Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Der Führer im Bunker
Anfang Mai 2026 wurde ein EU-Geheimdienstbericht öffentlich, in dem berichtet wird, dass der russische Präsident sich zunehmend abschotte und die Sicherheitskontrollen in seinem Umfeld verschärft wurden. Wladimir Putin würde sich zunehmend in extra für ihn hergerichteten Bunkern verschanzen und die Öffentlichkeit mit vorab aufgezeichnetem Videomaterial täuschen. Nachprüfbar ist auf jeden Fall, dass Putin sich in der Öffentlichkeit immer seltener zeigt.
All das ist nicht unbegründet. Auf Grund des langen Kriegsverlaufes, ausbleibender Erfolge an der Front und schlechten Wirtschaftsdaten baut sich nicht nur unter den russischen Kriegsbloggern eine gewisse Unruhe auf. Man kann annehmen, dass im Hintergrund unter den Silowiki (höhere Beamte/Kommandeure mit Einfluss) ein Zerren um die aktuelle Gunst und spätere Nachfolge von Wladimir Putin begonnen hat. Der russische Präsident benötigt dringend Bewegung im Krieg gegen die Ukraine, die Verhandlungen im Dreierformat Russland, USA, Ukraine sind festgefahren.
Die Crux mit den Verhandlungen
Zu Beginn der Verhandlungen schien alles nach Putins Plan zu verlaufen. Der amerikanische Präsident ging auf die Vorschläge Russlands ein - Abzug der Ukraine aus dem Donbass, Anerkennung der Krim als Teil Russlands, keine europäischen Truppen in einer Friedensmission in der Ukraine und nur wage Sicherheitszusagen der USA. Russland wollte als Gegenleistung mit Donald Trump milliardenschwere Geschäftsvorhaben bei der Ausbeutung von russischen Mineralienvorkommen und fossiler Energie vereinbaren. Der ukrainische Präsident wurde vor der internationalen Presse am Amtssitz von Trump regelrecht gedemütigt.
Der Plan scheiterte - am Widerstand aller europäischen Regierungen, an der Resilienz der Ukraine und nicht zuletzt an der Unfähigkeit der amerikanischen Vermittler. Denn Donald Trump setzte statt erfahrener Diplomaten zwei Geschäftsleute als Verhandlungsdelegation ein - Jared Kushner, seinen Schwiegersohn und den Immobilieninvestor Steve Wittkoff. „Man braucht die USA für Friedensverhandlungen nicht mehr so sehr“, schreibt die New York Times.
So ist es kein Zufall, dass Russlands Präsident plötzlich einen europäischen Vermittler ins Spiel bringt - seinen Freund Gerhard Schröder. Auch seine Wortwahl gegenüber dem ukrainischen Präsidenten Zelensky hat sich in den letzten Tagen geändert. Während Putin ihn früher meist als drogenabhängigen Komiker titulierte, nannte er ihn zuletzt ganz höflich Herr Zelensky.
Es sind vor allem wirtschaftliche Gründe für Russland, diesen Krieg zu einem Ende zu bringen. Die Rücklagen des Landes schwinden, über Bankkredite wurde teilweise die Rüstungsproduktion finanziert, diese Kredite werden irgendwann fällig. Zudem werden ständig Investitionen in Infrastruktur und Bildung zurückgestellt, auch das lässt sich nicht beliebig so fortsetzen. Je länger der Krieg dauert, um so schwächer wird Russlands Verhandlungsposition.
Die ungeheuren Verluste an getöteten und versehrten Soldaten spielen allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Das menschliche Leben zählt für für die Entscheider in Russland nur wenig bis nichts.
Europa sollte die aktuelle Situation nutzen, die Verhandlungen an sich ziehen und eine starke, erfahrene Persönlichkeit als Vertreter ernennen. Dieser Krieg in Europa sollte von Europa auch beendet werden.
Wie stehen die Russen zum Krieg gegen die Ukraine?
Dazu zitieren wir - wie immer an dieser Stelle - das einzig verbliebene unabhängige Meinungsforschungsinstitut in Russland:
Lewada-Zentrum vom 07.05.2026
- Im April 2026 verfolgten vier von zehn Befragten die Ereignisse in der Ukraine aufmerksam, während ein Fünftel sie überhaupt nicht verfolgte.
- Seit Ende des letzten Jahres hat das Interesse an dem Konflikt allmählich nachgelassen.
- Die Mehrheit der Russen unterstützt das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine; dieser Anteil ist in den letzten drei Monaten jedoch kontinuierlich gesunken.
- Sechs von zehn Befragten halten Friedensverhandlungen für notwendig, während etwa ein Viertel die Fortsetzung der Militäraktion befürwortet.
Die Mehrheit der Befragten (69 %) befürwortet das Vorgehen der russischen Streitkräfte in der Ukraine (davon 38 % „definitiv“ und 31 % „eher“). Dieser Wert ist seit Mai 2025 um 11 Prozentpunkte gesunken. 21 % der Befragten lehnen das Vorgehen des russischen Militärs ab (10 % „definitiv“ und 11 % „eher“), was einem Anstieg um 8 Prozentpunkte seit Mai 2025 entspricht.
Liste der Regionen
Stand 31.03.2026
Wenn man ganz grob die erfassten russischen Kriegstoten im Monat März analysiert, so setzt sich etwa die Hälfte aller Eintragungen nicht aus dem aktuellen Kriegsgeschehen zusammen, sondern stammt aus Suchmeldungen vermisster Soldaten, deren Tod das russische Erbschaftsregister bestätigt hat. Dazu kommt der Abgleich mit den Daten anderer Initiativen, die russische Kriegstote erfassen - zum Beispiel die Wolgaregion, die von einer lokalen Ausgabe von Radio Free Europe erfasst wird.

