Vater & Sohn Mylnikow aus dem Dorf Bargusin in Burjatien meldeten sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine und kamen nicht lebend zurück. Angefangen hatte der Sohnemann Ruslan Mylnikow, geboren am 14. Juli 2003. Nach der Schule arbeitete er ohne Ausbildung im Schichtbetrieb, so meldete er sich im August 2024 zum Militär. Vater Anatoli Mylnikow, geboren am 22. April 1983, arbeitete im 250 km entfernten Ulan-Ude und hatte keine Lust mehr zum pendeln. Im Oktober 2025 schloss auch er einen Vertrag. Sohn Ruslan wurde am 12. Dezember 2025 getötet, am 13. März 2026 starb Vater Anatoli an seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.

In ein paar Sätzen kann man die Lebensgeschichte von Nikolai Petrowitsch Pychtin kaum erzählen. Nikolai, 51 Jahre, arbeitete als Schuhmacher für Bedürftige in der Stadt Tscheremchowo, etwa 75 km von Irkutsk entfernt. Hinter ihm lag eine Haftstrafe wegen Mordes und Raubes von 11 Jahren. Nach der Entlassung gab er an, er hätte zu Gott gefunden, änderte seinen Namen in „Geschenk Gottes (Dar Bog)“ und eröffnete eine Werkstatt zur Reparatur von Schuhen für Arme, Behinderte und Obdachlose. Im Winter konnten Obdachlose auch dort schlafen. Im Oktober 2023 unterzeichnete er freiwillig einen Vertrag und zog in den Krieg in die Ukraine. Nikolai sagte, als Christ müsse er dort sein, wo die Not am größten sei. Am 4. Juli 2025 wurde er getötet.

Ruben Jurjewitsch Enfiadschjan, geboren am 08.10.1972, lebte in der Großstadt Schtscholkowo in der Oblast Moskau. Nach seinem Studium realisierte er eine schnelle Karriere im Management großer russischer Firmen, die ihn schließlich ab dem Jahr 2014 zum russischen Pensionsfond brachte. Er war dort Leiter der Informationssysteme und entwickelte ein Konzept einer russisch einheitlichen Cloudplattform, die den Herausforderungen staatlicher Behörden Rechnung tragen sollte. Im Jahr 2020 wurde er verhaftet und mit anderen Managern des Pensionsfonds wegen Bestechlichkeit angeklagt. Laut Ermittlern nahmen die Angeklagten zwischen 2016 und 2019 Bestechungsgelder in Höhe von über 190 Millionen Rubel an, um Regierungsaufträge im Wert von 18 Milliarden Rubel zu sichern. Ruben wurde schließlich im August 2024 zu 12 Jahren Haft strengen Regimes  und einer hohen Geldstrafe verurteilt
Auch Ruben wollte die Haft nicht absitzen, meldete sich zum Kriegsdienst und ging bereits am 15. Dezember 2024 in der Region Luhansk verloren. Im August 2025 wurde er für tot erklärt.

Osjorny ist eine geschlossene Siedlung in der Region Twer mit etwa 10.000 Bewohnern. Dort sollen russische Interkontinentalraketen mit Atomsprengköpfen stationiert sein. Im Ort leben ausschließlich Militärangehörige und ihre Familien. Mit welchem Auftrag Anna Nikolajewna Konowalowa, die am 06. Februar 1987 geboren wurde und in Osjorny lebte, im Jahr 2015 in das von Russland besetzte Donezk versetzt wurde, wissen wir nicht. Vielleicht wurde sie als Sanitäterin eingesetzt. Als Russland im Jahr 2022 den zweiten Krieg gegen die Ukraine begann, war Anna wieder dabei. Am 23.02.2026 „starb“ sie unter nicht näher erläuterten Umständen. Am 2. April wurde sie in Osjorny begraben.

