Siebzehn tote Soldaten aus Tuwa, der Heimat des russischen Kriegsministers Shoigu, scheinen nicht zu genügen. Der Chef, Wladislaw Chowalyg, der autonomen Republik schickt jetzt Freiwillige in den Kampf gegen die Ukraine. "Heute verabschieden wir unsere Freiwilligen, die sich entsprechend ihrem Herzen entschieden haben, den Bewohnern von Donbass im Kriegsgebiet zu helfen. Dies sind starke und mutige Menschen, würdige Erben des militärischen Ruhms ihrer Vorfahren - Freiwillige des Großen Vaterländischen Krieges. Der goldene Fonds des Volkes von Tuva," schreibt er in einem sozialen Netzwerk. Die knapp 30 Jungs sehen martialisch aus im oliven Kampfanzug und Gesichtsmaske, ob aber Gummistiefel das geeignete Schuhwerk sind? OM, 09.04.2022

Tuwa 2

Ivan AbdrachevIvan Abdrachev ist leider im Krieg Russlands gegen die Ukraine gestorben. Bei der Meldung über seinen Tod erfährt man ganz nebenbei von einem seiner Kameraden, dass beide im Donbass gedient hätten. Kollege Denis sagt der Presse: "Ich bin sein Kamerad, wir haben zusammen in derselben Kompanie im Donbass gedient, aber ich wurde evakuiert und bin jetzt im Krankenhaus." Damit bestätigt er ganz unfreiwillig, dass in den von Separatisten kontrollierten Gebieten reguläre russische Soldaten eingesetzt wurden. Eine Tatsache, die von Russland immer abgestritten wurde. Übrigens - Ivan Abdrachev war erst 19 Jahre alt, zuhause wartete seine Freundin auf ihn. Eine Schande in solch einem verbrecherischen Krieg sterben zu müssen. OM 01.04.2022

Alexander BielichAlexander Bielich, Leutnant der russischen Armee, starb in der Ukraine. Sascha, dessen Vater Serbe ist, ist zwar in Russland geboren und aufgewachsen, beherrschte die serbische Sprache jedoch perfekt und liebte sowohl Russland als auch Serbien. Leider scheinen manche Serben aus den Balkankriegen vor über 20 Jahren nichts gelernt zu haben. OM, 31.03.2022

Maria ButinaMarija Butina, russische Waffenlobbyistin, sorgt wieder für Aufsehen. 2014 war die junge Frau mit Unterstützung eines russischen Sponsors mehrfach in die USA gereist, hatte Ex-Präsident Trump vor dessen Wahl zu seiner Russlandstrategie befragt und ging schließlich eine „strategische“ Beziehung mit einem politischen Berater der Republikanischen Partei und Repräsentant US-Waffenlobby NRA ein, der kaum doppelte so alt wie Butina war. Der finanzierte wohl ihr Studium und erledigte ihre Hausaufgaben.Maria butina down vest
Das ging der US-Staatsanwaltschaft dann schließlich zu weit, Butina wurde als Spionin verhaftet und bekannte sich schließlich der „Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten“ schuldig. Im Oktober 2019 wurde Marija Butina in ein Flugzeug nach Moskau gesetzt.
Nach solchen Verdiensten für das russische Vaterland will Marija Butina jetzt für das Parlament Russlands, die Duma, kandidieren. Und natürlich für die Partei „Einiges Russland“, die Präsident Putin in allen Angelegenheiten unterstützt. „Ich war 25 Jahre alt, aber mein Land hat sich für mich eingesetzt. Nach 1,5 Jahren kehrte ich nach Hause zurück. Heute fühle ich mich meinem Land und meinem Volk verpflichtet,“ meint sie in einer Videobotschaft. OM 17.05.2021

ffm serviceEine neu gestaltete Webseite hat die Stadt Frankfurt - das ist schön. Aber vielleicht hätte man besser in den Bürgerservice investiert. Als große Ankündigungen für eigene Angebote zu machen, die es dann letztlich nicht gibt. Will man aktuell zum Beispiel einen neuen Reisepass, dann kann man nicht einfach aufs Amt marschieren. Man braucht einen Termin - wegen Corona meint die Webseite.