Die meisten von uns erfassten gefallenen Soldaten kommen im Monat März aus Rostow (327), Oblast Moskau (282), Tatarstan (276), Irkutsk (266), Belgorod (259), Tscheljabinsk (241), Krasnodar (213), Baschkortostan (205) und Stawropol (204). Bei den Kriegstoten aus Baschkortostan macht sich jetzt der Rückzug der Initiative „Fremder Krieg“ bemerkbar, die erfassten Zahlen sind deshalb zurück gegangen. Aus 31 russischen Regionen haben wir mehr als 100 Kriegstote im Berichtsmonat erfasst.
69 Gefallene konnten wir keiner russischen Region zuordnen. Meist handelt es sich dabei um Suchanfragen von Angehörigen, die irgendwann mitteilen, dass der Gesuchte bei Kampfhandlungen gefallen ist, aber die Ortsangaben fehlen. Diese Zahl wird auch in Zukunft nicht kleiner werden, da es uns auf Grund der großen Anzahl der Toten nicht möglich ist, solche Meldungen weiter zu recherchieren. Insgesamt haben wir in unseren Listen etwa 4,3% gefallene Soldaten, die wir keiner Region zuordnen konnten. Man kann auf die von uns veröffentlichten Zahlen aus den Regionen also getrost jeweils 4% dazu zählen.
Ausländische Söldner können wir in der Regel nicht erfassen, da es weder offizielle Mitteilungen, keine Nachrichten und auch keine Suchanfragen von Angehörigen in den „Sozialen Medien“ gibt. Im März 2026 fanden wir einen Abchasen (Teil Georgiens von Russland annektiert), zwei Belarussen (Weißrussen), zwei Inder, einen Kasachen, einen Nepalesen, einen Serben, einen Bürger Ugandas, 27 Ukrainer (1 x Charkiw, 13 Donezk, 13 Luhansk) und drei Usbeken unter den Kriegstoten.
Allerdings hat die ukrainische staatliche Initiative „Ich will leben“ zusätzliche Listen veröffentlicht, die sich als authentisch herausgestellt haben:
- Belarus: Liste mit 314 Soldaten aus Weißrussland vom 24.11.25
- Indien: Der indische Außenminister erklärte, dass es sich um mehr als 200 von Russland an die Front geschickte Personen handelt, von denen 26 getötet wurden und weitere 7 vermisst sind. Liste (deutsch) mit 22 Namen von getöteten Indern vom 24.11.25. Der von uns im Dezember 2025 registrierte Inder, Godara Adschaja, ist nicht auf der Liste.
- Kamerun: Liste mit 93 getöteten Söldnern aus Kamerun
- Kasachen: Liste mit 270 getöteten Soldaten aus Kasachstan vom 15.10.25.
- Kenia: 5 getötete Soldaten, die sich weigerten, an Angriffen teilzunehmen.
- Kirgisen: Liste mit 143 getöteten Soldaten aus Kirgisien vom 31.10.25.
- Kuba: Eine Liste von 55 kubanischen Söldnern haben wir hier veröffentlicht.
- Tadschiken: Liste mit 446 getöteten Soldaten aus Tadschikistan vom 09.10.2025.
- Usbeken: Liste mit 481 Söldnern aus Usbekistan vom 29.10.2025
In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjönjang ist ein großer Museumskomplex entstanden, der den im Krieg gegen die Ukraine getöteten nordkoreanischen Soldaten gewidmet ist. Es gibt dort zwei Mauern, auf denen die Namen der getöteten Soldaten gelistet sind. Die BBC hat daraus errechnet, dass rund 2.300 Nordkoreaner getötet wurden (Beitrag in englischer Sprache).
In der Summe ergibt das rund 4.200 weitere Kriegstote, die für die russische Sache gekämpft haben, die aber meist nicht in unseren Statistiken enthalten sind.
| Region | Todeszahlen 28.02.2026 |
Todeszahlen 31.03.2026 |
Einwohner | Kriegstote pro 100-tausend Einwohner |
|
| 1 | Adygeja | 359 | 432 | 439.996 | 98,18 |
| 2 | Altai Region | 3.454 | 3.591 | 2.419.755 | 148,40 |
| 3 | Altai Republik | 720 | 743 | 206.168 | 360,39 |
| 4 | Amur Oblast | 1.115 | 1.239 | 830.103 | 149,26 |
| 5 | Archangelsk | 1.932 | 2.056 | 1.227.626 | 167,48 |
| 6 | Astrachan | 1.577 | 1.680 | 1.010.073 | 166,32 |
| 7 | Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) | 1.839 | 1.946 | 1.532.243 | 127,00 |
| 8 | Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen | 969 | 1.010 | 522.904 | 193,15 |
| 9 | Autonomer Kreis der Nenzen | 128 | 137 | 42.090 | 325,49 |
| 10 | Baschkortostan | 9.189 | 9.394 | 4.072.292 | 230,68 |
| 11 | Belgorod | 2.155 | 2.414 | 1.532.526 | 157,52 |
| 12 | Brjansk, Oblast | 1.576 | 1.680 | 1.278.217 | 131,43 |
| 13 | Burjatien | 4.389 | 4.569 | 972.021 | 470,05 |
| 14 | Chabarowsk, Region | 1.164 | 1.288 | 1.343.869 | 95,84 |
| 15 | Chakassien | 1.225 | 1.290 | 532.403 | 242,30 |
| 16 | Dagestan | 2.523 | 2.668 | 2.910.249 | 91,68 |
| 17 | Inguschetien | 240 | 264 | 412.529 | 64,00 |
| 18 | Irkutsk | 5.262 | 5.528 | 2.428.750 | 227,61 |