Aj-Chan Taimurowitsch Taspantschik, geboren am 24.12.1996 im Dorf Elegest in Tuwa, erlernte zwischen 2012 bis 2016 einen medizinischen Beruf in Diwnogorsk und begann seine Tätigkeit als Pflegekraft im Hauptkrankenhaus von Nowosibirsk. Er arbeitete anschließend in verschiedenen medizinischen Bereichen. Ab Mai 2023 nahm er an der Militäroperation „Für die Zukunft des Friedens und der Freiheit des Vaterlandes Tuwa“ teil. In der Hoffnung auf den Sieg kämpften er und seine Kameraden, die in den Kämpfen schwer verwundet wurden, für die Freiheit der Stadt Grigoriewka. Wir sind zutiefst betrübt über den Tod unseres Sohnes, Freundes, Klassenkameraden, Verwandten und Angehörigen. Das strahlende Bild unseres Sohnes wird für immer ein Licht in unseren Herzen bleiben. (Link)

Zusammen mit seinem Sohn Pawel ist Oleg Adolfowitsch Wasjukow in den Krieg gegen die Ukraine gezogen. Warum genau wissen wir nicht, aber beim Durchstöbern seines VKontake-Status meinen wir - des Geldes wegen. Pawel, geboren am 21.10.1974, lebte in der Stadt Waldai in der Oblast Nowgorod.

Auszüge aus dem Nachruf über Andrej Viktorowitsch Kargaschin:
Andrei Viktorowitsch wurde am 31. März 1968 im Dorf Lumpa in der Udmurtischen ASSR geboren. Als ethnischer Russe und Staatsbürger der Russischen Föderation wurde ihm von Kindheit an die Werte Fleiß, Patriotismus und Verantwortungsbewusstsein vermittelt, die sein ganzes Leben prägten...
Er war zudem langjähriger Unternehmer und genoss hohes Ansehen bei seinen Dorfbewohnern. Seine Arbeit war ein Vorbild an Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit. 2008 übertrugen ihm seine Mitbürger ein hohes Amt. Andrej Wiktorowitsch wurde in den Kreistag der Volksdeputierten der vierten Legislaturperiode gewählt, wo er sich aktiv für die Interessen seines Kreises einsetzte...
Am 21. Juli 2023 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium und wurde in die Sonderoperationszone in der Ukraine entsandt. Dort, an vorderster Front, erfüllte er selbstlos seine militärische Pflicht und bewies dabei Mut und Tapferkeit...
Am 5. Februar 2026 fiel Andrej Viktorowitsch Kargaschin im Militärdienst. Sein Leben ist eine Geschichte des Dienstes an Russland, des Mutes und der Ehre.

Liebe Freunde!
Unser lieber Bruder, der Bruder seines einzigen Bruders, der liebevolle Vater eines Sohnes und dreier Töchter, der Großvater zweier Enkelkinder und der Stolz seines geliebten Freundes, Mergen Michailowitsch Mongusch, wurde am 25.12.1980 geboren (sein Spitzname war Tuwiner) und absolvierte die Schule Nr. 1 in Ak-Dowurach. Er arbeitete viele Jahre in der Heizungsorganisation von Ak-Dowurach.
Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass er am 21. September 2025 während der Schlacht um die Befreiung des Dorfes Pokrowsk heldenhaft gefallen ist. Die Güte und der strahlende Charakter unseres Helden werden für immer in unseren Herzen bleiben.
(Link)

Als Pizza-Bäcker war Gianni Cenni nach Angaben seiner früheren Chefs eine Wucht, doch privat... Gianni hatte sich nach Russland abgesetzt, um einer Haftstrafe in Italien zu entgehen. Dort arbeitete er in einem italienischen Lokal in Samara, das einem italienischen Honorarkonsul gehörte. Doch im Jahr 2024 kündigte der Mann, zog in die Region Wolgograd und meldete sich freiwillig zur russischen Armee. Er hatte Glück und wurde von den Ukrainern gefangen genommen. Wir haben darüber berichtet.
Am 25. März 2026 landete ein Flugzeug mit Gianni auf dem Flughafen von Rom. Dort wartete bereits die Staatsanwaltschaft auf ihn. Gianni saß um die Jahrtausendwende wegen Mordes an einem Arbeitskollegen im Gefängnis. Kaum in Freiheit hatte er ein siebenjährigges Mädchen mißbraucht. Der Strafe von sieben Jahren und zwei Monaten hatte er sich entzogen, jetzt muss er sie antreten.

