default

 Konergino mit einem Quadcopter fotografiert -- Foto: Thabigd -- Lizenz: CC BY-SA 4.0

Das Tschuktschen-Dorf Konergino liegt etwa 200 km nördlich von Anadyr, dem Verwaltungszentrum des Autonomen Kreises der Tschuktschen. Es gibt keine Straßen hin zum Dorf. Über den Sommer kann man das Dorf mit dem Schiff erreichen, in der kalten Jahreszeit gibt es eine Winterstaße über die zugefrorene Bucht und ansonsten fliegt ein Hubschrauber gelegentlich das Dorf an.

Die Haupterwerbszweige der Einheimischen sind Rentierzucht und Fischerei. Viele Gebäude im Dorf befinden sich in einem baufälligen Zustand, Alkoholismus ist im Dorf verbreitet und die Menschen wandern ab. Im Jahr 2001 lebten noch 460 Menschen im Dorf, im Jahr 2021 waren es nur noch 262 Bewohner. So ist es ein leichtes Unterfangen, mit viel Geld junge Menschen aus diesem abgelegenen Dorf  für den Krieg in der Ukraine zu rekrutieren. Jetzt wurde der Tod des 19-jährigen Juri Ettywal bekannt.

Juri EttytwalWir haben nur wenige Informationen über Juri im Internet gefunden. Juri Viktorowitsch Ettywal wurde am 11. Oktober 2005 in Konergino geboren. Er ging im Dorf zur Schule, seine Kenntnisse der Tschuktschen-Sprache waren nur mittelmäßig.  Danach begann er eine Berufsausbildung in der Hauptstadt Anadyr.  Seinen VKontakte-Status hat er niemals benutzt.

Als er volljährig wurde, hat er die Ausbildung abgebrochen und sich im Dezember 2023 ganz ohne militärische Vorkenntnisse zum Kriegsdienst in der Ukraine verpflichtet.  Ein Jahr lang überlebte er im Kriegsgebiet und verweste danach über ein Jahr lang im Niemandsland. Erst im März 2026 wurde er in seinem Heimatdorf begraben.

Aus Konergino wurden uns bisher noch weitere Kriegstote bekannt:

  • Andrej Alexandrowitsch Schtscherbinin, geboren am 15. November 1991, unser Bericht;
  • Viktor Kostomarow, geboren am 31. Mai 1985, unser Bericht,
  • Pawel Tymneraskow, geboren am 10. September 1994, unser Bericht.

Der Nachruf der Presseagentur Tschukotka:

SWO17. MÄRZ 2026 , 19:40 UHR -- Link

Konergino verabschiedete sich von Juri Ettytwal, einem Teilnehmer einer militärischen Spezialoperation.

In Konergino im Bezirk Egvekinot fand eine Trauerfeier für den Soldaten Juri Wiktorowitsch Ettytwal statt. Laut der tschukotkischen Nachrichtenagentur kam der Soldat bei einem militärischen Spezialeinsatz ums Leben. 

Juri Ettytwal wurde am 11. Oktober 2005 geboren. Nach seinem Schulabschluss im Dorf Konergino besuchte er das Tschukotka-Multidisziplinäre College. Im Dezember 2023 unterzeichnete er einen Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium. Als Gefreiter der Garde diente er in der 127. Motorisierten Schützendivision der 5. Garde-Armee des Östlichen Militärbezirks. Er fiel am 1. Dezember 2024 im Kampfeinsatz.

Angehörige, Freunde, Vertreter der Stadtverwaltung von Jegwekinot und Einwohner der Region nahmen an der Trauerfeier teil.

„Juri wird seinen Lieben für immer als ein aktiver, fröhlicher, unglaublich gütiger und mitfühlender Mensch in Erinnerung bleiben. Er war ein wahrer Sohn seines Landes und starb als Held “, so die Stadtverwaltung von Jegwekinot.

Er wurde mit vollen militärischen Ehren in Konergino beigesetzt. Die Stadtverwaltung sprach der Familie des gefallenen Soldaten ihr Beileid aus. 


-