| 19 | Iwanowo | 1.519 | 1.552 | 1.061.651 | 146,19 |
| 20 | Jaroslawl | 1.058 | 1.077 | 1.272.468 | 84,64 |
| 21 | Jüdische Autonome Oblast | 197 | 198 | 176.558 | 112,14 |
| 22 | Kabardino-Balkarien | 532 | 624 | 859.939 | 72,56 |
| 23 | Kaliningrad | 1.048 | 1.094 | 941.873 | 116,15 |
| 24 | Kalmückien | 525 | 531 | 289.481 | 183,43 |
| 25 | Kaluga | 973 | 1.017 | 1.010.930 | 100,60 |
| 26 | Kamtschatka | 792 | 836 | 322.079 | 259,56 |
| 27 | Karatschai-Tscherkessien | 350 | 403 | 477.859 | 84,33 |
| 28 | Karelien | 1.224 | 1.295 | 643.548 | 201,23 |
| 29 | Kemerowo | 3.823 | 3.934 | 2.763.135 | 142,37 |
| 30 | Kirow | 3.136 | 3.192 | 1.341.312 | 237,98 |
| 31 | Komi | 1.727 | 1.818 | 901.189 | 201,73 |
| 32 | Kostroma | 837 | 899 | 667.562 | 134,67 |
| 33 | Krasnodar | 5.182 | 5.395 | 5.226.647 | 103,22 |
| 34 | Krasnojarsk | 3.643 | 3.733 | 2.828.187 | 131,99 |
| 35 | Kurgan | 1.492 | 1.544 | 910.807 | 169,52 |
| 36 | Kursk | 1.433 | 1.556 | 1.127.081 | 138,06 |
| 37 | Lipezk | 1.179 | 1.262 | 1.173.513 | 107,54 |
| 38 | Magadan | 424 | 431 | 156.996 | 274,53 |
| 39 | Mari El | 1.289 | 1.358 | 696.459 | 194,99 |
| 40 | Mordowien | 744 | 836 | 834.755 | 100,15 |
| 41 | Moskau | 2.096 | 2.285 | 11.503.501 | 19,86 |
| 42 | Moskau, Oblast | 5.320 | 5.602 | 7.095.120 | 78,96 |
| 43 | Murmansk | 786 | 807 | 795.409 | 101,46 |
| 44 | Nischni Nowgorod | 2.857 | 2.939 | 3.310.597 | 88,78 |
| 45 | Nord- und Südossetien | 1.313 | 1.350 | 766.512 | 176,12 |
| 46 | Nowgorod | 960 | 998 | 634.111 | 157,39 |
| 47 | Nowosibirsk | 3.505 | 3.574 | 2.665.911 | 134,06 |
| 48 | Omsk | 2.547 | 2.599 | 1.977.665 | 131,42 |
| 49 | Orenburg | 3.247 | 3.328 | 2.033.072 | 163,69 |
| 50 | Orjol | 775 | 831 | 786.935 | 105,60 |
| 51 | Pensa | 1.570 | 1.612 | 1.386.186 | 116,29 |
| 52 | Perm | 5.851 | 6.035 | 2.635.276 | 229,01 |
| 53 | Primorje, Region | 2.802 | 2.864 | 1.956.497 | 146,38 |
| 54 | Pskow | 916 | 930 | 673.423 | 138,10 |
| 55 | Rjasan | 907 | 1.021 | 1.154.114 | 88,47 |
| 56 | Rostow | 4.026 | 4.353 | 4.277.976 | 101,75 |
| 57 | Sacha (Jakutien) | 2.617 | 2.708 | 958.528 | 282,52 |
| 58 | Sachalin | 1.139 | 1.143 | 497.973 | 229,53 |
| 59 | Samara | 3.590 | 3.674 | 3.215.532 | 114,26 |
| 60 | Saratow | 5.149 | 5.311 | 2.521.892 | 210,60 |
| 61 | St. Petersburg /Leningrad | 3.282 | 3.458 | 6.596.434 | 52,42 |
| 62 | Smolensk | 724 | 737 | 985.537 | 74,78 |
| 63 | Stawropol | 2.335 | 2.539 | 2.786.281 | 91,13 |
| 64 | Swerdlowsk | 6.122 | 6.286 | 4.297.747 | 146,26 |
| 65 | Tambow | 1.188 | 1.275 | 1.091.994 | 116,76 |
| 66 | Tatarstan | 8.834 | 9.110 | 3.786.488 | 240,59 |
| 67 | Tjumen | 2.236 | 2.300 | 1.340.608 | 171,56 |
| 68 | Tomsk | 1.582 | 1.609 | 1.047.394 | 153,62 |
| 69 | Transbaikalien | 3.221 | 3.329 | 1.107.107 | 300,69 |
| 70 | Tscheljabinsk | 5.895 | 6.136 | 3.476.217 | 176,51 |
| 71 | Tschetschenien | 451 | 525 | 1.268.989 | 41,37 |
| 72 | Tschuktschen – Automomer Kreis | 233 | 241 | 50.526 | 476,98 |
| 73 | Tschuwaschien | 1.610 | 1.684 | 1.251.619 | 134,55 |
| 74 | Tula | 995 | 1.162 | 1.553.925 | 74,78 |
| 75 | Tuwa | 1.997 | 2.045 | 307.930 | 664,11 |
| 76 | Twer | 1.744 | 1.826 | 1.353.392 | 134,92 |
| 77 | Udmurtien | 2.972 | 3.043 | 1.521.420 | 200,01 |
| 78 | Uljanowsk | 1.893 | 1.946 | 1.292.799 | 150,53 |
| 79 | Wladimir | 1.356 | 1.454 | 1.443.693 | 100,71 |
| 80 | Wolgograd | 3.804 | 3.993 | 2.610.161 | 152,98 |
| 81 | Wologda | 1.731 | 1.837 | 1.202.444 | 152,77 |
| 82 | Woronesch | 2.260 | 2.299 | 2.335.380 | 98,44 |
| Summe Regionen | 181.381 | 189.312 | |||
| Krim | 2.007 | 2.194 | 1.909.499 | 105,11 | |
| Wagner Friedhof Krasnodar | 695 | 695 | |||
| Wagner ohne Region | 576 | 577 | |||
| Unbekannte Region | 6.315 | 6.421 | |||
| Gesamtzahl | 190.974 | 199.199 | 144.526.636 | 137,83 |
Unsere Abschätzung der gesamten Verluste
30.04.2026
Natürlich wissen wir, dass wir mit der Durchforstung der öffentlich zugänglichen Quellen nicht alle russischen Verluste erfassen können. Wir sind der Auffassung, dass wir nur 60% der tatsächlichen Verluste gefunden haben. Dieser Wert bestätigt sich - in etwa - immer wieder, zum Beispiel bei den Auswertungen längeren Videozusammenstellungen russischer Kriegstoter (Beispiel) und aus der Erfahrung der vier Kriegsjahre heraus, dürfte dieser konservative Wert der Realität ziemlich nahe kommen.
