28.02.2026 -- 190.974 // Zuwachs zum 31.01.2026: 8.084
Hier sammeln wir Beiträge, die etwas ausführlicher über die Soldaten berichten, für unsere Zusammenstellungen aber meist zu lang sind.
In der Regel handelt es sich um die russischen Originalmeldungen, deren Tenor wir nicht verändern. Manchmal nehmen wir kleine sprachliche Veränderungen vor, damit die Sache verständlich bleibt.

Sawwa Anatoljewitsch Michailow war der erste Sekretär des Jakutsker Stadtkomitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation und Mitglied des Büros des Republikanischen Komitees der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation. Sawwa, Jahrgang 1984, wurde im Herbst 2022 mobilisiert und befand sich bei den russischen Truppen in der Ukraine.
Nach Absprache sollte er einen Sitz im Parlament von Sacha (Jakutien) von einem älteren Parteigenossen übernehmen. Doch der weigerte sich plötzlich sein Mandat abzugeben und Sawwa, der bereits sich auf der Rückreise nach Jakutien befand, musste umkehren und zurück an die Front. Dort holte er sich eine Magen- & Darmkrankheit, an der er schließlich im Hospital verstarb.
Das war im Jahr 2023, Sawwa wurde danach posthum in Jakutien geehrt. Seine Frau nahm seine Orden & Auszeichnungen entgegen. Im Oktober 2025 waren sie und ihr 11jähriger Sohn auch tot - erstochen und erschlagen mit Messer und Hammer. Verhaftet wurden zwei 16jährige Mädchen, ihre Tochter und deren Freundin. Die Tochter hätte den Tod ihres Vaters nicht verkraftet.
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.
Alle russischen Regionen wurden jetzt mit den Daten des Monats September 2025 aktualisiert.
Folgende neue Listen wurden angelegt:
Die Monatszusammenfassung 09/25 werden wir bis zum 14.10.25 auch fertig bekommen.
Uff....
Aus aktuellem Anlass wollen wir darauf hinweisen, dass wir in unserer Statistik der russischen Kriegstoten in der Regel keine ausländischen Söldner erfassen, die auf der Seite von Russland kämpften. Wir wissen, dass nordkoreanische Einheiten in der Region Kursk am Krieg teilgenommen haben, dass Russland in Nepal, Indien, China, in afrikanischen Staaten und in Kuba aktiv Söldner angeworben hat und viele dieser Männer im Einsatz auch getötet wurden. Und auf Baustellen und in Wirtschaftsbetrieben gibt es Razzien auf Arbeiter ohne russischen Aufenthaltstitel. Da es aber keine öffentlichen Meldungen der russischen Armee über die eigenen Verluste gibt, erfahren wir nichts über diese Kriegsopfer.
Ausnahmen sind dann gegeben, wenn die Ukraine den Tod von Söldnern öffentlich macht oder wenn die ausländischen Soldaten in Russland gelebt und verwurzelt waren. Dann gibt es Meldungen in den lokalen Medien und auch eine Beisetzung auf russischem Boden.
Ein Ableger der staatlichen Initiative „Ich will (jemanden) finden" mit Namen „Ich will leben“ hat heute eine Liste mit gefallenen Söldnern aus Tadschikistan veröffentlicht, die 446 Namen enthält. Die Initiative schreibt dazu:
„Russische Nationalisten haben gemeinsam mit der Polizei eine Jagd auf (Arbeits-)Migranten organisiert: Gefangene werden gezwungen, Verträge zu unterzeichnen, um im Krieg zu kämpfen. Ihnen drohen Abschiebung oder Gefängnis. Duschanbe ignoriert all das weiterhin.“
Stand 30.09.2025 wurden im September 8.626 Kriegstote neu in unsere Datenbank aufgenommen - so viele wie noch nie. Die hohe Zahl an getöteten russischen Soldaten überfordert uns im Moment. Für all diese Namen müssen ja noch die persönlichen Daten festgestellt werden - also Herkunft, Alter, usw. Im Moment haben wir etwa 6.000 davon bearbeitet, wir werden also noch mindestens 12 Tage für unsere übliche Monatszusammenstellung benötigen. Eine vorläufige Zusammenstellung veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Summe 2025 | 50.621 |
| Durchschnitt Monat | 5.625 |
An der Front in der Ukraine wären die Kampfhandlungen leicht zurück gegangen oder zumindest nicht eskaliert, lesen wir aus den Mitteilungen der beiden Kriegsparteien heraus. Doch mit unserer Statistik der Kriegstoten können wir das nicht bestätigen. Natürlich wissen wir, dass die Informationen sehr zeitversetzt bei uns ankommen, aber die Zahlen gehen ständig weiter nach oben. Und im September 2025 gibt es keine außergewöhnlichen Sonderinformationen, wie die vorgestellten Listen der staatlich ukrainischen Initiative "Ich will finden" in den Monaten zuvor.