Denis Jewgeniewitsch Fedorow wurde im Jahr 1976 in Donezk geboren. Die letzten 20 Jahre lebte er auf der Insel Walaam im nördlichen Teil des Ladogasees in der russischen Teilrepublik  Karelien. Die ganze Region gehörte früher zu Finnland und wurde von Russland während des Winterkrieges erobert. Denis war Fotograf und hielt die Bewohner der Insel, Tiere und Landschaft in beeindruckenden Bildern fest. Denis zog es im Jahr 2024 zurück ins von Russland besetzte Donezk. Er meldete sich freiwillig zum russischen Militär. Im Dezember 2025 wurde sein Tod bekannt.

Albert Kimowitsch Nikiforow wurde am 27.10.1980 geboren und lebte im Dorf Oy in Jakutien (Sacha). Warum er in den Krieg gegen die Ukraine gezogen war, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass er im August 2023 zu einer Gruppe von drei Soldaten gehörte, die in ukrainische Gefangenschaft gerieten. Er wurde schließlich nach Russland ausgetauscht und musste erneut an die Front. Sein Tod wurde Ende Februar 2026 gemeldet.

Hermann Gerber wurde am 02.07.1979 in der Region Lipezk geboren und war russlanddeutscher Abstammung. Nach der Schule machte er keine Ausbildung, sondern leistete gleich Wehrdienst beim Eisenbahnmilitär. Danach meldete er sich freiwillig und kämpfte im Tschetschenienkrieg vom Jahr 1999 bis 2.000. So war völlig klar, als der Krieg gegen die Ukraine begann, dass Hermann wieder dabei sein wollte. Er meldete sich bereits im Jahr 2022 freiwillig und scheiterte. Aus gesundheitlichen Gründen lehnt ihn das russische Militär ab. Nur gut dass der Krieg länger  dauert und das Militär inzwischen jeden aufnimmt, der auf zwei Beinen gerade stehen kann. Am 11. Februar 2025 unterschrieb Hermann einen Vertrag zum Kriegsdienst und ging an die Front. Sein Anteil am russischen Krieg war dann doch marginal, am 26. Mai 2025 wurde Hermann getötet.

Dieser früh gealterte Mann ist Artem Afrikanowitsch Chenzichenow. Er wurde  am 5. August 1976 in einem 100-Seelendorf in Burjatien geboren. Er besuchte die Berufsschule und wurde Konditor. Gearbeitet hat er als Lager- und Bauarbeiter. Im Juli 2025 meldete er sich freiwillig als Zeitsoldat zum Krieg gegen die Ukraine, am 21. Januar 2026 wurde sein Vertrag von ukrainischen Soldaten gekündigt. So wurde er in seinem Heimatdorf Burduny im Februar bestattet.

Nein, wir sind nicht in einer Monty Python-Komödie, sondern in der aktuellen Politik. Christopher Helali ist Sekretär der „Amerikanischen Kommunistischen Partei (ACP)“, die sich im Jahr 2024 von der „Kommunistischen Partei der USA“ abgespalten hat. Und die Mitglieder der ACP definieren sich als MAGA-Kommunisten irgendwo hinter, neben und kontra zu Donald Trump. Genosse Christopher ist jetzt nach Russland gereist und will sich freiwillig zum Kriegsdienst in der Ukraine melden, wie er in einem Interview mit dem russischen Staatsmedium Tass erläutert. 
Da er seine Beweggründe in englischer Sprache vorträgt, verzichten wir auf die Nacherzählung seiner Stellungnahme.

Anatoli Aleksejewitsch Matjukovsky wurde am 31.05.1971 in Riga in Lettland geboren. Er war lettischer Staatsbürger russischer Abstammung. Als im Jahr 2014 russische Geheimdienstsoldaten den ukrainischen Donbass infiltrierten, wollte Anatoli auch dabei sein und für die russische Sache kämpfen. Er beteiligte sich an verschiedenen „Separatisten“-Einheiten und heiratete ein Frau aus Luhansk. Beim russischen Angriff auf die Ukraine musste er auch mitmischen, eine ukrainische Drohne tötete ihn am 23. Juni 2025. Erst Ende Januar 2026 wurde sein Tod bekannt.

