Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.

Das Grauen der Gewöhnung

Am Ende des Jahres 2022 hatten wir rund 10.000 russische Kriegstote erfasst. Wir empfanden diese Zahl als riesig, bedeutete dies doch, dass die männliche wehrfähige Bevölkerung einer Mittelstadt wie z.B. die deutsche Stadt Speyer im Krieg ausgelöscht wurde. Wir konnten uns nicht vorstellen, wie die Regierung des größten Landes der Erde für solch einen marginalen Landgewinn all diese Soldaten opfert.

Doch das war erst der Anfang dieses Verbrechens gegen die ukrainische und russische Bevölkerung. Ende des Jahres 2023 waren wir bei 40.000 Kriegstoten angekommen und das Karussell des Grauens nahm weiter Fahrt auf. Ende 2024 hatten wir 92.000 bestätigte Kriegstote ermittelt und Ende des letzten Jahres war die Zahl auf 174.000 angestiegen. Das sind mehr Tote als die Stadt Leverkusen Einwohner hat.

Wir fühlen mit beim Todeskampf eines Buckelwals - aber haben uns mit diesem Grauen in unserer europäischen Nachbarschaft irgendwie abgefunden.

Ein kurzes Aufflackern des Erschreckens

Anfang Juli berichtete die gesamte deutsche Presse empört über die hohen Verluste im russischen Angriffskrieg und zitierte dabei eine aktuelle Studie des US-amerikanischen „ Center for Strategic and International Studies (CSIS)“:

Laut Schätzungen des CSIS erlitten die russischen Streitkräfte zwischen Februar 2022 und Juni 2026 rund 1,4 Millionen Verluste auf dem Schlachtfeld – darunter Gefallene, Verwundete und Vermisste. Im selben Zeitraum verzeichneten die russischen Streitkräfte zwischen 400.000 und 450.000 Tote.

Das ist alles richtig, nur diese Zahlen stammen nicht vom CSIS, sondern wurden durch Initiativen wie uns ermittelt. Genau so verhält es sich mit den veröffentlichten Schätzungen und es ist deshalb kein Wunder, dass unsere ermittelten und geschätzten Daten ziemlich mit denen vom CSIS übereinstimmen.

Weiter schreibt das CSIC:

Die Zahl der russischen Opfer und Toten ist erschreckend. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat keine andere Großmacht in einem Krieg auch nur annähernd so viele Opfer oder Tote zu beklagen gehabt, was Russland eine düstere und beispiellose jüngere Kriegsgeschichte beschert. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten beispielsweise hat Russland in der Ukraine etwa viermal so viele Tote zu beklagen wie die Vereinigten Staaten in all ihren Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammengenommen.

Damit gibt die Studie genau jene Tabelle der Vergleichszahlen aus anderen Kriegen wieder, die wir seit mehr als zwei Jahren im Anschluss an unsere Todesstatistik beifügen.

Wie so häufig beziehen sich die deutschen Medien auf Veröffentlichungen aus dem Ausland, die man nicht groß prüfen muss, statt auf die naheliegenden Informationen zurück zu greifen.

Wie stehen die Russen zum Krieg gegen die Ukraine?

Das Lewada-Zentrum ist das einzig verbliebene unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut. Es stellt den Bürgern jeden Monat die selben Fragen:

Sind Sie im Allgemeinen mit der Leistung Wladimir Putins als Präsident (Ministerpräsident) Russlands einverstanden oder unzufrieden?

Der russische Präsident hat weiterhin sehr hohe Zustimmungswerte. Das ist kaum verwunderlich, das Levada-Zentrum führt monatlich solche persönliche Interviews durch. Und viele Interviewte dürften im autoritären Russland Angst haben, offen über ihre Meinungen zu sprechen.

Kommentar zum Krieg auf der St. Petersburger Zeitung Fontanka:

Warum glauben Sie, dass mein Schweigen bedeutet, ich würde all das „billigen und unterstützen“? Ihnen ist es vielleicht nicht bewusst, aber in unserem Land drohen denen, die nicht schweigen, horrende Strafen wegen „Verleumdung und Verbreitung von Falschnachrichten“. Und kaum jemand möchte ins Gefängnis, tut mir leid. Darüber hinaus werden politische Straftäter oft so hart bestraft, dass manche vorzeitig entlassen werden.

Trotzdem - im Juni 2026 haben diese Werte einen Knick bekommen. Die Zustimmung ist von 79% auf 74% gefallen. Und die Ablehnung der Person von Wladimir Putin ist von 15% auf 21% gestiegen.

Wie unser Diagramm (mit den Werten des Levada-Zentrums) zeigt, gab es seit Beginn des russischen Angriffskrieges nur einmal solch einen Zufriedenheitsabfall. Als im September 2022 Russland 300.000 Reservisten einberufen hatte, sanken Putins Beliebtheitswerte um sechs Punkte.

Nachdem jetzt der Krieg gegen die Ukraine ganz Russland erfasst hat, es überall Versorgungsengpässe mit Kraftstoffen gibt, ukrainische Drohnen auch in Moskau und St. Petersburg eingeschlagen sind und die Halbinsel Krim in diesem Sommer kein Urlaubsziel für russische Bürger darstellt, sinken auch Putins Zustimmungswerte. Seit Beginn des Jahres sind sie um 10 Punkte gefallen, davon fünf  im Monat Juni 2026. Die Zahlen für den Juli dürften spannend werden.