Bitte beachtet, dass viele Regionen auf den hinteren Platzen in unserer Liste "Kriegstote in Relation zur Bevölkerung" nur deshalb so wenige Verluste zu verzeichnen haben, weil die Behörden entsprechende Meldungen konsequent zurückhalten. Die Stadt Moskau, die Oblast Moskau und die Stadt St. Petersburg sind die bevölkerungsreichsten Regionen in ganz Russland. Gerade aus diesen Gebieten kommen nur wenige Informationen über die lokalen russischen Verluste.
Bisher haben wir einen Faktor von 3,5 Verletzten pro russischen Gefallenen in unseren Abschätzungen benutzt. Dieser Multiplikator hat in den ersten Kriegsjahren eine realistische Darstellung der russischen Verluste ergeben. Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee, nämlich keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe zu schicken, sondern mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen versuchen, die ukrainische Abwehr zu infiltrieren, ist dieser Faktor nicht mehr zu halten. Wir haben deshalb unsere Abschätzung angepasst. Details dazu findet ihr in den Anmerkungen.
Abschätzung zum 30. April 2026
| Ermittelte Kriegstote |
Geschätzte Gesamtzahl |
Geschätzte Verletzte |
Gesamt- verluste |
|
| Unsere Statistik (30.04.2026) |
206.310 | 344.000 60% erfasst |
938.000* |
1.282.000 |
* Berechnung der Opferzahlen:
Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht, mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025 den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.
| Opferzahlen ab 1.07.2025 | Tote | Geschätzt | Verwundet | Gesamt- verluste |
| bis 30.06.25 | 126.599 | 210.998 | 738.494 | |
| bis 31.03.26 | 206.310 | 343.850 | ||
| Zuwachs | 72.602 | 132.852 | 199.278 | |
| 937.772 | 1.281.622 |
Vergleichszahlen:
Zum Schluss wollen wir die Opferzahlen aus anderen Kriegen vorstellen. Damit jedem Leser auch die Dramatik der russischen Todeszahlen bewusst wird. Bitte beachtet, dass diese Zahlen nur die Kriegstoten jener genannten Länder benennen, die Opfer unter den Soldaten der betroffenen Ländern wesentlich höher sind, von der Zivilbevölkerung ganz zu schweigen.
| Vergleichszahlen | USA | Sowjetunion | Russland |
| Winterkrieg (Überfall der Sowjetunion auf Finnland, 30.11.39 - 13.03.40) |
167.976* | ||
| Koreakrieg 1950-1953 | 40.000 | ||
| Vietnamkrieg 1963 – 1973 | 58.220 | ||
| Afghanistan 1979 – 1989 | 14.500 | ||
| 1. Tschetschenienkrieg 1994 – 1996 | 14.000 | ||
| 2. Tschetschenienkrieg 1999 – 2009 | 3.684 | ||
| Irakkrieg 2003 – 2011 | 5.272 | ||
| Afghanistan 2001 – 2021 Gesamte US-geführte Koalition Inkl. Private Sicherheitsdienste |
7.263 |
*Sokolov, Boris (2000). Der Weg zum Frieden / Geheimnisse des finnischen Krieges -- ISBN 5-7838-0583-1
auch: Petrow, P.w. Winterkrieg. Baltikum, 1939-1940. - Helsinki: RME Group Oy, 2013. - 480 S. — ISBN 978-952-5761-01-6
Russische Kriegstote - nach absoluten Zahlen
Stand 31.03.2026
Die fünf führenden russischen Regionen in unserer Liste liegen auf der russischen Landkarte dich nebeneinander - im Osten des europäischen Russlands und ganz im Westen des asiatischen Russlands. In diesen fünf Regionen wohnen rund 18 Millionen Menschen, das sind knapp 13% der russischen Bevölkerung. Diese Regionen stellen aber rund 20 Prozent aller Kriegstoten, die meist nicht aus den großen Städten kommen, sondern aus der einfach lebenden Landbevölkerung.
Viele dieser Dörfer sind nur durch einfache Schotterstraßen an das Verkehrsnetz angebunden, es gibt keine Kanalisation, sondern Plumpsklos außerhalb der Häuser und viele der Dörfer sind auch nicht an das Gasnetz angeschlossen. Aus wirtschaftlicher Not heraus, melden sich die Bewohner als Freiwillige und kommen meist im Zinksarg wieder nach Hause.