Wjatscheslaw Sergejewitsch Bratschikow, geboren am 06.03.1998, stammte aus dem Dorf Jurla im Komi-Permjak Bezirk der Region Perm. Er hätte gearbeitet, schreibt der Nachruf. Am 12. April 2024 meldete er sich freiwillig zum Kriegseinsatz in der Ukraine und bereits am 14. Juni 24 wurde ein Video veröffentlicht, das Wjatscheslaw als Kriegsgefangenen in der Ukraine zeigt. Doch sein Glück hatte keinen Bestand, Wjatscheslaw wurde nach Russland ausgetauscht und musste erneut an die Front. Am 8. Februar 2026 wurde er in seinem Heimatdorf bestattet.

Im Juli 2025 reiste der 21-jährige Samarjit Singh aus Ludhiana im indischen Punjab nach Russland. Anwerber hatten ihm einen hoch bezahlten Job angeboten, doch nach seiner Ankunft wartete nur die russische Armee auf ihn. Samarjit hatte keinerlei militärische Erfahrung. Im September hatte er noch Kontakt zu seinen Angehörigen, danach verschwand er an der Front. „Hätte es hier Arbeitsmöglichkeiten gegeben, wäre mein Sohn niemals ins Ausland gegangen. Er ging, weil er uns helfen wollte“, sagte sein Vater. Am 13. März 2026 wurden seine sterblichen Überreste in seiner Heimat auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

Buda Purbuiewitsch Batomunkujew wurde am 6. Februar 1994 im Bezirk Aginsky in Transbaikalien geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Grundschullehrer und unterrichtete danach in der Mongolei und in Russland. Das lastete ihn wohl nicht aus, er zog nach St. Petersburg und arbeitete für „Wildberries“, dem russischen Amazon. Danach ging es wieder nach Hause und Buda moderierte Veranstaltungen als Zeremonienmeister.
Anfang 2022 beschloss er in den Aginsky Datsan einzutreten, das größte buddhistische Kloster in Transbaikalien. Doch bereits im Oktober 2022 hatte Buda genug vom Beten und wollte sich weltlichen Dingen widmen - dem Töten von Menschen. Er meldete sich freiwillig und stieg schnell in der militärischen Hierarchie auf - Anfang 2025 wurde er zum Oberleutnant ernannt.  Das brachte ihm kein Glück - am 23. Februar 2025 tötete ihn eine Mine. Erst ein Jahr später wurde er bestattet.

Immerhin er hat überlebt!  Dmitri Aleksejewitsch Walkow, geboren am 24.01.2008, wuchs im Dorf Bolschoi Kantat mit weniger als 300 Bewohnern in der Region Krasnojarsk auf. Seine Mutter starb, sein Vater erhängte sich und Großmutter wünschte, dass er im Krieg Geld verdiene. Dimitri wollte allen zeigen, dass er ein Mann ist. Nach der langen Anreise bekam Dimitri eine militärische Ausbildung - zwei Tage lang. Danach wurde er an die Front geschickt, wo die Kommandanten zunächst seine Bankkarte konfizierten. Beim ersten Gefecht ergab sich Dimitri, wurde beim Versuch die ukrainischen Linien zu erreichen, von einer russischen Drohne angegriffen und an den Augen verletzt.
Das Verhör mit ihm wurde auf youtube veröffentlicht, man kann sich die russischen Untertitel in Deutsch übersetzen lassen.

„Leute, traut den Huren an der Macht nicht, aber vergesst nicht: Russland ist Mutter Russland, und wir müssen gewinnen! Wenn ihr euch also als Söhne Russlands seht, dann seid dort, wo eure Brüder sind. Wir kümmern uns um den Dreck im Inneren, wenn Russlands äußerer Feind vollständig vernichtet ist. Die Frage ist: Zu wem wollt ihr gehören – zum Dreck oder zu den Söhnen Russlands?“, schrieb Sergej Anatoljewitsch Pjatych zuletzt in seinen VKontakte-Status. Sergej, geboren am 01.11.1970, hatte sich freiwillig zum Krieg gemeldet und lebte in Tschita, der Hauptstadt Transbaikaliens. Wann er getötet wurde, wissen wir nicht.  Im August 2025 wurde seinen Angehörigen posthum eine Tapferkeitsmedaille überreicht.

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