Doch wenn wir die von uns bisher erfassten Zahlen auf den ganzen Monat hochrechnen, dürften im September mehr als 8.000 neue Kriegstote dazu kommen. Der höchste Wert seit Beginn des Krieges.
24.09.25
In der ersten Hälfte des Septembers 2025 haben wir 4.022 getötete russische Soldaten neu erfasst. In einem halben Monat sind mehr Gefallene zusammengekommen als im Monat April 25 oder Mai 25. Wie üblich sind auch ein paar Auswertungen von Videos und Denkmälern dabei mit Gefallenen der vorherigen Jahre, aber der Anteil ist nicht sehr hoch.
Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen nach unseren bewährten Schätzungen:
| Kriegstote 15.09.25 | 137.845 |
| Geschätzt (nur 60% erfasst) |
230.000 |
| Versehrte Soldaten | 804.000 |
| Kriegsopfer gesamt | 1.034.000 |
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| bis 15. September | 4.022 |
Alle im Monat August 2025 gefundenen russischen Kriegstoten sind jetzt in den entsprechenden Tabellen der Regionen eingepflegt.
Auf Grund der hohen Verlustzahlen sind einige Tabellen neu dazu gekommen:
Die ausführliche Zusammenfassung des Monats August wollen wir bis zum 11.09.25 vorlegen.
Vor mehr als 20 Jahren hatte ich einen Versuch gestartet, englische Texte mit einem Übersetzungsprogramm in die deutsche Sprache übersetzen zu lassen. Ich habe den Versuch schnell abgebrochen, weil das Ergebnis völlig unbrauchbar war. Also habe ich weiter einen professioneller Übersetzer an die Texte gesetzt.
Dank KI-gesteuerter Übersetzungsprogramme sind die Ergebnisse im heutigen Arbeitsalltag inzwischen mehr als brauchbar, ohne diese Hilfe wäre unsere Webseite nicht finanzierbar.
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges haben sich zudem die Übersetzungen stetig verbessert. Bei normalen Texten gibt es kaum noch einen qualitativen Unterschied zwischen den beiden von uns benutzten Programmen "DeepL" und "Google Translate". In beiden Fällen nervt allerdings, dass beide Sprachmodelle ihre Basis in der englischen Sprache haben. Begriffe wie Firmennamen, Namen von Institutionen usw. werden immer in der englischen Übersetzung ausgegeben.
Der Vorteil des von Google herausgegeben Browsers Chrome ist, dass man Webseiten sehr einfach in die gewünschte Sprache übersetzen kann. Das funktioniert für uns allerdings häufig nicht - lässt man sich eine russische Telegram-Seite mit Chrome anzeigen, bekommt man in der Regel keine brauchbare Übersetzung, Das Programm fabuliert etwas wild zusammen, weil es annimmt, die Texte wären in englischer Sprache geschrieben. Die selbe Reaktion hat man auch häufig beim russischen sozialen Netzwerk VKontakte und fast immer bei Odnoklasniki. Man fragt sich, warum ein Ki-Programm die russische Sprache in diesen Fällen nicht erkennt, besonders weil alle Texte zudem auch in kyrillischer Schrift geschrieben sind.
Die Übersetzungen der russischen Namen sind allerdings für uns das größte Problem. Mit Google Translate bekommt man in der Regel nur eine englischsprachige Übersetzung, die man in Deutsch oft nur schwer aussprechen kann. Besser ist da DeepL, das Programm hat sich zudem in den letzten Jahren in dieser Disziplin stetig verbessert. Doch seit drei Monaten bringt es uns zu Verzweiflung. Unsere Namenslisten werden zerhackt, Namen doppelt übersetzt, Leerzeichen missachtet, Zeilenschaltungen vervielfacht und html-Code wird im Klartext gleich mitgeliefert. Aus den Listen macht das Programm ein wildes Durcheinander. Obwohl die reinen Namensübersetzungen besser wurden, können wir mit dem Ergebnis zunächst nichts anfangen. Das nennt man dann Fortschritt.
