sc swDurch die Veröffentlichungen von Wikileaks wurde Blackwater bekannt, ein privates us-amerikanisches Sicherheits- und Militärunternehmen, das sich heute Academi nennt. Abgekürzt werden solche Firmen als PMC bezeichnet - Private Military Contractor. Kaum jemand weiß jedoch, dass auch Russland sich solcher Firmen bedient. Die russische Webseite Fontanka hat solch ein geheim agierendes Unternehmen vorgestellt: TschWK Wagner, wobei TschWK das russische Kürzel für PMC ist.

liqidiertEine seltsame Anhäufung von Todesfällen sucht die ostukrainische Führungsriege heim. Insgesamt wurden bisher sieben neun tote Separatistenanführer gezählt, von denen keiner im Kampf gegen die ukrainische Armee gestorben ist, sondern alle anderweitig gewaltsam ums Leben kamen. Es besteht der Verdacht, dass es sich um eine Säuberungsaktion unter der ostukrainischen Führung handelt. Alle Personen, die sich nicht dem Befehl Moskaus unterwerfen, werden liquidiert. Verantwortlich soll teilweise jene TschWK Wagner sein, eine private russische Sicherheitstruppe. TschWK ist die russische Form des Kürzels PMC, Private Military Contractor.

Nachfolgend eine Zusammenstellung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

Vladislav Surkov in 2010Wladislaw Surkow ist ein Putin-Flüsterer. Einer der Menschen im Kreml, die nicht ständig im Rampenlicht stehen, aber großen Einfluss auf dessen Politik haben. Formal ist Surkow für die quasi von Russland annektierten Gebiete Georgiens Abchasien und Südossetien und für die Ukraine verantwortlich. Obwohl Surkow auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht, sah man den Mann zuletzt bei den Verhandlungen über das Minsker Abkommen in Berlin neben Wladimir Putin sitzen. [Foto: Wladislaw Surkow 2010(Kremlin.ru)]

amokAnhand des Amoklaufs von München sind kritische Fragen zur Rolle der Medien angebracht. Dazu möchte ich zwei kleine Geschichten erzählen:

Wir waren eine nicht zu bändigende Schulklasse. In den Pausen lieferten wir uns heftige Gefechte mit Wasserpistolen und setzten unser Klassenzimmer unter Wasser. In einer Schulstunde beobachtete unser damaliger Geografielehrer, wie Hugo, ein Schüler auf der Bank vor mir, unaufmerksam war und irgend etwas unter der Tischplatte verbarg. Er forderte ihn auf, ihm den Gegenstand zu zeigen. Hugo holte eine Pistole unter dem Tisch hervor.

Troll nicht fuettern pink
Telepolis ist ein Online-Magazin des Heise-Verlags. Seit dem Ukrainekrieg hat dessen Redaktion das Magazin auf einen strammen Russland freundlichen Kurs gebracht und befleißigt sich in vielen Beiträgen der selben Diktion, wie die russische Propaganda. Da wundert es auch nicht, dass viele Artikel gleichlautend auf russischen Propagandaseiten erscheinen.

Aktuell beschäftigen sich die Telepolis-Autoren mit den Internetforen der großen deutschen Medien. Und werfen diesen willkürliche Abschaltungen der Kommentarfunktionen, technische Restriktionen und überbordende Zensur vor. Doch auch Telepolis zensiert, wenn man deren Redaktion kritisiert. Das konnte der Autor mit jenem Beitrag aktuell erfahren:

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Die Arkadi-Brüder
gezeichnet von:
MOLOSOVSKY

In der Science-Fiction-Erzählung „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ schreiben die russischen Brüder Arkadi und Boris Strugatzki über einen Vertreter der zukünftig, sich weiter entwickelten Menschheit, der auf einem fremden Planeten eine mittelalterliche Gesellschaft studieren soll. Dem Protagonisten ist es eigentlich verboten, in die gesellschaftlichen Entwicklungen einzugreifen. Aber all das Leid, das Elend, die Not, die alltäglichen Intrigen der Mächtigen und die vielen Toten bei deren Auseinandersetzungen führen dazu, dass jener Beobachter versucht einzugreifen. Er will jenen Kräften helfen, die für Aufklärung und Humanität stehen, erreicht damit aber immer das Gegenteil. Das Resümee jenes Romans ist deutlich: Ein Volk kann nicht durch Einmischung von außen befreit werden, dies führt nur zu neuer Unterdrückung und Despotie.

