OskarMaria war mal wieder für ein paar Wochen untergetaucht. Zuerst hatte ein veritabler Brand in einem Nachbargebäude seine Wohnung völlig eingerußt und einige Zimmer unbewohnbar gemacht. Dann als der schwarze Film endlich weggeputzt war, kamen die heißen Sommertage. Und da sitzt es sich angenehmer in Gartenwirtschaften als vor dem Computerbildschirm. Aus dem dösigen Sommerschlaf reißt schließlich eine eMail-Anfrage: "Da sammle Gulli Spenden für einen neuen Boad-Server - was OskarMaria eigentlich davon halte?"

Plötzlich ist OskarMaria hell wach und strotzt vor Unternehmungsgeist - trotz der Hitze. Spenden für Gulli - das ist nach seiner Meinung etwa so, wie wenn ein Türsteher in der Hamburger Herbertstraße mit dem Klingelbeutel vor dem Einlass stünde. Und um eine milde Gabe für den Kaschemmenbetreiber bitten würde - oder so ähnlich. Grund genug zum kommenden Wochenende endlich den lang geplanten Beitrag zum aktuellen Geschäftsgebaren jenes "Untergrundportals" zu veröffentlichen. OskarMaria, 19.07.06.

Zwei Tage können lang sein. Niemandem im Skatsboard fiel auf, dass eines seiner Leitungsmitglieder seinen virtuellen Hut, pardon, ihr Köfferchen genommen hat. Glühwürmchen, Administratorin und eine der rührigsten Diskutantinnen des Boardes tritt ab. Gestern Nachmittag informierte Chefadministrator Bandwurm in gewohnt knapper Art die Mitglieder seines Boardes über diesen Vorgang. Fragen konnten da nicht ausbleiben. Die ob des kargen Informationsgehaltes seiner Mitteilung alsbald aufgetauchten Spekulationen scheinen dem Autor mit dieser kleinen Reminiszenz von Loddarnewyork auf einen naheliegenden Punkt gebracht. Es hat Fälle gegeben, in denen frustrierte oder müde gewordene Board-Verantwortliche ihr angestammtes Board mit Sack und Pack verliessen. Anders gesagt, mit Nick und Pic. Allermeistens blieb dabei noch etwas zurück. Die Boardnachrichten wünschen Ex-Administratorin Glühwürmchen von hier aus alles Gute und dass es nicht allzu lange dauert, bis ihr das auffällt. Eddy, 12.06.2006

Arne Klempert wurde zum Geschäftsführer der neu zu gründenen Geschäftsstelle des deutschen Wikimedia-Vereins ernannt. Der Mann sollte eigentlich qualifiziert sein, denn er wurde aus über 60 Bewerbern ausgeguckt. Dumm nur - Klempert war bisher zweiter Vorsitzender des Vereins. Da kommt man in Rechtfertigungszwang: Eine unabhängige Findungskommision habe die Bewerbungen geprüft, zudem habe Klempert für die Zeit seine Ämter ruhen lassen.
Ein gemeinnütziger Verein und eigene finanzielle Interessen der leitenden Mitglieder passen nicht zusammen. Das riecht und zwar ziemlich stechend. Klempert ist nicht einmal von seinem Amt zurückgetreten, als er seine Bewerbung eingereicht hatte. Da hätte es ein/e Andere/r sowieso schwer gehabt. Es wird Zeit, dass die Mitglieder des einzigartigen Wikimedia-Projekts ihren gewählten Vertretern besser auf die Finger schauen. OskarMaria, 15. 05.2006

Stefan Zwanzger ist auf der Flucht vor den Steuern. Der Mann will im Internet Geld verdienen und betreibt dazu die Seiten Geldverdienst und Affiliate. Da sind Steuern eher hinderlich. Zuerst zog es ihn in die Slowakei, wegen der dortigen Flat-Tax. Doch dort drohe ein Regierungswechsel, meint Zwanzger und will jetzt nach Dubai umziehen. In den Emiraten gibt es dank des sprudelnden Erdöls gar keine Steuern, noch nicht mal eine ordentliche Buchführung wird von den Unternehmern verlangt.
Auf den Zwanzger kann der deutsche Fiskus locker verzichten, Probleme haben eher deutsche Verbraucher mit solchen Firmensitzen. Zum Beispiel ist in Dubai neuerdings die Firma Verimont FZE LLC angesiedelt, die Seiten wie Simsen.de oder Firstload.de betreibt. OskarMaria, 10.05.2006

Christian Riesen aka Simon Moon aus Frauenfeld in der Schweiz wartet noch immer auf eine Anklage. Der ehemalige Betreiber der eMule-Seite Sharereactor wurde vor mehr als zwei Jahren von der Polizei vorgeladen, seine Computer beschlagnahmt & Sharereactor geschlossen. Der Schweizer Staatsanwalt Marcel Ogg will ihn wahrscheinlich wegen gewerbsmäßiger Verletzung des Urheberrechts anklagen, räumt aber ein, dass der Fall zahlreiche rechtliche Fragen aufwerfe. Offensichtlich musste sich bisher in der Schweiz noch kein Gericht darüber Gedanken machen, ob es verboten ist, Links auf eventuell rechtlich bedenkliches Material zu veröffentlichen. Und auch das Schweizer Urheberrecht scheint in diesem Fall alles andere als hilfreich zu sein. Schön, dass bei solch einer unklaren Situation, die Musiklobby Safe auf die großzügige Unterstützung der Schweizer Staatsorgane rechnen und vollendete Tatsachen schaffen konnte. OskarMaria, 09.05.2005