Den Termin bekommt man, wenn man sich durch das Serviceangebot des Bürgeramtes klickt. Nachdem man schließlich mit allem einverstanden ist, erhält man die ernüchternde Antwort: Kein Termin verfügbar - nirgendwo. Aha - und jetzt, wie komme ich an einen Reisepass? Da schweigt Frankfurts Webseite. Für was die Corona Pandemie nicht alles verantwortlich ist. OM, 30.12.2020

 

prigoschinLang hat es gedauert - Jewgeni Prigoschin hätte schon viel früher auf der EU-Sanktionsliste stehen müssen. Jetzt wurde er im Zuge der Nawalny-Sanktionen aufgenommen. Realistisch gesehen hätte der Mann schon seit Jahren nicht mehr in den Westen reisen können, ohne umgehend verhaftet zu werden. Aber jetzt ist es auch formal amtlich.

Jewgeni Prigoschin ist so ein russischer Freibeuter, der im Windschatten von Putin zu unermesslichem Reichtum gekommen ist. Dabei hat seine Karriere als einfacher Dieb begonnen. Zu Zeiten der Sowjetunion saß er deshalb im Knast.

Im Gegensatz zu vielen anderen russischen Oligarchen hat er sich nicht an den Rohstoffen des Landes bereichert, sondern war im Glücksspielgeschäft aktiv und hat als "einfacher" Caterer monopolartig das Essen für Schulen, Universitäten, Ministerien und das Militär in Russland geliefert. Sein Motto: Billig einkaufen, teuer verkaufen.

Wie alle Parvenüs im Umfeld des kleinen Zaren musste Prigoschin auch etwas von seiner Beute zurückgeben. Und so kam es, dass der Mann das "Internet Forschungsinstitut" in St. Petersburg aufgebaut hat und heute eine Armee von Internet-Trollen befehligt.

Und dann ist da noch die Gruppe Wagner - Russlands Söldnerarmee fürs grobe Geschäft auf der Krim, in der Ostukraine, in Syrien, in Libyen und sonstwo in Afrika. Prigoschin ist der formale Chef dieser Soldateska - im Hintergrund befehligt natürlich der russische Staat. Prigoschin hat auch aus dem Kriegshandwerk ein Geschäft gemacht. Will ein Warlord, Clanchef oder Despot den Einsatz seiner Truppen, dann lässt er sich gerne über die Erträge von zu erobernden Ölquellen bezahlen.

Solche Früchtchen würde ich gerne hinter "Schwedischen Gardinen" irgendwo in Europa darben sehen. OM, 15.10.2020

Filaret Denysenko July 2014Filaret Denyssenko ist Bischof der "Orthodoxen Kirche der Ukraine". Und der Mann weiß genau, wie die Corona-Pandemie entstanden ist: „Die Ursache des Coronavirus ist die Sündhaftigkeit der Menschheit. Die Menschen verteidigen nicht das Gute, sondern das Böse. Das Böse breitet sich aus. Ich meine vor allem die Homo-Ehe. Sie ist die Ursache des Coronavirus und nicht nur sie." Jetzt meldet seine Kirche, dass Filaret selbst an Covid-19 erkrankt ist und bittet für den Bischof zu beten, damit der barmherzige und allmächtige Herrgott den Patriarchen heilt und ihn von seiner Krankheit befreit. OM, 11.09.2020