Die Regionen Russlands zeigt diese Landkarte.
| Region | Todeszahlen 31.03.2026 |
Einwohner | Kriegstote pro 100-tausend Einwohner |
|
| 1 | Baschkortostan | 9.394 | 4.072.292 | 230,68 |
| 2 | Tatarstan | 9.110 | 3.786.488 | 240,59 |
| 3 | Swerdlowsk | 6.286 | 4.297.747 | 146,26 |
| 4 | Tscheljabinsk | 6.136 | 3.476.217 | 176,51 |
| 5 | Perm | 6.035 | 2.635.276 | 229,01 |
| 6 | Moskau, Oblast | 5.602 | 7.095.120 | 78,96 |
| 7 | Irkutsk | 5.528 | 2.428.750 | 227,61 |
| 8 | Krasnodar | 5.395 | 5.226.647 | 103,22 |
| 9 | Saratow | 5.311 | 2.521.892 | 210,60 |
| 10 | Burjatien | 4.569 | 972.021 | 470,05 |
| 11 | Rostow | 4.353 | 4.277.976 | 101,75 |
| 12 | Wolgograd | 3.993 | 2.610.161 | 152,98 |
| 13 | Kemerowo | 3.934 | 2.763.135 | 142,37 |
| 14 | Krasnojarsk | 3.733 | 2.828.187 | 131,99 |
| 15 | Samara | 3.674 | 3.215.532 | 114,26 |
| 16 | Altai Region | 3.591 | 2.419.755 | 148,40 |
| 17 | Nowosibirsk | 3.574 | 2.665.911 | 134,06 |
| 18 | St. Petersburg /Leningrad | 3.458 | 6.596.434 | 52,42 |
| 19 | Transbaikalien | 3.329 | 1.107.107 | 300,69 |
| 20 | Orenburg | 3.328 | 2.033.072 | 163,69 |
| 21 | Kirow | 3.192 | 1.341.312 | 237,98 |
| 22 | Udmurtien | 3.043 | 1.521.420 | 200,01 |
| 23 | Nischni Nowgorod | 2.939 | 3.310.597 | 88,78 |
| 24 | Primorje, Region | 2.864 | 1.956.497 | 146,38 |
| 25 | Sacha (Jakutien) | 2.708 | 958.528 | 282,52 |
| 26 | Dagestan | 2.668 | 2.910.249 | 91,68 |
| 27 | Omsk | 2.599 | 1.977.665 | 131,42 |
| 28 | Stawropol | 2.539 | 2.786.281 | 91,13 |
| 29 | Belgorod | 2.414 | 1.532.526 | 157,52 |
| 30 | Tjumen | 2.300 | 1.340.608 | 171,56 |
| 31 | Woronesch | 2.299 | 2.335.380 | 98,44 |
| 32 | Moskau | 2.285 | 11.503.501 | 19,86 |
| 33 | Archangelsk | 2.056 | 1.227.626 | 167,48 |
| 34 | Tuwa | 2.045 | 307.930 | 664,11 |
| 35 | Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) | 1.946 | 1.532.243 | 127,00 |
| 36 | Uljanowsk | 1.946 | 1.292.799 | 150,53 |
| 37 | Wologda | 1.837 | 1.202.444 | 152,77 |
| 38 | Twer | 1.826 | 1.353.392 | 134,92 |
| 39 | Komi | 1.818 | 901.189 | 201,73 |
| 40 | Tschuwaschien | 1.684 | 1.251.619 | 134,55 |
| 41 | Astrachan | 1.680 | 1.010.073 | 166,32 |
| 42 | Brjansk, Oblast | 1.680 | 1.278.217 | 131,43 |
| 43 | Pensa | 1.612 | 1.386.186 | 116,29 |
| 44 | Tomsk | 1.609 | 1.047.394 | 153,62 |
| 45 | Kursk | 1.556 | 1.127.081 | 138,06 |
| 46 | Iwanowo | 1.552 | 1.061.651 | 146,19 |
| 47 | Kurgan | 1.544 | 910.807 | 169,52 |
| 48 | Wladimir | 1.454 | 1.443.693 | 100,71 |
| 49 | Mari El | 1.358 | 696.459 | 194,99 |
| 50 | Nord- und Südossetien | 1.350 | 766.512 | 176,12 |
| 51 | Karelien | 1.295 | 643.548 | 201,23 |
| 52 | Chakassien | 1.290 | 532.403 | 242,30 |
| 53 | Chabarowsk, Region | 1.288 | 1.343.869 | 95,84 |
| 54 | Tambow | 1.275 | 1.091.994 | 116,76 |
| 55 | Lipezk | 1.262 | 1.173.513 | 107,54 |
| 56 | Amur Oblast | 1.239 | 830.103 | 149,26 |
| 57 | Tula | 1.162 | 1.553.925 | 74,78 |
| 58 | Sachalin | 1.143 | 497.973 | 229,53 |
| 59 | Kaliningrad | 1.094 | 941.873 | 116,15 |
| 60 | Jaroslawl | 1.077 | 1.272.468 | 84,64 |
| 61 | Rjasan | 1.021 | 1.154.114 | 88,47 |
| 62 | Kaluga | 1.017 | 1.010.930 | 100,60 |
| 63 | Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen | 1.010 | 522.904 | 193,15 |
| 64 | Nowgorod | 998 | 634.111 | 157,39 |
| 65 | Pskow | 930 | 673.423 | 138,10 |
| 66 | Kostroma | 899 | 667.562 | 134,67 |
| 67 | Kamtschatka | 836 | 322.079 | 259,56 |
| 68 | Mordowien | 836 | 834.755 | 100,15 |
| 69 | Orjol | 831 | 786.935 | 105,60 |
| 70 | Murmansk | 807 | 795.409 | 101,46 |
| 71 | Altai Republik | 743 | 206.168 | 360,39 |
| 72 | Smolensk | 737 | 985.537 | 74,78 |
| 73 | Kabardino-Balkarien | 624 | 859.939 | 72,56 |
| 74 | Kalmückien | 531 | 289.481 | 183,43 |
| 75 | Tschetschenien | 525 | 1.268.989 | 41,37 |
| 76 | Adygeja | 432 | 439.996 | 98,18 |
| 77 | Magadan | 431 | 156.996 | 274,53 |
| 78 | Karatschai-Tscherkessien | 403 | 477.859 | 84,33 |
| 79 | Inguschetien | 264 | 412.529 | 64,00 |
| 80 | Tschuktschen – Automomer Kreis | 241 | 50.526 | 476,98 |
| 81 | Jüdische Autonome Oblast | 198 | 176.558 | 112,14 |
| 82 | Autonomer Kreis der Nenzen | 137 | 42.090 | 325,49 |
Russische Kriegstote - in Relation zur Bevölkerung
Stand 31.03.2026
Russland lässt bevorzugt andere Ethnien für den Krieg der Russen sterben. All die Bewohner der vorderen Regionen in unserer Tabelle treibt in erster Linie ihre Unwissenheit gepaart mit der russischen Propaganda, ihre bescheidene Lebenssituation und das viele Geld in die Fänge des russischen Militärs. Für den russischen Imperialismus sterben bevorzugt Tuwiner, Tschuktschen, Burjaten (in Burjatien, Transbaikalien und Irkutsk), Altaier, Nenzen, Ewenen, Korjaken, Jakuten, Chakassen, Tataren und Baschkiren.