Zustimmung Leistungen Putin

Immer mehr Russen nennen nicht den Krieg selbst, sondern dessen Auswirkungen auf ihr Leben als Hauptereignis. Im Juni erwähnten 24 % der Befragten die ukrainischen Drohnenangriffe, während 22 % Treibstoffknappheit und steigende Benzinpreise als Gründe angaben. Nur 7 % nannten den Krieg selbst als separates Ereignis.

Dies deutet auf einen Wandel in der öffentlichen Wahrnehmung hin. Während der Krieg für viele Russen zuvor ein eher distanziertes Hintergrundthema blieb, wird er nun zunehmend mit konkreten Unannehmlichkeiten in Verbindung gebracht – Angriffe auf russisches Territorium, Störungen an Flughäfen, Treibstoffknappheit und steigende Preise.


Altersstruktur

Zu Beginn des russischen Angriffskrieges wurden auf russischer Seite zunächst immer Berufssoldaten getötet. Diese waren in der Regel zwischen 20 und 35 Jahre alt. Danach kamen 300.000 mobilisierte Reservisten dazu - vom gerade aus dem Wehrdienst entlassen jungen Mann bis zu Männern kurz vor der Rente.

Mit dem Anwerben von Zeitsoldaten ab dem Jahr 2024 wurden auch die russischen Soldaten immer älter. Durch die hohen Prämien und dem guten Verdienst wurden Männer kurz vor der Rente angelockt, die vor dem Ruhestand einmal in ihrem Leben richtig gutes Geld verdienen wollten. Dazu kamen beruflich gescheiterte oder hoch verschuldete Russen, Männer mit chronischen Krankheiten wie Hepatitis oder HIV, Alkoholiker, Drogenabhängige oder andere aus dem sozialen Netz gefallene Freiwillige. All diese Zeitsoldaten waren in der Mehrheit mittleren Alters.

Dieses Reservoir an Freiwilligen ist mittlerweile fast ausgeschöpft. Deshalb werden im Augenblick verstärkt junge Menschen angeworben, mit der Lüge, weit weg von der Front als Drohnenpilot eingesetzt zu werden. So werden die russischen Kriegstoten tendenziell immer jünger, wie die nachstehende Tabelle zeigt. Der Anteil der vor 1980 geborenen Soldaten geht langsam zurück.

Allerdings dürften die vielen aus den Ausbildungsstätten und Universitäten rekrutierten Drohnenpiloten noch keine große Rolle in dieser Tabelle spielen, da die meisten Nachrichten über Todesfälle durchschnittlich erst nach einem halben Jahr gemeldet werden. Die Mehrzahl dieser getöteten Drohnenbediener wird dann in der Altersgruppe „geboren im Jahr 2.000 oder davor“ auftauchen. 

Altersstruktur der russischen Kriegstoten
  08
2025
01-02
2026
03-04
2026
05
2026
2000 & davor 10%  10,3 % 10,8% 12,9%
1990 – 1999 27%  24,1 % 26,0% 27,2%
1980 – 1989 35%  34,3 % 35.8% 34,7%
1970 – 1979 22%  24,6 % 21,8% 18,8%
1960 – 1969 7%  6,7 % 5,6% 6,3%
1950 – 1959 0,1 % 0,0% 0,0%

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Datum Tote Differenz zum
Vormonat
31.12.22 10.600
31.1.23 12.700 2.100
28.2.23 16.100 3.400
31.3.23 19.700 3.600
30.4.23 22.500 2.800
31.5.23 25.100 2.600
30.6.23 27.200 2.100
31.7.23 29.300 2.100
31.8.23 31.200 1.900
30.9.23 33.100 1.900
31.10.23 35.001 1.901
30.11.23 37.596 2.595
31.12.23 39.953 2.357
31.1.24 43.064 3.111
29.2.24 46.378 3.314
31.3.24 49.486 3.108
30.4.24 53.159 3.673
31.5.24 56.035 2.876
30.6.24 59.460 3.425
31.7.24 63.854 4.394
31.8.24 68.100 4.246
30.9.24 72.737 4.637
31.10.24 78.094 5.357
30.11.24 84.930 6.836
31.12.24 91.569 6.639
31.1.25 96.929 5.360
28.2.25 102.516 5.587
31.3.25 107.581 5.065
30.4.25 111.678 4.097
31.5.25 114.923 3.245
30.6.25 119.515 4.592
31.7.25 126.488 6.973
31.8.25 133.823 7.335
30.9.25 142.449 8.626
31.10.25 153.112 10.663
30.11.25 162.911 9.799
31.12.25 173.535 10.624
31.01.26 182.890 9.355
28.02.26 190.974 8.084
31.03.26 199.201 8.227
30.04.26 206.308 7.107
31.05.26 213.686 7.378
30.06.26  218.524 4.838 

Monatlich erfasste Kriegstote ab Dezember 2022

Die Grafik zeigt wie sich im Jahresrhythmus die erfassten Kriegstoten darstellen. Im Frühjahr sind die erfassten Kriegstoten niedriger, um sich dann im Sommer bis zum Herbst deutlich zu erhöhen. In jedem neuen Jahr wird das Niveau höher.

Die Zahlen zur Grafik findet ihr in der Tabelle rechts.