Rolf Schälike ist Spezialist im Fachgebiet Buskeismus. Sie wissen nicht, das das sein soll? Nun - Andreas Buske ist der Vorsitzende Richter der Pressekammer am Hamburger Landgericht und bekannt für Urteile der ganz besonderen Art. Die fasst Schälike mit dem Begriff "Buskeismus" zusammen. Ex-Kanzler Schröder, Caroline von Monaco oder Gregor Gysi - sie alle sind mit Prozessen vor das Hamburger Landgericht gezogen. Schälike mutmaßt deshalb, weil die Kammer anders urteilt als andere deutsche Gerichte. Er selbst war durch ein Urteil des Landgerichts betroffen, seither dokumentiert er akribisch die Fälle jenes Richters Buske - zuletzt das umstrittene Forenurteil gegen den Heiseverlag und ein bemerkenswertes Urteil zur Zensur des Google-Indexes. OskarMaria, 03.05.2006

Mario Dolzer scheint seine Domains in Sicherheit zu bringen. Früher firmierte er hinter der Universal Boards GmbH & Co. KG, später trat er dann mit der Netpay GmbH in Erscheinung. Und macht man heute eine Whois-Abfrage bei einigen seiner Domains, dann landet man plötzlich in (Domain)-Engelland. Die sind jetzt registriert auf eine Solutions-World LTD., Suite C4, 1st Floor,  New City Chambers  36, Wood Street,  Wakefield. Na wenn das keine Spitzenklasse-Adresse ist - für so eine englische Limited, die man für eine Hand voll Pfund inzwischen an jeder Ecke im Internet kaufen kann. Es scheint sich damit zu bestätigen, dass seine hiesigen Geschäftsmodelle sich in vielfältigen Prozessierereien verflüchtigen - also wurde das Inventar schon mal auf die Insel verschickt. OskarMaria, 25.04.2006

Ben Jacobsen spielt gerne mit Modelleisenbahnen. Zur Steuerung der Züge, Weichen und Bahnübergänge hat er das OpenSource-Programm JMRI geschrieben. Das gefiel der amerikanischen Firma KAM nicht so dolle, denn die verkauft ähnliche Software für harte Dollars. Und hat ihre Angebote mit zahlreichen Patenten abgesichert. Also schickten sie Ben Jacobsen schnell mal ne Rechnung über 203.000 USD. Für jeden der 7000 Download bei SourceForge soll er 29 Dollar Lizenzkosten löhnen. Doch Ben Jacobsen lässt sich dann doch nicht so schnell einschüchtern - in einem Schreiben an die beauftragte Anwaltskanzlei reklamierte er, dass sein Programm bereits vor Einreichung des Patentantrags entwickelt worden wäre.

Den Fortgang der Auseinandersetzung kann man auf Ben Jacobsens Webseite verfolgen. Wollen wir hoffen, dass er sich mit seiner Argumentation durchsetzt. Ansonsten ist diese Auseinandersetzung ein gutes Beispiel dafür, warum Softwarepatente in Deutschland niemals gesetzlich zugelassen werden sollten. OskarMaria, 21.04.2006

Auf der Suche nach einem Zitat habe ich bei Google nach folgenden drei Begriffen gesucht: Freie, Rede, Waffe. Und über 800.000 Seiten mit meist unbrauchbarem Zeugs gefunden. Aber unter jeder Seite fand ich folgende Mitteilung: "Aus Rechtsgründen hat Google 3 Ergebnis(se) von dieser Seite entfernt. Weitere Informationen über diese Rechtsgründe finden Sie unter ChillingEffects.org." Eine genaue Erläuterung fehlte – die URLs würden blah, blah, blah gegen Gesetze der USA oder irgendwelchen anderen Ländern verstoßen.

Google – so geht das nicht. Denn ich bin sicher, genau diese drei Seiten habe ich gesucht - spätestens jetzt. Wenn Webseiten gegen Gesetze verstoßen, dann kann man per Gericht solche Seiten schließen. Sind die im Ausland untergebracht, dann können die dortigen Gerichte eingeschaltet werden. Aber – in keinem Fall und ich betone das – IN KEINEM FALL kann Google, eine Privatperson, eine Firma oder eine Behörde entscheiden, welche Webseiten gesetzeswidrig sind. Das ist Zensur und die verstößt wirklich gegen ein Gesetz – gegen das Grundgesetz. Ich zitiere aus Artikel 5: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt OskarMaria, 21.04.2006

Sorin R. aka CoolaShacka bleibt zwar weiterhin abgetaucht, dafür kann man seine geplatzten Internetaktivitäten im Netz bewundern. Beim Archivieren alter Beiträge der Boardnews hat der Autor mal ein paar Links überprüft. Einige davon waren tatsächlich noch aktiv. Unter csw.vu (CoolaShackaWarez) und dem ehemaligen Redirektor scene.as sind keine Inhalte hinterlegt, aber scenehost.com zeigt, dass er mal als Internethoster reüssieren wollte. So gut war die Idee nicht, das zeigt schon die falsch konfigurierte Seite www.it24service.de. Und auch den Shop mit Kindersachen hat er wohl nicht weiter verfolgt. Dafür hat der Redirektor dd.vu noch einige Kunden. Gebunkert ist das alles auf dem gesponserten CSB-Forenserver - wer all die teuren (vu & as)-Domains und die unnötigen IP-Nummer bezahlt, will der Autor gar nicht so genau wissen. OskarMaria, 19. April 2006

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