Dramatisch sind weiterhin die hohen Zahlen im bevölkerungsarmen Autonomen Kreis der Tschuktschen - meist gehören diese Toten zur Ethnie der Tschuktschen, von denen etwa 16.000 Menschen übrig geblieben sind. Inzwischen rekrutiert das russische Militär auch verstärkt unter den Jakuten der Republik Sacha. Auch diese Männer sind es gewohnt, unter extremen Winterbedingungen zu arbeiten und zu jagen - also ideale Soldaten für den Krieg in der Ukraine. Ende 2023 stand Sacha noch auf Platz 22 dieser Liste, Ende 2024 auf Platz 16 und jetzt auf Platz 7.
Ungefährdeter Spitzenreiter bleibt die Region Tuwa, eine der ärmsten russischen Regionen. Wenn man - ganz grob - die Todesrate ins Verhältnis zur wehrfähigen Bevölkerung des Landes setzt, so wurden bereits 2,4 % der männlichen, wehrfähigen Bevölkerung im Krieg gegen die Ukraine getötet. Und auch weiterhin melden sich die Männer dieser Region aus wirtschaftlicher Not heraus freiwillig zum Kriegsdienst. Da passt eine andere Zahl dazu, Tuwa hat die höchste Geburtenrate von ganz Russland mit durchschnittlich 2,3 Kindern pro Frau.
Die Regionen Russland zeigt diese Landkarte. Die rot und violett dargestellten Regionen liegen über dem Mittel (132,1) für ganz Russland.
| Region | Todeszahlen 31.03.26 |
Einwohner | Kriegstote pro 100-tausend Einwohner |
|
| 1 | Tuwa | 2.045 | 307.930 | 664,11 |
| 2 | Tschuktschen – Automomer Kreis | 241 | 50.526 | 476,98 |
| 3 | Burjatien | 4.569 | 972.021 | 470,05 |
| 4 | Altai Republik | 743 | 206.168 | 360,39 |
| 5 | Autonomer Kreis der Nenzen | 137 | 42.090 | 325,49 |
| 6 | Transbaikalien | 3.329 | 1.107.107 | 300,69 |
| 7 | Sacha (Jakutien) | 2.708 | 958.528 | 282,52 |
| 8 | Magadan | 431 | 156.996 | 274,53 |
| 9 | Kamtschatka | 836 | 322.079 | 259,56 |
| 10 | Chakassien | 1.290 | 532.403 | 242,30 |
| 11 | Tatarstan | 9.110 | 3.786.488 | 240,59 |
| 12 | Kirow | 3.192 | 1.341.312 | 237,98 |
| 13 | Baschkortostan | 9.394 | 4.072.292 | 230,68 |
| 14 | Sachalin | 1.143 | 497.973 | 229,53 |
| 15 | Perm | 6.035 | 2.635.276 | 229,01 |
| 16 | Irkutsk | 5.528 | 2.428.750 | 227,61 |
| 17 | Saratow | 5.311 | 2.521.892 | 210,60 |
| 18 | Komi | 1.818 | 901.189 | 201,73 |
| 19 | Karelien | 1.295 | 643.548 | 201,23 |
| 20 | Udmurtien | 3.043 | 1.521.420 | 200,01 |
| 21 | Mari El | 1.358 | 696.459 | 194,99 |
| 22 | Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen | 1.010 | 522.904 | 193,15 |
| 23 | Kalmückien | 531 | 289.481 | 183,43 |
| 24 | Tscheljabinsk | 6.136 | 3.476.217 | 176,51 |
| 25 | Nord- und Südossetien | 1.350 | 766.512 | 176,12 |
| 26 | Tjumen | 2.300 | 1.340.608 | 171,56 |
| 27 | Kurgan | 1.544 | 910.807 | 169,52 |
| 28 | Archangelsk | 2.056 | 1.227.626 | 167,48 |
| 29 | Astrachan | 1.680 | 1.010.073 | 166,32 |
| 30 | Orenburg | 3.328 | 2.033.072 | 163,69 |
| 31 | Belgorod | 2.414 | 1.532.526 | 157,52 |
| 32 | Nowgorod | 998 | 634.111 | 157,39 |
| 33 | Tomsk | 1.609 | 1.047.394 | 153,62 |
| 34 | Wolgograd | 3.993 | 2.610.161 | 152,98 |
| 35 | Wologda | 1.837 | 1.202.444 | 152,77 |
| 36 | Uljanowsk | 1.946 | 1.292.799 | 150,53 |
| 37 | Amur Oblast | 1.239 | 830.103 | 149,26 |
| 38 | Altai Region | 3.591 | 2.419.755 | 148,40 |
| 39 | Primorje, Region | 2.864 | 1.956.497 | 146,38 |
| 40 | Swerdlowsk | 6.286 | 4.297.747 | 146,26 |
| 41 | Iwanowo | 1.552 | 1.061.651 | 146,19 |
| 42 | Kemerowo | 3.934 | 2.763.135 | 142,37 |
| 43 | Pskow | 930 | 673.423 | 138,10 |
| 44 | Kursk | 1.556 | 1.127.081 | 138,06 |
| 45 | Twer | 1.826 | 1.353.392 | 134,92 |
| 46 | Kostroma | 899 | 667.562 | 134,67 |
| 47 | Tschuwaschien | 1.684 | 1.251.619 | 134,55 |
| 48 | Nowosibirsk | 3.574 | 2.665.911 | 134,06 |
| 49 | Krasnojarsk | 3.733 | 2.828.187 | 131,99 |
| 50 | Brjansk, Oblast | 1.680 | 1.278.217 | 131,43 |
| 51 | Omsk | 2.599 | 1.977.665 | 131,42 |