 


Erfasste russische Kriegstote bis Mai 2026

Die Kurve der erfassten russischen Kriegstoten geht weiter steil nach oben. In Frühjahr gibt es aus den Erfahrungen der Vorjahre heraus eine leichte Abschwächung, die dann im Herbst & Winter sich ins Gegenteil verkehrt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gesamte russische Verluste bis Mai 2026 -- Verletzte & Tote

Bis Juni 2025 sind wir von 3,5 verletzten Soldaten auf einen Kriegstoten ausgegangen. Dieses Verhältnis haben wir auf Grund der veränderten russischen Taktik (Infiltration) danach verändert. Seither gehen wir von 1,5 Verletzten auf einen Kriegstoten aus. An der Kurve hat sich so nur ein marginaler Knick ergeben, die Kurve steigt beinahe linear höher.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Liste der Regionen

Stand 31.05.2026

Die meisten von uns erfassten gefallenen Soldaten kommen im Monat Mai aus Tatarstan (410), Transbaikalien (318), Tscheljabinsk (315) und Baschkortostan (276). Bei der Republik Baschkortostan macht sich das Fehlen des Projekts „Fremder Krieg“ bemerkbar, der Wert dürfte real wesentlich höher sein. Aus 24 russischen Regionen haben wir mehr als 100 Kriegstote im Berichtsmonat erfasst.

57 Gefallene konnten wir keiner russischen Region zuordnen. Meist handelt es sich dabei um Suchanfragen von Angehörigen, die irgendwann mitteilen, dass der Gesuchte bei Kampfhandlungen gefallen ist, aber die Ortsangaben fehlen. Dazu kommen zwei Weißrussen, zwei Tadschiken, ein Mann aus Uganda, 17 Ukrainer aus Donezk, zwei Ukrainer aus Luhansk und ein Ukrainer aus Transkarpatien.

Allerdings hat die ukrainische staatliche Initiative „Ich will leben“ zusätzliche Listen veröffentlicht, die sich als authentisch herausgestellt haben:

  • Belarus:  Liste mit 314 Soldaten aus Weißrussland vom 24.11.25 
  • Indien: Der indische Außenminister erklärte, dass es sich um mehr als 200 von Russland an die Front geschickte Personen handelt, von denen 26 getötet wurden und weitere 7 vermisst sind. Liste (deutsch) mit 22 Namen von getöteten Indern vom  24.11.25. Der von uns im Dezember 2025 registrierte Inder, Godara Adschaja, ist nicht auf der Liste.
  • Kamerun: Liste mit 93 getöteten Söldnern aus Kamerun
  • Kasachen:  Liste mit 270 getöteten Soldaten aus Kasachstan vom 15.10.25.
  • Kenia: 5 getötete Soldaten, die sich weigerten, an Angriffen teilzunehmen.
  • Kirgisen:  Liste mit 143 getöteten Soldaten aus Kirgisien vom  31.10.25.
  • Kuba: Eine Liste von 55 kubanischen Söldnern haben wir hier veröffentlicht.
  • Tadschiken:  Liste  mit 446 getöteten Soldaten aus Tadschikistan vom 09.10.2025.
  • Tansania: Liste mit 13 Bürgern von Söldnern aus Tansania, davon werden zwei vermisst.
  • Usbeken: Liste mit 481 Söldnern aus Usbekistan vom 29.10.2025

In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ist ein großer Museumskomplex entstanden, der den im Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten gewidmet ist. Es gibt dort zwei Mauern, auf denen die Namen der getöteten Soldaten gelistet sind. Die BBC hat daraus errechnet, dass rund 2.300 Nordkoreaner getötet wurden (Beitrag in englischer Sprache).

 In der Summe ergibt das rund 4.200 weitere Kriegstote, die für die russische Sache gekämpft haben, die aber nicht in unseren Statistiken enthalten sind.

