Valery Viktorowitsch Awerin

Russischen Studenten wurde Ende 2025 bis Anfang 2026 ein lukrativer Job angeboten. Sie konnten ein Urlaubsjahr von ihrer Ausbildung einlegen, bekamen danach garantiert ihren Studienplatz zurück, wenn sie einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär abschlossen und sich als Drohnenpiloten ausbilden ließen. Jede Berufsschule und Universität sollte mindestens zwei Prozent ihrer Auszubildenden für das Programm abstellen. Wir haben darüber berichtet (Link 01, 2, 3). All diesen Studenten wurde ein sicherer Job fernab der Front versprochen.

Bereits jetzt ist der erste Drohnenpilot aus diesem Programm wieder nach Hause gekommen: Valery Viktorowitsch Awerin aus dem Dorf Bolschaja Kudara in Burjatien. (Foto)

Das Dorf liegt in einem landwirtschaftlich genutztem Bezirk direkt an der Grenze zur Mongolei. Die Bevölkerung nimmt stetig ab von 46.000 im Jahr 1987 auf heute 31.000. 

Valery kam bereits als Verlierer auf die Welt. Er wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde erst im Alter von 11 Jahren in eine Familie aufgenommen. Nach der Schule besuchte er die „Staatliche Berufsschule der Republik Burjatien für Bau- und Industrietechnologien“ mit dem Fach Fertigbau.

Er war technikbegeistert, half gerne anderen, war ein verlässlicher Kamerad, ein treuer Sohn und ein fürsorglicher Bruder.

Auch Valery konnte dem Werben des Militärs nicht widerstehen und unterschrieb am 3. Januar 2026 einen Vertrag als Drohnenpilot. Danach bekam er eine militärische und technische Ausbildung, die etwa zwei Monate dauern sollte.

Doch wie vorherzusehen konnte das russische Militär das Versprechen eines „sicheren“ Arbeitsplatzes nicht einhalten. Statt die einheimische Bevölkerung mit Drohnen zu terrorisieren und ukrainische Soldaten zu töten, wurde Valery selbst am 6. April 2026 getötet. Er hat folglich nur einen Monat an der Front überlebt.

Der Nachruf formulierte dann noch ein paar weitere Lügen: Valery hätte sein Vaterland verteidigt und wäre heldenhaft gestorben.

Am 25. April 2026  wurde Valery in seinem Heimatdorf begraben.


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