| 52 | Autonomer Kreis der Chanten und Mansen (Jugra) | 1.946 | 1.532.243 | 127,00 |
| 53 | Tambow | 1.275 | 1.091.994 | 116,76 |
| 54 | Pensa | 1.612 | 1.386.186 | 116,29 |
| 55 | Kaliningrad | 1.094 | 941.873 | 116,15 |
| 56 | Samara | 3.674 | 3.215.532 | 114,26 |
| 57 | Jüdische Autonome Oblast | 198 | 176.558 | 112,14 |
| 58 | Lipezk | 1.262 | 1.173.513 | 107,54 |
| 59 | Orjol | 831 | 786.935 | 105,60 |
| 60 | Krasnodar | 5.395 | 5.226.647 | 103,22 |
| 61 | Rostow | 4.353 | 4.277.976 | 101,75 |
| 62 | Murmansk | 807 | 795.409 | 101,46 |
| 63 | Wladimir | 1.454 | 1.443.693 | 100,71 |
| 64 | Kaluga | 1.017 | 1.010.930 | 100,60 |
| 65 | Mordowien | 836 | 834.755 | 100,15 |
| 66 | Woronesch | 2.299 | 2.335.380 | 98,44 |
| 67 | Adygeja | 432 | 439.996 | 98,18 |
| 68 | Chabarowsk, Region | 1.288 | 1.343.869 | 95,84 |
| 69 | Dagestan | 2.668 | 2.910.249 | 91,68 |
| 70 | Stawropol | 2.539 | 2.786.281 | 91,13 |
| 71 | Nischni Nowgorod | 2.939 | 3.310.597 | 88,78 |
| 72 | Rjasan | 1.021 | 1.154.114 | 88,47 |
| 73 | Jaroslawl | 1.077 | 1.272.468 | 84,64 |
| 74 | Karatschai-Tscherkessien | 403 | 477.859 | 84,33 |
| 75 | Moskau, Oblast | 5.602 | 7.095.120 | 78,96 |
| 76 | Smolensk | 737 | 985.537 | 74,78 |
| 77 | Tula | 1.162 | 1.553.925 | 74,78 |
| 78 | Kabardino-Balkarien | 624 | 859.939 | 72,56 |
| 79 | Inguschetien | 264 | 412.529 | 64,00 |
| 80 | St. Petersburg /Leningrad | 3.458 | 6.596.434 | 52,42 |
| 81 | Tschetschenien | 525 | 1.268.989 | 41,37 |
| 82 | Moskau | 2.285 | 11.503.501 | 19,86 |
Anmerkungen:
Wir beobachten die Situation in allen Regionen Russlands. Alle registrierten Kriegstoten stammen aus offenen Quellen und werden von uns auf die Originalinformation verlinkt. Es kann allerdings vorkommen, dass diese von den Verfassern nachträglich gelöscht werden. In diesem Fall liegt uns ein Screenshot vor.
Die Sortierung der Kriegstoten nach Regionen ist extrem zeitraubend. Nur die wenigsten Meldungen kommen von amtlicher Seite, sondern meist von Freunden oder Familie. Hier sind die Angaben häufig unbestimmt, so dass fast alles nachrecherchiert werden muss. Da die Todeszahlen weiter steigen, haben wir im Jahr 2024 die Informationen in unseren Tabellen weiter reduziert, um den Arbeitsaufwand in Grenzen zu halten und veröffentlichen nur noch die Namen, die Ortsangabe, den Link auf die Originalinformation, die Altersangabe und den Tag des Todes, falls verfügbar.
Die von uns angegebenen Bevölkerungszahlen stammen von der russischen Zählung aus dem Jahr 2010. Zu Beginn des Krieges lagen uns keine aktuelleren Zahlen vor. Inzwischen gibt es eine neuere Zählung zum 1.1.2024. Danach ist die Bevölkerung inzwischen um etwas mehr als drei Millionen gewachsen. Zudem gibt es weiterhin eine Landflucht in die russischen Zentren. Der besseren Vergleichbarkeit haben wir bisher die Zahlen von 2010 belassen, da die rechnerischen Unterschiede meist nicht bedeutend wären.
Zusatzinformationen
Wir nehmen in die Statistik nur solche Kriegstote auf, bei denen es Hinweise auf eine russische Heimatregion gibt. Alle anderen werden als unbekannte Region geführt. Häufig kommen die Nachrichten von Verwandten, Kollegen oder Soldaten aus dem selben Trupp. Fehlt ein Hinweis auf den Lebensmittelpunkt, nehmen wir an, dass der getötete Soldat aus der selben Region wie der Berichterstatter stammt. Das muss nicht immer zutreffen.
Alle weiteren Informationen sind statistisch wenig aussagekräftig. Man kann schon froh sein, wenn der Name in der Todesnachricht genannt wird, statt unser Vater, Bruder, Schwager oder ein Kosenamen. Auch lange Texte enthalten häufig wenig Verwertbares. Wer genauere Informationen über Alter, Beruf, militärischer Rang, Todesort usw. haben möchte, müsste danach sehr umfangreich recherchieren. Das ist uns in diesem Zusammenhang nicht möglich.