  Region Todeszahlen
30.04.26
Todeszahlen
31.05.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Adygeja 446 456 439.996 103,64
2 Altai Region 3.687 3.836 2.419.755 158,53
3 Altai Republik 786 797 206.168 386,58
4 Amur Oblast 1.274 1.328 830.103 159,98
5 Archangelsk 2172 2.227 1.227.626 181,41
6 Astrachan 1.718 1.774 1.010.073 175,63
7 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 2.020 2.076 1.532.243 135,49
8 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.055 1.089 522.904 208,26
9 Autonomer Kreis der Nenzen 145 151 42.090 358,76
10 Baschkortostan 9.637 9.913 4.072.292 243,43
11 Belgorod 2.490 2.567 1.532.526 167,50
12 Brjansk, Oblast 1.751 1.803 1.278.217 141,06
13 Burjatien 4.722 4.835 972.021 497,42
14 Chabarowsk, Region 1.324 1.400 1.343.869 104,18
15 Chakassien 1.341 1.374 532.403 258,08
16 Dagestan 2.709 2.789 2.910.249 95,83
17 Inguschetien 273 280 412.529 67,87
18 Irkutsk 5.692 5.947 2.428.750 244,86
19 Iwanowo 1.602 1.678 1.061.651 158,06
20 Jaroslawl 1.138 1.169 1.272.468 91,87
21 Jüdische Autonome Oblast 249 262 176.558 148,39
22 Kabardino-Balkarien 644 682 859.939 79,31
23 Kaliningrad 1.132 1.166 941.873 123,80
24 Kalmückien 576 592 289.481 204,50
25 Kaluga 1.049 1.098 1.010.930 108,61
26 Kamtschatka 890 907 322.079 281,61
27 Karatschai-Tscherkessien 421 430 477.859 89,98
28 Karelien 1.367 1.417 643.548 220,19
29 Kemerowo 4.042 4.131 2.763.135 149,50
30 Kirow 3.296 3.450 1.341.312 257,21
31 Komi 1.878 1.933 901.189 214,49
32 Kostroma 929 971 667.562 145,45
33 Krasnodar 5.579 5.740 5.226.647 109,82
34 Krasnojarsk 3.852 4.064 2.828.187 143,70
35 Kurgan 1.598 1.665 910.807 182,80
36 Kursk 1.613 1.676 1.127.081 148,70
37 Lipezk 1.296 1.346 1.173.513 114,70
38 Magadan 448 454 156.996 289,18
39 Mari El 1.393 1.425 696.459 204,61
40 Mordowien 859 890 834.755 106,62
41 Moskau 2.544 2.618 11.503.501 22,76
42 Moskau, Oblast 5.732 5.888 7.095.120 82,99
43 Murmansk 898 927 795.409 116,54
44 Nischni Nowgorod 3.056 3.207 3.310.597 96,87
45 Nord- und Südossetien 1.395 1.451 766.512 189,30
46 Nowgorod 1.020 1.076 634.111 169,69
47 Nowosibirsk 3.719 3.901 2.665.911 146,33
48 Omsk 2.714 2.944 1.977.665 148,86
49 Orenburg 3.455 3.597 2.033.072 176,92
50 Orjol 850 871 786.935 110,68
51 Pensa 1.670 1.731 1.386.186 124,88
52 Perm 6.275 6.491 2.635.276 246,31
53 Primorje, Region 2.962 3.080 1.956.497 157,42
54 Pskow 962 984 673.423 146,12
55 Rjasan 1.043 1.063 1.154.114 92,11
56 Rostow 4.492 4.701 4.277.976 109,89
57 Sacha (Jakutien) 2.768 2.846 958.528 296,91
58 Sachalin 1.183 1.200 497.973 240,98
59 Samara 3.784 3.893 3.215.532 121,07
60 Saratow 5.488 5.686 2.521.892 225,47
61 St. Petersburg /Leningrad 3.607 3.716 6.596.434 56,33
62 Smolensk 894 920 985.537 93,35
63 Stawropol 2.633 2.766 2.786.281 99,27
64 Swerdlowsk 6.509 6.682 4.297.747 155,48
65 Tambow 1.307 1.401 1.091.994 128,30
66 Tatarstan 9.549 9.959 3.786.488 263,01
67 Tjumen 2.387 2.466 1.340.608 183,95
68 Tomsk 1.657 1.695 1.047.394 161,83
69 Transbaikalien 3.477 3.795 1.107.107 342,79
70 Tscheljabinsk 6.381 6.696 3.476.217 192,62
71 Tschetschenien 550 559 1.268.989 44,05
72 Tschuktschen – Automomer Kreis 254 263 50.526 520,52
73 Tschuwaschien 1.713 1.743 1.251.619 139,26
74 Tula 1.203 1.241 1.553.925 79,86
75 Tuwa 2.114 2.175 307.930 706,33
76 Twer 1.884 1.937 1.353.392 143,12
77 Udmurtien 3.166 3.263 1.521.420 214,47
78 Uljanowsk 2.020 2.104 1.292.799 162,75
79 Wladimir 1.507 1.594 1.443.693 110,41
80 Wolgograd 4.070 4.149 2.610.161 158,96
81 Wologda 1.924 1.963 1.202.444 163,25
82 Woronesch 2.403 2.530 2.335.380 108,33
  Summe Regionen 196.312 203.560    
  Krim, Ukraine 2.240 2.290 1.909.499 119,93
  Wagner Friedhof Krasnodar 695 695    
  Wagner ohne Region 579 579    
  Unbekannte Region 6.482 6.562    
  Gesamtzahl 206.308 213.686 144.526.636 147,85


Unsere Abschätzung der gesamten Verluste

30.06.2026

Natürlich wissen wir, dass wir mit der Durchforstung der öffentlich zugänglichen Quellen nicht alle russischen Verluste erfassen können. Wir sind der Auffassung, dass wir nur 60% der tatsächlichen Verluste gefunden haben. Dieser Wert bestätigt sich - in etwa - immer wieder, zum Beispiel bei den Auswertungen längeren Videozusammenstellungen russischer Kriegstoter (Beispiel) und aus der Erfahrung der vier Kriegsjahre heraus, dürfte dieser konservative Wert der Realität ziemlich nahe kommen.

Bitte beachtet, dass viele Regionen auf den hinteren Platzen in unserer Liste "Kriegstote in Relation zur Bevölkerung" nur deshalb so wenige Verluste zu verzeichnen haben, weil die Behörden entsprechende Meldungen konsequent zurückhalten. Die Stadt Moskau, die Oblast Moskau und die Stadt St. Petersburg sind die bevölkerungsreichsten Regionen in ganz Russland. Gerade aus diesen Gebieten kommen nur wenige Informationen über die lokalen russischen Verluste.

Bisher haben wir einen Faktor von 3,5 Verletzten pro russischen Gefallenen in unseren Abschätzungen benutzt. Dieser Multiplikator hat in den ersten Kriegsjahren eine realistische Darstellung der russischen Verluste ergeben. Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee, nämlich keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe zu schicken, sondern mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen versuchen, die ukrainische Abwehr zu infiltrieren, ist dieser Faktor nicht mehr zu halten. Wir haben deshalb unsere Abschätzung angepasst. Details dazu findet ihr in den Anmerkungen.

Abschätzung zum 30. Juni 2026

  Ermittelte
Kriegstote
Geschätzte
Gesamtzahl
Geschätzte
Verletzte
Gesamt-
verluste
Unsere Statistik
(30.06.2026)
218.524 364.000
60% erfasst
968.000*

1.332.000 
CSIS (Center for Strategic & International Studies
01.07.2026
-- 400.000 - 450.000    1.400.000 

* Berechnung der Opferzahlen:

Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht,  mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025  den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.

