow benannt werden. OM, 14.05.22

Jewgeni Leonidowitsch SawinJewgeni Leonidowitsch Sawin ist ein ehemaliger russischer Fußballspieler, Fernsehkommentator und youtube-Blogger. Und 2021 gründete er eine Fußballmannschaft Krasava , die eine Lizenz für die dritte Liga bekam und in der Region Moskau beheimatet ist. Damit scheint jetzt Schluss zu sein. Dem Verein wurden die Trainingsmöglichkeiten entzogen, die Mannschaft soll vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden und strafrechtliche Maßnahmen werden erwogen. Und die russische Sportwelt verunglimpft ihn als Judas.
Was war passiert? Jewgeni Sawin hat sich auf seinem youtube-Kanal zum Krieg Russlands gegen die Ukraine geäußert. Auf Instagram schrieb er dazu: Über einen Monat lang hob sich die Hand nicht, um den Kameraknopf zu drücken. Ich habe mehr als zwei Wochen neben oder in Kontakt mit Ukrainern verbracht: Fußballspieler, Sportler, Flüchtlinge. Die ganze Welt hört und unterstützt sie, und nur in Russland haben sie Angst zuzuhören.“ Über eine Million Aufrufe hat das Video im Moment. OM 02.05.22 
(Foto: Анна Мейер CC BY-SA 3.0)


Juri Schewtschuk

Die in Russland populäre Rockband DDT hat ihr für den 21.04. geplantes Konzert in Tjumen (Westsibirien) abgesagt. Der Grund: Die Gruppe sollte dort in einer Halle spielen, die mit dem riesigen Buchstaben Z markiert war. Eine andere Auftrittsmöglichkeit wurde der Gruppe verweigert, so fand das Konzert nicht statt.
DDT gehört zu den wichtigsten Vertretern der russischen Rockmusik der Perestroika-Ära und setzt sich für friedliche Konfliktlösungen ein. Der Leadsänger Juri Schewtschuk (Foto) ist ein bekennender Kritiker der Regierung Wladimir Putins. Eines seiner bekanntesten Lieder "Nicht schießen" kann man aktuell nicht gefahrlos im öffentlichen Raum trällern. OM 24.04.22

Lenta

Tatyana Popowa war am 6. April zusammen mit einem Mann zum Einkaufen im St. Petersburger „Lenta-Hypermarkt" in der Kollontai-Straße unterwegs. Lenta – das ist eine russische Super- und Hypermarktkette, mit knapp 150 Niederlassungen in Russland. Am Ausgang wurde Frau Popowa und ihr Begleiter verhaftet. Ihnen wurde vorgeworfen, im Kassenbereich zwei Überraschungseier platziert zu haben. Darauf war ein Aufkleber angebracht - mit Herzchen und dem Titel des populären Songs der russischen Rockgruppe DDT: „Не стреляй - Nicht schießen!“ Die Überwachungskameras des Marktes hatten die Aktion aufgezeichnet.
Der Begleiter wurde schließlich freigelassen, gegen Frau Popowa wurde Anklage erhaben. Heute wurde sie auf Grund einer Straftat „wegen öffentlicher Maßnahmen zur Diskreditierung des Einsatzes der russischen Streitkräfte“ zu einer Geldstrafe von 30.000 Rubel verurteilt.
Nach dem Urteil meinte Frau Popowa: „Ich habe zugegeben, dass ich es wirklich getan habe. Ich glaube jedoch nicht, dass meine Handlungen die Streitkräfte der Russischen Föderation diskreditiert haben, da die Streitkräfte in meinen den Spielzeugen beigefügten Notizen nicht erwähnt wurden. Der Grund für meine Tat war ein emotionaler Ausbruch. Ich wollte meine Gedanken ausdrücken.“OM, 12.04.22
Foto oben:  Lenta Markt Moskau -- Urheber: Brateevsky - CC BY-SA 4.0


 

Ivan AbdrachevIvan Abdrachev ist leider im Krieg Russlands gegen die Ukraine gestorben. Bei der Meldung über seinen Tod erfährt man ganz nebenbei von einem seiner Kameraden, dass beide im Donbass gedient hätten. Kollege Denis sagt der Presse: "Ich bin sein Kamerad, wir haben zusammen in derselben Kompanie im Donbass gedient, aber ich wurde evakuiert und bin jetzt im Krankenhaus." Damit bestätigt er ganz unfreiwillig, dass in den von Separatisten kontrollierten Gebieten reguläre russische Soldaten eingesetzt wurden. Eine Tatsache, die von Russland immer abgestritten wurde. Übrigens - Ivan Abdrachev war erst 19 Jahre alt, zuhause wartete seine Freundin auf ihn. Eine Schande in solch einem verbrecherischen Krieg sterben zu müssen. OM 01.04.2022

Alexander BielichAlexander Bielich, Leutnant der russischen Armee, starb in der Ukraine. Sascha, dessen Vater Serbe ist, ist zwar in Russland geboren und aufgewachsen, beherrschte die serbische Sprache jedoch perfekt und liebte sowohl Russland als auch Serbien. Leider scheinen manche Serben aus den Balkankriegen vor über 20 Jahren nichts gelernt zu haben. OM, 31.03.2022

Maria ButinaMarija Butina, russische Waffenlobbyistin, sorgt wieder für Aufsehen. 2014 war die junge Frau mit Unterstützung eines russischen Sponsors mehrfach in die USA gereist, hatte Ex-Präsident Trump vor dessen Wahl zu seiner Russlandstrategie befragt und ging schließlich eine „strategische“ Beziehung mit einem politischen Berater der Republikanischen Partei und Repräsentant US-Waffenlobby NRA ein, der kaum doppelte so alt wie Butina war. Der finanzierte wohl ihr Studium und erledigte ihre Hausaufgaben.Maria butina down vest
Das ging der US-Staatsanwaltschaft dann schließlich zu weit, Butina wurde als Spionin verhaftet und bekannte sich schließlich der „Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten“ schuldig. Im Oktober 2019 wurde Marija Butina in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt.
Nach solchen Verdiensten für das russische Vaterland will Marija Butina jetzt für das Parlament Russlands, die Duma, kandidieren. Und natürlich für die Partei „Einiges Russland“, die Präsident Putin in allen Angelegenheiten unterstützt. „Ich war 25 Jahre alt, aber mein Land hat sich für mich eingesetzt. Nach 1,5 Jahren kehrte ich nach Hause zurück. Heute fühle ich mich meinem Land und meinem Volk verpflichtet,“ meint sie in einer Videobotschaft. OM 17.05.2021

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