Kurznachrichten & Personalien

Mit positivem Denken gegen eine Pandemie

Kennt ihr eigentlich Dr. Leonard Coldwell aus den USA? Den Mann, der jede Form von Krebs heilen kann? Mit positivem Denken und dem Abbau von Stress?

Ok, ok, der Mann ist ein Blender, der aus der Not von Krebspatienten versucht, eigenes Kapital zu schöpfen und dabei recht erfolgreich ist. Denn eigentlich heißt der Mann auch Bernd Klein, stammt aus Deutschland und war lange ein unbedeutender Motivationscoach. Den Doktortitel hat er gegen Geld geschossen, jetzt spielt er erfolgreich die Rolle des Mediziners im Kampf gegen Pharmakonzerne und Impfwahn.

Kein Wunder, dass der kleine Bernd auch in Sachen der Corvid-19 Pandemie wichtige Botschaften zu verbreiten hat. Denn jener Virus wäre nur ein Drittel so gefährlich wie eine normale Grippe und jener Mund- und Nasenschutz würde uns deutlich mehr gefährden.

Ok, ok, solchen Verschwörungs­theoretikern sollte man eigentlich keine Zeile einräumen, gäbe es da nicht Russland. Dort wütet das Coronavirus wie in keinem Land Europas. Stand heute wurden über 500 Tausend Menschen damit infiziert, wie viele daran gestorben sind, ist unbekannt. Offiziell sind es 6.500, wahrscheinlich aber ein Vielfaches davon. Und noch immer hat das Land die höchste Zahl an Neuerkrankungen pro Tag in Europa - aktuell 8.400.

Und genau in Russland hat Dr. Leonard Coldwell mit seiner "Aufklärungsmission" gerade richtigen Erfolg. Sein etwa neun minütiges Video - auf russisch übersetzt - bekam innerhalb einer Woche auf Youtube knapp fünf Millionen Aufrufe. Da kann man nur wünschen - bleibt trotzdem gesund. 11.06.2020 OM

Der im Glashaus sitzt, bittet um neue Steine

Boris Palmer, grüner Bürgermeister zu Tübingen, scheint in seinem Amt nicht ausgelastet. Zusammen mit ein paar Wissenschaftlern und einer Schriftstellerin veröffentlicht er im Spiegel einen Aufruf, wie Deutschland doch besser mit der Corona-Pandemie umgehen solle. Und das bitte dalli dalli, sonst wäre unsere Ökonomie und unsere Demokratie in Gefahr. Das bei einem läppischen  Virus, der für den Otto-Normalbürger auch nicht gefährlicher wäre als eine Grippe.

Man kann getrost unterstellen, dass all die aktuellen Einschränkungen im öffentlichen Leben den Unterzeichnern viel zu weit gehen und sie lieber ins Risiko gehen wollen. Doch bis auf ein paar Allgemeinplätze an die Politik, was denn nun dalli dalli bitte angegangen werden solle und auf einen Appell an die Bürger, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, mehr ist jenen Unterzeichnern nicht eingefallen.

Dabei hätte „Doc Boris“ ja mit Taten zur Bekämpfung der Epidemie  seit Wochen glänzen können. Denn sein Studentenstädtchen ist von Corona ganz besonders gebeutelt, der Kreis Tübingen hat Stand heute knapp 1200 Infizierte und 39 Todesfälle zu verzeichnen. Mit 530 Fällen pro 100tausend Einwohner gehört der Landkreis Tübingen zudem zu den HotSpots in Deutschland (Foto von Superbass, CC-by-SA-4.0). OM 25.04.2020

Systemrelevant oder nicht?

Mit einem drei Milliarden Euro Kredit wird Adidas vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit gerettet. Allein 2,4 Milliarden € kommen dabei vom Staat über dessen Förderbank KfW, den Rest steuert ein privates Bankenkonsortium bei. Dabei hatte das Unternehmen das Jahr 2019 bei einem Umsatz von über 23 Milliarden Euro knapp zwei Milliarden Gewinn erwirtschaftet. In der Corona-Krise liegen aber die Adidas-Produkte weltweit wie Blei in den Lagern, es wird nirgendwo mehr Fußball gespielt, auch die Olympischen Spiele sind verschoben und die Sportgeschäfte sind geschlossen.