Opferzahlen ab 1.07.2025 Tote Geschätzt Verwundet  Gesamt-
verluste
bis 30.06.25 126.599 210.998 738.494
bis 30.06.26 218.524 364.207
Zuwachs 91.925 153.209 229.813
968.307 1.332.314

 


Vergleichszahlen:

Zum Schluss wollen wir die Opferzahlen aus anderen Kriegen vorstellen. Damit jedem Leser auch die Dramatik der russischen Todeszahlen bewusst wird. Bitte beachtet, dass diese Zahlen nur die Kriegstoten jener genannten Länder benennen, die Opfer unter den Soldaten der betroffenen Ländern wesentlich höher sind, von der Zivilbevölkerung ganz zu schweigen.

Vergleichszahlen USA Sowjetunion Russland
Winterkrieg (Überfall der Sowjetunion auf Finnland,
30.11.39 - 13.03.40)
  167.976*  
Koreakrieg 1950-1953 40.000
Vietnamkrieg 1963 – 1973 58.220
Afghanistan 1979 – 1989 14.500
1. Tschetschenienkrieg 1994 – 1996 14.000
2. Tschetschenienkrieg 1999 – 2009 3.684
Irakkrieg 2003 – 2011 5.272
Afghanistan 2001 – 2021
Gesamte US-geführte Koalition
Inkl. Private Sicherheitsdienste
7.263

*Sokolov, Boris (2000). Der Weg zum Frieden / Geheimnisse des finnischen Krieges -- ISBN 5-7838-0583-1
auch: Petrow, P.w. Winterkrieg. Baltikum, 1939-1940. - Helsinki: RME Group Oy, 2013. - 480 S. — ISBN 978-952-5761-01-6 



Russische Kriegstote - nach absoluten Zahlen

Stand 31.05.2026

Die fünf führenden russischen Regionen in unserer Liste liegen auf der russischen Landkarte dich nebeneinander - im Osten des europäischen Russlands und ganz im Westen des asiatischen Russlands. In diesen fünf Regionen wohnen rund 18 Millionen Menschen, das sind knapp 13% der russischen Bevölkerung. Diese Regionen stellen aber rund 19 Prozent aller Kriegstoten, die meist nicht aus den großen Städten kommen, sondern aus der einfach lebenden Landbevölkerung. 

Viele dieser Dörfer sind nur durch einfache Schotterstraßen an das Verkehrsnetz angebunden, es gibt keine Kanalisation, sondern Plumpsklos außerhalb der Häuser und viele der Dörfer sind auch nicht an das Gasnetz angeschlossen. Aus wirtschaftlicher Not heraus, melden sich die Bewohner als Freiwillige und kommen häufig im Zinksarg wieder nach Hause.

Die Regionen Russlands zeigt diese Landkarte.

  Region Kriegstote
31.05.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Tatarstan 9.959 3.786.488 263,01
2 Baschkortostan 9.913 4.072.292 243,43
3 Tscheljabinsk 6.696 3.476.217 192,62
4 Swerdlowsk 6.682 4.297.747 155,48
5 Perm 6.491 2.635.276 246,31
6 Irkutsk 5.947 2.428.750 244,86
7 Moskau, Oblast 5.888 7.095.120 82,99
8 Krasnodar 5.740 5.226.647 109,82
9 Saratow 5.686 2.521.892 225,47
10 Burjatien 4.835 972.021 497,42
11 Rostow 4.701 4.277.976 109,89
12 Wolgograd 4.149 2.610.161 158,96
13 Kemerowo 4.131 2.763.135 149,50
14 Krasnojarsk 4.064 2.828.187 143,70
15 Nowosibirsk 3.901 2.665.911 146,33
16 Samara 3.893 3.215.532 121,07
17 Altai Region 3.836 2.419.755 158,53
18 Transbaikalien 3.795 1.107.107 342,79
19 St. Petersburg /Leningrad 3.716 6.596.434 56,33
20 Orenburg 3.597 2.033.072 176,92
21 Kirow 3.450 1.341.312 257,21
22 Udmurtien 3.263 1.521.420 214,47
23 Nischni Nowgorod 3.207 3.310.597 96,87
24 Primorje, Region 3.080 1.956.497 157,42
25 Omsk 2.944 1.977.665 148,86
26 Sacha (Jakutien) 2.846 958.528 296,91
27 Dagestan 2.789 2.910.249 95,83
28 Stawropol 2.766 2.786.281 99,27
29 Moskau 2.618 11.503.501 22,76
30 Belgorod 2.567 1.532.526 167,50
31 Woronesch 2.530 2.335.380 108,33
32 Tjumen 2.466 1.340.608 183,95
33 Archangelsk 2.227 1.227.626 181,41
34 Tuwa 2.175 307.930 706,33
35 Uljanowsk 2.104 1.292.799 162,75
36 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 2.076 1.532.243 135,49
37 Wologda 1.963 1.202.444 163,25
38 Twer 1.937 1.353.392 143,12
39 Komi 1.933 901.189 214,49
40 Brjansk, Oblast 1.803 1.278.217 141,06
41 Astrachan 1.774 1.010.073 175,63
42 Tschuwaschien 1.743 1.251.619 139,26
43 Pensa 1.731 1.386.186 124,88
44 Tomsk 1.695 1.047.394 161,83
45 Iwanowo 1.678 1.061.651 158,06
46 Kursk 1.676 1.127.081 148,70
47 Kurgan 1.665 910.807 182,80
48 Wladimir 1.594 1.443.693 110,41
49 Nord- und Südossetien 1.451 766.512 189,30
50 Mari El 1.425 696.459 204,61
51 Karelien 1.417 643.548 220,19
52 Tambow 1.401 1.091.994 128,30
53 Chabarowsk, Region 1.400 1.343.869 104,18
54 Chakassien 1.374 532.403 258,08
55 Lipezk 1.346 1.173.513 114,70
56 Amur Oblast 1.328 830.103 159,98
57 Tula 1.241 1.553.925 79,86
58 Sachalin 1.200 497.973 240,98
59 Jaroslawl 1.169 1.272.468 91,87
60 Kaliningrad 1.166 941.873 123,80
61 Kaluga 1.098 1.010.930 108,61
62 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.089 522.904 208,26
63 Nowgorod 1.076 634.111 169,69
64 Rjasan 1.063 1.154.114 92,11
65 Pskow 984 673.423 146,12
66 Kostroma 971 667.562 145,45
67 Murmansk 927 795.409 116,54
68 Smolensk 920 985.537 93,35
69 Kamtschatka 907 322.079 281,61
70 Mordowien 890 834.755 106,62
71 Orjol 871 786.935 110,68
72 Altai Republik 797 206.168 386,58
73 Kabardino-Balkarien 682 859.939 79,31
74 Kalmückien 592 289.481 204,50
75 Tschetschenien 559 1.268.989 44,05
76 Adygeja 456 439.996 103,64
77 Magadan 454 156.996 289,18
78 Karatschai-Tscherkessien 430 477.859 89,98
79 Inguschetien 280 412.529 67,87
80 Tschuktschen – Automomer Kreis 263 50.526 520,52
81 Jüdische Autonome Oblast 262 176.558 148,39
82 Autonomer Kreis der Nenzen 151 42.090 358,76