Neu ab 28.03.24
Da wir nur noch einfache Tabellen veröffentlichen, müssen wir auch die Darstellungen vereinfachen. In den Meldungen kommen ganz unterschiedliche Darstellungen des Alters vor. Wir veröffentlichen nur noch zwei Varianten: xx Jahre(alt), oder geboren am, spätestens getötet am. Ist kein genaues Datum angegeben, sondern z.B. nur 1984, dann geben wir 1.1.1984 an. Oder falls nur der Monat angegeben ist, dann wird der 1. Tag im Monat angezeigt. Das hilft uns bei statistischen Auswertungen des Alters.
Uns liegen Fotos von Grabstellen russischer Soldaten vor, die aus nicht öffentlichen Quellen stammen. In diesen Fällen verlinken wir die aussagekräftigen Fotos auf unseren Webserver.
Grundlage unserer Abschätzungen
Wir wissen, dass wir mit unseren Zahlen nur bedingt die Realität abbilden. Viele Kriegstote werden öffentlich verschwiegen. Das bringt uns zu folgenden Überlegungen:
- Der ehemalige russische Offizier Vitaly Votanovsky hat die Friedhöfe in der gesamten Region Krasnodar aufgesucht und dabei die Gräber von Kriegstoten ermittelt, die von den Medien nicht veröffentlicht wurden. Man kann also davon ausgehen, dass zumindest in dieser Region die meisten gefallenen Soldaten auch erfasst wurden. Insgesamt haben wir in Krasnodar (Stand 15.10.23) 1.167 gefallene Soldaten gelistet, davon wurden 699 in den Medien veröffentlicht, Vitaly Votanovsky oder seine Mitstreiter haben bis zu diesem Zeitpunkt die Gräber von 468 weiteren Gefallenen aufgezählt. Das bedeutet, dass in der Region Krasnodar gerundet etwa 60% aller Kriegstoten durch die Medien veröffentlicht wurden.
- Auch am Beispiel der Toten von Makijiwka ergeben sich ähnliche Relationen. 89 tote Soldaten wurden gemeldet, wir haben 137 gelistet, das ergibt etwa 65 Prozent der öffentlich gemachten Opfer.
- Die tatarische Initiative "Tot aus Tatarstan" hat in ihrer Region ein umfassendes Bild der Opferzahlen erstellt. Danach hatten wir bis Oktober 24 etwa 67% aller Kriegstoten erfasst.
- Der britische Geheimdienst hat zuletzt am 04.12.23 sich zu den russischen Verlustzahlen geäußert. Nach seinen Angaben hätte Russland 50.000 tote Soldaten und 20.000 getötete Wagnersöldner zu verzeichnen. Dazu kämen 180.000 bis 240.000 verwundete Soldaten und 40.000 verwundete Wagner-Söldner. Die Anzahl der getöteten Wagner-Söldner bezieht sich übrigens auf eine Aussage von Jewgeny Prigoschin vor seiner Attacke auf das russische Militärsystem.
- Die Kriegstoten stellen aber nur einen Teil der Opferzahlen dar. Viele Soldaten wurden schwer traumatisiert – an Körper und Seele. Die BBC trifft dazu folgende Aussage: Nach Beobachtungen des US Center for Naval Analysis kommen auf jeden russischen Soldaten, der während des Krieges in der Ukraine getötet wurde, im Durchschnitt etwa dreieinhalb Verwundete. Durch die Situation an der Front im Jahr 2025 korrigieren wir den Multiplikator ab Juli 1025.
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Neu ab 01.07.2025
Auf Grund der veränderten Angriffstaktik der russischen Armee müssen wir unsere Abschätzungen anpassen. Es werden keine größeren Einheiten mehr in die Angriffe geschickt, sondern das Militär versucht, mit vielen einzelnen Soldaten oder Kleingruppen die ukrainische Abwehr zu infiltrieren. Die ukrainische Initiative "Ich will leben" schreibt dazu:
Aufgrund des Fehlens eines normalen Systems zur Evakuierung von Verwundeten vom Schlachtfeld kommen auf einen Gefallenen nur 1,3 verwundete Soldaten. Dies zeugt von einer geringen Überlebensrate der Verwundeten, die nur unzureichend in taktischer Medizin ausgebildet sind und nach einer Verwundung in der Regel ohne Hilfe zurückgelassen werden.
Da wir die Situation an der Front nur mit großer Verzögerung bei der Erhebung der Kriegstoten feststellen können, haben wir unsere Statistik ab Juli 2025 den neuen Gegebenheiten angepasst. Wir berechnen folglich ab Juli 2025 auf einen Gefallenen, 1,5 verwundete Soldaten.
Unsere Verlinkungen
Die meisten von uns erfassen getöteten russischen Soldaten im Krieg gegen die Ukraine stammen aus den sozialen Netzwerken Russlands (VKontake, Odnoklassniki). Diese Netzwerke werden von nicht durch uns betriebene Bots nach Stichworten abgesucht. Wir erhalten so Listen mit Links.
Bis wir diese Listen dann überprüfen gehen einige Tage ins Land. Es kommt häufig vor, dass inzwischen die Nachricht bereits gelöscht wurde. Finden wir keinen Alternativlink, veröffentlichen wir Sekundärlinks (pechalbeda200, poisk_in_ua), die nach unserer Erfahrung zuverlässig sind oder verlinken auf ein aussagekräftiges Foto in unserer eigenen Datenbank.
Der Krieg dauert inzwischen über vier Jahre. In dieser Zeit sind auch zahlreiche Zeitungen, Internetmedien und Telegramkanäle aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr erreichbar. Hier laufen unsere Links ins Nirwana, dafür liegen uns Screenshots der Meldungen vor.
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