YorgenFenech2Yorgen Fenech, maltesischer Großunternehmer, sitzt in Haft. Er ist angeklagt, den Mord an der Journalistin Dahne Caruana Galizia in Auftrag gegeben zu haben. Um die Mörder zu akquirieren, bediente er sich eines Mittelsmanns namens Melvin Theuma. Der wurde aber mit der Zeit für ihn zum unsicheren Kantonisten und drohte alles auffliegen zu lassen.
2019 hat das FBI eine Spur im Tor-Netzwerk verfolgt. Dort, im „Dark Web“, wollte ein Nutzer in einem klandestinen Marktplatz unbedingt Zyankali kaufen. Die Anfrage stammte von einem Gerät, das das FBI jenem Geschäftsmann Yorgen Fenech zuordnen konnte. So steht der Verdacht im Raum, dass dieser damit den Mittelsmann aus dem Weg räumen wollte.
Melvin TheumaDas wollte schließlich Mittelsmann Theuma (Foto rechts) selbst besorgen. Mitte Juli wurde er in seiner Wohnung in einer Blutlache aufgefunden. Er hatte sich mit einem Messer in die Brust und in den Hals gestochen. Durch eine Notoperation überlebte der Hauptzeuge im Mordprozess. OM, 02.09.2020

AvidzbaAkhra Avidzba, Kampfnahme „der Abchasier“, ist zwar im russischen Sotschi geboren, lebt aber lange in Abchasien. Zur Erinnerung: Abchasien hat sich mit russischer Hilfe von Georgien abgespalten und will heute ein eigener Staats sein – von Russlands Gnaden. Im Krieg in der Ostukraine machte Avidzba sich einen Namen als Kommandeur der 15. Rebellenbrigade ("Pyatnashka") , einer Einheit hauptsächlich aus Männern, die auch in Abchasien für Russland und gegen Georgien gekämpft hatten. Nach dem Minsk II Abkommen und dem damit verbundenen Waffenstillstand versuchte Avidzba mit seinem Bataillon, die ukrainische Kleinstadt Marjinka einzunehmen – was ihm letztlich nicht gelang, dafür aber den Titel „Held der Donezker Republik“ einbrachte.
Anfang dieses Jahres versuchte Avidzba in Abchasien mal wieder den Umsturz und war bei den Unruhen gegen dessen Präsident Aslan Bschania beteiligt. Jetzt wollte er wieder nach Abchasien einreisen, ausgerüstet mit einem Diplomatenpass. Doch wegen Steuerschulden, Geldstrafen der Verkehrspolizei und unbezahlten Stromrechnungen wurde er am Grenzübergang nicht durchgelassen. Das kann aber einen Kämpfer der russischen Sache niemals aufhalten, wie jenes Video zeigt. OM, 11.08.2020


coldwellKennt ihr eigentlich Dr. Leonard Coldwell aus den USA? Den Mann, der jede Form von Krebs heilen kann? Mit positivem Denken und dem Abbau von Stress?

Ok, ok, der Mann ist ein Blender, der aus der Not von Krebspatienten versucht, eigenes Kapital zu schöpfen und dabei recht erfolgreich ist. Denn eigentlich heißt der Mann auch Bernd Klein, stammt aus Deutschland und war lange ein unbedeutender Motivationscoach. Den Doktortitel hat er gegen Geld geschossen, jetzt spielt er erfolgreich die Rolle des Mediziners im Kampf gegen Pharmakonzerne und Impfwahn.

Kein Wunder, dass der kleine Bernd auch in Sachen der Corvid-19 Pandemie wichtige Botschaften zu verbreiten hat. Denn jener Virus wäre nur ein Drittel so gefährlich wie eine normale Grippe und jener Mund- und Nasenschutz würde uns deutlich mehr gefährden.

Ok, ok, solchen Verschwörungs­theoretikern sollte man eigentlich keine Zeile einräumen, gäbe es da nicht Russland. Dort wütet das Coronavirus wie in keinem Land Europas. Stand heute wurden über 500 Tausend Menschen damit infiziert, wie viele daran gestorben sind, ist unbekannt. Offiziell sind es 6.500, wahrscheinlich aber ein Vielfaches davon. Und noch immer hat das Land die höchste Zahl an Neuerkrankungen pro Tag in Europa - aktuell 8.400.

Und genau in Russland hat Dr. Leonard Coldwell mit seiner "Aufklärungsmission" gerade richtigen Erfolg. Sein etwa neun minütiges Video - auf russisch übersetzt - bekam innerhalb einer Woche auf Youtube knapp fünf Millionen Aufrufe. Da kann man nur wünschen - bleibt trotzdem gesund. 11.06.2020 OM

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