Russische Kriegstote - in Relation zur Bevölkerung

Stand 31.05.2026

Russland lässt bevorzugt andere Ethnien für den Krieg der Russen sterben. All die Bewohner der vorderen Regionen in unserer Tabelle treibt in erster Linie ihre Unwissenheit gepaart mit der russischen Propaganda, ihre bescheidene Lebenssituation und das viele Geld in die Fänge des russischen Militärs. Für den russischen Imperialismus sterben bevorzugt Tuwiner, Tschuktschen, Burjaten (in Burjatien, Transbaikalien und Irkutsk), Altaier, Nenzen, Ewenen, Korjaken, Jakuten, Chakassen, Tataren und Baschkiren.

Dramatisch sind weiterhin die hohen Zahlen im bevölkerungsarmen Autonomen Kreis der Tschuktschen - meist gehören diese Toten zur Ethnie der Tschuktschen, von denen etwa 16.000 Menschen übrig geblieben sind. Inzwischen rekrutiert das russische Militär auch verstärkt unter den Jakuten der Republik Sacha. Auch diese Männer sind es gewohnt, unter extremen Winterbedingungen zu arbeiten und zu jagen - also ideale Soldaten für den Krieg in der Ukraine. Ende 2023 stand Sacha noch auf Platz 22 dieser Liste, Ende 2024 auf Platz 16 und jetzt auf Platz 7.

Ungefährdeter Spitzenreiter bleibt die Region Tuwa, eine der ärmsten russischen Regionen. Wenn man - ganz grob - die Todesrate ins Verhältnis zur wehrfähigen Bevölkerung des Landes setzt, so wurden bereits 2,8 % der männlichen, wehrfähigen Bevölkerung im Krieg gegen die Ukraine getötet. Und auch weiterhin melden sich die Männer dieser Region aus wirtschaftlicher Not heraus freiwillig zum Kriegsdienst. Da passt eine andere Zahl dazu, Tuwa hat die höchste Geburtenrate von ganz Russland mit durchschnittlich 2,3 Kindern pro Frau.

Die in der russischen Bevölkerung wenig geliebten Kaukasier - also die Bewohner des Kaukasus - befinden sich fast alle am Ende der Tabelle, obwohl all diese Regionen zu den armen russischen Teilrepubliken zählen. Die politisch unruhigen Provinzen sind während des Krieges ruhig geblieben. Damit das so bleibt, wurden auf große Rekrutierungen verzichtet. So findet man die muslimisch geprägten Kaukasusrepubliken am Ende: Dagestan, Karatschai-Tscherkessien, Kabardino-Balkarien, Inguschetien und Tschetschenien. Die russische Teilrepublik Nordossetien-Alanien, in der die Mehrheit der Bevölkerung christlich-orthodoxen Glaubens ist, weist dagegen eine überdurchschnittliche Todesrate auf. Ebenso die buddhistisch geprägte Teilrepublik Kalmückien aus dem Kaukasusvorland.

Die Regionen Russland zeigt diese Landkarte. Die rot und violett dargestellten Regionen liegen über dem Mittel (132,1) für ganz Russland. 