OM, 08.09.25
Im August hatten wir Urlaubszeit und zusätzlich für 14 Tage einen Totalausfall unserer Internetverbindung. Der vierte Techniker hat es dann geschafft, uns wieder eine stabile Verbindung herzustellen. In der Zwischenzeit mussten wir uns mit mobilem Internet behelfen.
Dazu sind die erfassten Kriegstoten noch einmal angestiegen. Einer der Gründe dafür ist die Liste der russischen Einheit "Schwarze Husaren", deren Auswertung glücklicherweise von anderer Stelle vorgenommen wurde.
| Monat | ermittelt |
| Januar 25 | 5.360 |
| Februar 25 | 5.578 |
| März 25 | 5.018 |
| April 25 | 3.894 |
| Mai 25 | 3.245 |
| Juni 25 | 4.592 |
| Juli 25 | 7.084 |
| August 25 | 7.224 |
Es wird jetzt noch ein paar Tage dauern bis wir die endgültige Auswertung vorlegen können.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Nabereschnyje Tschelny ist mit rund 550.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Der Militärkommissar der Stadt, Raschid Iljassow (Foto), hat gegenüber der Presse ein paar Angaben zur Rekrutierung für den Kriegsdienst in der Ukraine gemacht. Danach hat die Stadt 1.400 Soldaten rekrutiert und in das Kriegsgebiet geschickt. Plan erfüllt! Im aktuellen Jahr sollen 1.500 neue Soldaten gewonnen werden. „Insgesamt hat die Republik letztes Jahr ihr Jahresziel um 110 % übertroffen. Die Vertragssoldaten kommen nicht nur aus der Stadt, sondern aus ganz Russland. Weil die Motivation in Tatarstan sehr hoch wäre“, sagte der Kommissar. Wenn er von Motivation spricht, meinte er wahrscheinlich die hohen Antrittsprämien, die aktuell 3,1 Millionen Rubel (etwa 33.600 €) betragen
Tatarstan hat in absoluten Zahlen mit 8.246 Kriegstoten bis zum 31.12.25 die zweithöchste Todesrate in ganz Russland.
Ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“. Anmerkung: Den Boxer Wladislaw Jurkewitsch, links auf dem Heldenschreibtisch, haben wir hier vorgestellt.
Im Jahr 2013 saßen etwa 700.000 Häftlinge in Russlands Haftanstalten. Diese Zahl hat sich inzwischen mehr als halbiert. Wladimir Dawydow, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Gerichtshofs Russlands, nannte dazu aktuelle Zahlen: „308.000 Bürger befinden sich in Gefängnissen und Untersuchungshaftanstalten. […] Auch die Zahl der Untersuchungshäftlinge ist mit 89.000 Personen auf einem historischen Tiefstand“. Seine Begründung für diesen Rückgang ist allerdings skurril: „Dies ist das Ergebnis eines Kurses hin zu einer humaneren Gesetzgebung und Strafverfolgungspraxis“.
Richtiger wäre, Russland verheizt seine Strafgefangenen im Krieg gegen die Ukraine. Der ukrainische Geheimdienst veröffentlichte Anfang 2025 eine Schätzung von 140.000 - 180.000 Gefangenen, die vom russischen Militär für den Krieg rekrutiert wurden. Im Jahr 2025 kam sicher noch eine beachtliche Anzahl dazu.
Das einzige Foto von Schamil, das wir auf seinem VKontakte-Status vom 14.04.2028 gefunden haben. Es gibt noch ein Foto von seinem „Heldenschreibtisch“.
Wie dringend die russische Regierung neue Freiwillige für den Krieg in der Ukraine benötigt, zeigen diese Aufnahmen aus den Straßen von Moskau. Überall in der Stadt finden sich solche Webetafeln. Dabei geht es nicht mehr um die ideologische Rechtfertigung des Krieges wie „Kampf gegen den Faschismuss oder die Nato“, sondern nur noch um Geld: „Steigen Sie in die Drohnenstaffel ein und verdienen Sie dasselbe wie ein Lehrer in Belgien“. Der unbefangene Leser dieser Werbetafeln könnte meinen, dass man nach Vertragsunterzeichnung irgendwo in einem Kontrollzentrum sitzt - fernab jedweder Gefahr, Drohnen bedient und dabei Millionen Rubel scheffelt. Doch das ist falsch - es gibt keine speziellen Verträge für Freiwillige als Drohnenpiloten. Das Militär schickt die Männer mit neuen Zeitverträgen dorthin, wo gerade der Personalstand niedrig ist. Und so scheitern viele Hoffnungen auf ein gutes Leben in den Todeszonen an der Front.