Apropos Sportgeschäfte - die sind geschlossen weil nicht systemrelevant, genauso wie Fußball oder Leichtathletik - alles nicht systemrelevante Freizeitbeschäftigungen mit hohem Infektionsrisiko. Da wundert es schon, dass der Hersteller von Freizeit- und Sportkleidung jetzt plötzlich systemrelevant sein soll und mit einer Milliardenspritze des Staats gerettet werden muss. OM, 15.04.2020

 

Wie erschieße ich einen Virus?

Im Umgang mit den Folgen des Coronavirus zeigen sich in den Ländern deutliche Kulturunterschiede. Während in Deutschland Mehl, Hefe und Klopapier zur Mangelware geworden sind, sollen zum Beispiel in Frankreich in den Läden Rotwein und Kondome knapp geworden sein.

Wieder anders gehen die us-amerikanischen Bürger mit der Krise um. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg soll im März 2020 der Verkauf von Pistolen und Gewehren gewaltig angestiegen sein. Der Umsatz mit Handfeuerwaffen stieg laut  der vorgelegten Analyse gegenüber dem Vorjahr um 91,1%, und der Umsatz mit Langwaffen stieg um 73,6%.

Da stellt sich doch die Frage: Wie erschieße ich einen Virus?
OM, 03.04.2020

Mörderisches System

Schon lange steht der recht naheliegende Verdacht im Raum: Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist Opfer einer staatlichen Verschwörung geworden. Beteiligt daran sind Schweden, Großbritannien und die USA. Die Staaten hatten das Ziel, jenen unbequemen Mann aus dem Verkehr zu ziehen und damit weitere höchst peinliche Veröffentlichungen von staatlich unmoralischem oder kriminellem Handeln zu unterbinden.

Wer an dieser Aussage Zweifel hegt, der möge das Interview lesen, das der Uno-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, dem Schweizer Magazin Republik gegeben hat. Der Mann konnte die schwedischen Gerichtsakten einsehen und musste erschaudern, wie Vergewaltigungsvorwürfe konstruiert wurden. Und wie die Briten die Schweden baten, ja nicht das Verfahren einzustellen. Weil sonst die Verfolgung von Assange in England nicht mehr zu rechtfertigen wäre. Aus all den Fakten ergibt sich nur eins: Assange ist unverzüglich frei zu lassen.
OM 18.02.2020

Vom Söldner zum Umweltaktivisten

Benes Ayo, auch Beness Aijo (Foto) geschrieben, ist ein lettischer Staatsbürger mit einer russischen Mutter und einem ugandischen Vater. Er war aktives Mitglied der Nationalbolschewistischen Partei Russlands, die 2005 dort verboten wurde. Jetzt ist er Mitglied der 2005 gegründeten Communist Party of Great Britain (Marxist-Leninist). Auf Grund seiner politischen Ansichten wird er der „Schwarze Lenin“ genannt.
Bereits 2014 wollte Ayo sich den Separatisten im Donbass anschließen, wurde aber inhaftiert und schließlich nach Lettland abgeschoben. Von dort entzog er sich der polizeilichen Überwachung und floh über Finnland, Russland in die Ostukraine. Dort nahm er auf Seiten der Separatisten an den Kämpfen u.a. um Debalzewe teil.
Aktuell wurde er in Russland festgenommen und wird in der Region des Oblast Archangelsk im Dorf Jarensk festgehalten. Er  hatte sich den Umweltaktivisten angeschlossen, die dort im eisigen Nordwesten Russlands gegen eine riesige Müllkippe demonstrieren. Update 14.02.: Nach Presseberichten wurde Ayo inzwischen wieder frei gelassen.
OM, 12.02.2020

Das Morden unter den prorussischen Separatisten in der Ostukraine geht weiter

Als Kommandeur einer Separatistenarmee in der Ostukraine lebt man gefährlich. Immer wieder wird einer erschossen, in die Luft gesprengt oder stirbt an einem unerklärlichen Herztod. Das musste am 20. Januar 2020 auch der stellvertretende Kommandeur des sogenannten "Sonderregiments des Innenministeriums der Volksrepublik Donezk" ("DVR") Alexey Krivulya (Kampfname Green) erfahren. Angeblich soll er durch drei Schüsse in der Nähe des Aufzugs im Eingang seines eigenen Hauses getötet worden sein. Ukrainische Medien berichten, dass die eigenen Kameraden ihren Chef erschossen hätten. Krivulya reiht sich damit ein in die lange Liste liquidierter Befehlshaber, die entweder auf Befehl Moskaus getötet wurden oder internen Machtkämpfen zum Opfer gefallen waren. OM, 21.01.2020

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