  Region Todeszahlen
31.05.26
Einwohner Kriegstote pro
100-tausend
Einwohner
1 Tuwa 2.175 307.930 706,33
2 Tschuktschen – Automomer Kreis 263 50.526 520,52
3 Burjatien 4.835 972.021 497,42
4 Altai Republik 797 206.168 386,58
5 Autonomer Kreis der Nenzen 151 42.090 358,76
6 Transbaikalien 3.795 1.107.107 342,79
7 Sacha (Jakutien) 2.846 958.528 296,91
8 Magadan 454 156.996 289,18
9 Kamtschatka 907 322.079 281,61
10 Tatarstan 9.959 3.786.488 263,01
11 Chakassien 1.374 532.403 258,08
12 Kirow 3.450 1.341.312 257,21
13 Perm 6.491 2.635.276 246,31
14 Irkutsk 5.947 2.428.750 244,86
15 Baschkortostan 9.913 4.072.292 243,43
16 Sachalin 1.200 497.973 240,98
17 Saratow 5.686 2.521.892 225,47
18 Karelien 1.417 643.548 220,19
19 Komi 1.933 901.189 214,49
20 Udmurtien 3.263 1.521.420 214,47
21 Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen 1.089 522.904 208,26
22 Mari El 1.425 696.459 204,61
23 Kalmückien 592 289.481 204,50
24 Tscheljabinsk 6.696 3.476.217 192,62
25 Nord- und Südossetien 1.451 766.512 189,30
26 Tjumen 2.466 1.340.608 183,95
27 Kurgan 1.665 910.807 182,80
28 Archangelsk 2.227 1.227.626 181,41
29 Orenburg 3.597 2.033.072 176,92
30 Astrachan 1.774 1.010.073 175,63
31 Nowgorod 1.076 634.111 169,69
32 Belgorod 2.567 1.532.526 167,50
33 Wologda 1.963 1.202.444 163,25
34 Uljanowsk 2.104 1.292.799 162,75
35 Tomsk 1.695 1.047.394 161,83
36 Amur Oblast 1.328 830.103 159,98
37 Wolgograd 4.149 2.610.161 158,96
38 Altai Region 3.836 2.419.755 158,53
39 Iwanowo 1.678 1.061.651 158,06
40 Primorje, Region 3.080 1.956.497 157,42
41 Swerdlowsk 6.682 4.297.747 155,48
42 Kemerowo 4.131 2.763.135 149,50
43 Omsk 2.944 1.977.665 148,86
44 Kursk 1.676 1.127.081 148,70
45 Jüdische Autonome Oblast 262 176.558 148,39
46 Nowosibirsk 3.901 2.665.911 146,33
47 Pskow 984 673.423 146,12
48 Kostroma 971 667.562 145,45
49 Krasnojarsk 4.064 2.828.187 143,70
50 Twer 1.937 1.353.392 143,12
51 Brjansk, Oblast 1.803 1.278.217 141,06
52 Tschuwaschien 1.743 1.251.619 139,26
53 Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) 2.076 1.532.243 135,49
54 Tambow 1.401 1.091.994 128,30
55 Pensa 1.731 1.386.186 124,88
56 Kaliningrad 1.166 941.873 123,80
57 Samara 3.893 3.215.532 121,07
58 Murmansk 927 795.409 116,54
59 Lipezk 1.346 1.173.513 114,70
60 Orjol 871 786.935 110,68
61 Wladimir 1.594 1.443.693 110,41
62 Rostow 4.701 4.277.976 109,89
63 Krasnodar 5.740 5.226.647 109,82
64 Kaluga 1.098 1.010.930 108,61
65 Woronesch 2.530 2.335.380 108,33
66 Mordowien 890 834.755 106,62
67 Chabarowsk, Region 1.400 1.343.869 104,18
68 Adygeja 456 439.996 103,64
69 Stawropol 2.766 2.786.281 99,27
70 Nischni Nowgorod 3.207 3.310.597 96,87
71 Dagestan 2.789 2.910.249 95,83
72 Smolensk 920 985.537 93,35
73 Rjasan 1.063 1.154.114 92,11
74 Jaroslawl 1.169 1.272.468 91,87
75 Karatschai-Tscherkessien 430 477.859 89,98
76 Moskau, Oblast 5.888 7.095.120 82,99
77 Tula 1.241 1.553.925 79,86
78 Kabardino-Balkarien 682 859.939 79,31
79 Inguschetien 280 412.529 67,87
80 St. Petersburg /Leningrad 3.716 6.596.434 56,33
81 Tschetschenien 559 1.268.989 44,05
82 Moskau 2.618 11.503.501 22,76


Anmerkungen:

Wir beobachten die Situation in allen Regionen Russlands. Alle registrierten Kriegstoten stammen aus offenen Quellen und werden von uns auf die Originalinformation verlinkt. Es kann allerdings vorkommen, dass diese von den Verfassern nachträglich gelöscht werden. In diesem Fall liegt uns ein Screenshot vor.

Die Sortierung der Kriegstoten nach Regionen ist extrem zeitraubend. Nur die wenigsten Meldungen kommen von amtlicher Seite, sondern meist von Freunden oder Familie. Hier sind die Angaben häufig unbestimmt, so dass fast alles nachrecherchiert werden muss. Da die Todeszahlen weiter steigen, haben wir im Jahr 2024 die Informationen in unseren Tabellen weiter reduziert, um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten und veröffentlichen nur noch die Namen, die Ortsangabe, den Link auf die Originalinformation, die Altersangabe und den Tag des Todes, falls verfügbar.

Die von uns angegebenen Bevölkerungszahlen stammen von der russischen Zählung aus dem Jahr 2010. Zu Beginn des Krieges lagen uns keine aktuelleren Zahlen vor. Inzwischen gibt es eine neuere Zählung zum 1.1.2024. Danach ist die Bevölkerung inzwischen um etwas mehr als drei Millionen gewachsen. Zudem gibt es weiterhin eine Landflucht in die russischen Zentren. Der besseren Vergleichbarkeit haben wir bisher die Zahlen von 2010 belassen, da die rechnerischen Unterschiede meist nicht bedeutend wären.

Zusatzinformationen

Wir nehmen in die Statistik nur solche Kriegstote auf, bei denen es Hinweise auf eine russische Heimatregion gibt. Alle anderen werden als unbekannte Region geführt. Häufig kommen die Nachrichten von Verwandten, Kollegen oder Soldaten aus dem selben Trupp. Fehlt ein Hinweis auf den Lebensmittelpunkt, nehmen wir an, dass der getötete Soldat aus der selben Region wie der Berichterstatter stammt. Das muss nicht immer zutreffen.