Russland musste im Januar 2026 nach langer Zeit wieder auf seine Goldreserven zurückgreifen und hat 300.000 Feinunzen Gold verkauft. Wer mit dem Begriff Feinunze nichts anfangen kann, eine Unze entspricht etwa 31 Gramm. Russland hat folglich mehr als neun Tonnen Gold verkauft und damit ungefähr 1,2 Milliarden € erlöst. Damit lässt sich das Loch, das der Krieg gegen die Ukraine in den russischen Haushalt reißt, zumindest teilweise stopfen.
Zudem hat Russland noch Glück mit seinen Goldreserven. Auf Grund der weltweiten Unsicherheiten gilt Gold als sichere Anlage und die Nachfrage wächst. So ist der Goldpreis im letzten Jahr stark gestiegen und die etwas geringeren russischen Reserven sind trotzdem mehr wert als im Jahr 2024.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 20.01.2026
Mark Nikolajewitsch Jegorow (Rufname "Titt"), 52 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 05.08.1973
Todesdatum: 06.11.2025 (begraben am 20.01.2026 in Jakutsk auf dem Friedhof des Stadtteils Pticefabrika)
Geburtsort: Jakutsk
Todesort: Region Saporischschja
Dienstart: Vertragsdienst seit September 2025.
Kinder (Anzahl): 3
Friedlicher Beruf: Mitarbeiter der Sicherheitsdienstes von JAPTA (Alrosa) seit 1996
Ende August 2024 haben wir eine Sperrverfügung von der russischen Regulierungsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" erhalten. In der Begründung heißt es: „Die Tätigkeit der Internet-Ressource wurde als rechtswidrig und als Verstoß gegen die Rechte der Bürger auf Privatsphäre, Persönlichkeits- und Familiengeheimnis anerkannt“. So kann man das nennen, wenn man die Menschen in Wort, Bild und mit persönlichen Daten über all die vielen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine informiert.
Mit einer ähnlichen Begründung geht Roskomnasdor jetzt auch gegen Telegram vor. Sie wirft der Plattform vor, personenbezogene Daten von Russen illegal zu verbreiten, unter anderem in Form von „persönlichen Dossiers“. Telegram solle eigenständig die Weitergabe von personenbezogenen Daten russischer Bürger verhindern. Und natürlich meint die Behörde mit diesen verschwurbelten Formulierungen nichts anderes als die vielen Kanäle aus Russland heraus, die Informationen über die regionalen Verluste im Krieg liefern. Russland will weiter Krieg führen, dafür das Leben vieler ihrer Soldaten opfern - nur soll die Bevölkerung nicht mit solch negativen Informationen beunruhigt werden.
Der Chat- & Nachrichtendienst Telegram soll in Russland komplett gesperrt werden. Im Moment scheint er dort noch eingeschränkt nutzbar zu sein. Das bringt viele russische Informations- und Propagandakanäle zur Verzweiflung, weil sie ihr Geschäftsmodell darauf aufgebaut haben.
Warum die russische Regierung trotzdem Telegram abwürgen will, könnte auch an Kanälen wie „Erwarten Sie keine guten Nachrichten“ liegen. Bei diesem Projekt, wahrscheinlich aus der Ukraine heraus initiiert, können sich russische Teilnehmer melden und ihre Videos veröffentlichen. Es geht zum Beispiel um
Die meisten Beiträge enthalten selbst aufgenommene Videos der Betroffenen oder ihrer Angehörigen, dazu amtliche Dokumente und Schriftverkehr. Natürlich muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass all diese persönlichen und familiären Dramen daraus entstanden sind, dass die russischen Teilnehmer an diesem Krieg sich einen schnellen Rubel durch das Töten ihrers Nachbarvolkes versprochen hatten. Doch all diese vielen Dramen zusammen verstärken das düstere Bild eines Russlands, das seine imperialen Interessen ohne Rücksicht und Gnade gegenüber den eigenen Bürgern durchsetzt.