Alle weiteren Informationen sind statistisch wenig aussagekräftig. Man kann schon froh sein, wenn der Name in der Todesnachricht genannt wird, statt unser Vater, Bruder, Schwager oder ein Kosenamen. Auch lange Texte enthalten häufig wenig Verwertbares. Wer genauere Informationen über Alter, Beruf, militärischer Rang, Todesort usw. haben möchte, müsste danach sehr umfangreich recherchieren. Das ist uns in diesem Zusammenhang nicht möglich.

Neu ab 28.03.24
Da wir nur noch einfache Tabellen veröffentlichen, müssen wir auch die Darstellungen vereinfachen. In den Meldungen kommen ganz unterschiedliche Darstellungen des Alters vor. Wir veröffentlichen nur noch zwei Varianten: xx Jahre(alt), oder geboren am, spätestens getötet am. Ist kein genaues Datum angegeben, sondern z.B. nur 1984, dann geben wir 1.1.1984 an. Oder falls nur der Monat angegeben ist, dann wird der 1. Tag im Monat angezeigt. Das hilft uns bei statistischen Auswertungen des Alters.

Uns liegen Fotos von Grabstellen russischer Soldaten vor, die aus nicht öffentlichen Quellen stammen. In diesen Fällen verlinken wir die aussagekräftigen Fotos auf unseren Webserver.

Grundlage unserer Abschätzungen

Wir wissen, dass wir mit unseren Zahlen nur bedingt die Realität abbilden. Viele Kriegstote werden öffentlich verschwiegen. Das bringt uns zu folgenden Überlegungen:

  • Der ehemalige russische Offizier Vitaly Votanovsky hat die Friedhöfe in der gesamten Region Krasnodar aufgesucht und dabei die Gräber von Kriegstoten ermittelt, die von den Medien nicht veröffentlicht wurden. Man kann also davon ausgehen, dass zumindest in dieser Region die meisten gefallenen Soldaten auch erfasst wurden. Insgesamt haben wir in Krasnodar (Stand 15.10.23) 1.167 gefallene Soldaten gelistet, davon wurden 699 in den Medien veröffentlicht, Vitaly Votanovsky oder seine Mitstreiter haben bis zu diesem Zeitpunkt die Gräber von 468 weiteren Gefallenen aufgezählt. Das bedeutet, dass in der Region Krasnodar gerundet etwa 60% aller Kriegstoten durch die Medien veröffentlicht wurden. 
  • Auch am Beispiel der Toten von Makijiwka ergeben sich ähnliche Relationen. 89 tote Soldaten wurden gemeldet, wir haben 137 gelistet, das ergibt etwa 65 Prozent der öffentlich gemachten Opfer.
  • Die tatarische Initiative "Tot aus Tatarstan" hat in ihrer Region ein umfassendes Bild der Opferzahlen erstellt. Danach hatten wir bis Oktober 24 etwa 67% aller Kriegstoten erfasst.
  • Der britische Geheimdienst hat zuletzt am 04.12.23 sich zu den russischen Verlustzahlen geäußert. Nach seinen Angaben hätte Russland 50.000 tote Soldaten und 20.000 getötete Wagnersöldner zu verzeichnen. Dazu kämen 180.000 bis 240.000 verwundete Soldaten und 40.000 verwundete Wagner-Söldner. Die Anzahl der getöteten Wagner-Söldner bezieht sich übrigens auf eine Aussage von Jewgeny Prigoschin vor seiner Attacke auf das russische Militärsystem.
  • Die Kriegstoten stellen aber nur einen Teil der Opferzahlen dar. Viele Soldaten wurden schwer traumatisiert – an Körper und Seele. Die BBC trifft dazu folgende Aussage: Nach Beobachtungen des US Center for Naval Analysis kommen auf jeden russischen Soldaten, der während des Krieges in der Ukraine getötet wurde, im Durchschnitt etwa dreieinhalb Verwundete. Durch die Situation an der Front im Jahr 2025 korrigieren wir den Multiplikator  ab Juli 1025.
  • Neu ab 01.07.2025
    Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht,  mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Die ukrainische Initiative "Ich will leben" schreibt dazu:
    Aufgrund des Fehlens eines normalen Systems zur Evakuierung von Verwundeten vom Schlachtfeld kommen auf einen Gefallenen nur 1,3 verwundete Soldaten. Dies zeugt von einer geringen Überlebensrate der Verwundeten, die nur unzureichend in taktischer Medizin ausgebildet sind und nach einer Verwundung in der Regel ohne Hilfe zurückgelassen werden.
    Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025  den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.

Unsere Verlinkungen

Die meisten von uns erfassen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine stammen aus den sozialen Netzwerken Russlands (VKontake, Odnoklassniki). Diese Netzwerke werden von nicht durch uns betriebene Bots nach Stichworten abgesucht. Wir erhalten so Listen mit Links.

Bis wir diese Listen dann überprüfen gehen einige Tage ins Land. Es kommt häufig vor, dass inzwischen die Nachricht bereits gelöscht wurde. Finden wir keinen Alternativlink, veröffentlichen wir Sekundärlinks (pechalbeda200, poisk_in_ua), die nach unserer Erfahrung zuverlässig sind oder verlinken auf ein aussagekräftiges Foto in unserer eigenen Datenbank.

Der Krieg dauert inzwischen über vier Jahre. In dieser Zeit sind auch zahlreiche Zeitungen, Internetmedien und Telegramkanäle aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr erreichbar. Hier laufen unsere Links ins Nirwana, dafür liegen uns Screenshots der Meldungen vor.


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