BaschkortostanDaten

In unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ stellen wir getötete russische Soldaten vor, die nur eine kurze Zeitspanne zwischen Vertragsunterzeichnung und Front überlebt haben. Das sind keine Einzelfälle, in der Vergangenheit hätten wir jeden Tag diese Rubrik mit vielen Kurzzeitsoldaten füllen können. Inzwischen fällt uns auf, dass solche Zeitangaben immer seltener veröffentlicht werden. 
Da wundert uns dieser Bericht aus Baschkortostan nicht wirklich.

Die Redakteure der Bezirkszeitungen erhielten vom Presse- und Medienamt der Republik Baschkortostan eine interessante Anweisung. In Artikeln über Teilnehmer des Krieges in der Ukraine wurde den Redaktionen untersagt, die Daten der Vertragsunterzeichnung und die Todesdaten in Fällen anzugeben, wenn der Zeitraum zwischen ihnen weniger als ein Jahr beträgt. Ein ähnliches Erfordernis gilt auch für Nachrufe. Selbst wenn der Nachruf von einem Verwandten verfasst wurde, müssen die zu nahe beieinander liegenden Daten der Vertragsunterzeichnung und des Todes bereinigt werden.

In der Praxis bedeutet dies, dass fast alle Berichte über die im Krieg in der Ukraine Getöteten ohne Angabe konkreter Daten erscheinen. Dies wird getan, um potenzielle Vertragsnehmer nicht abzuschrecken. Eine Person, die überlegt, einen Vertrag zu unterzeichnen, möchte nicht über einen Landsmann lesen, der am 12. Januar einen Vertrag unterzeichnet hat und bereits am 20. Februar gestorben ist.

Im Jahr 2025 verkürzte sich die Überlebenszeit eines durchschnittlichen Vertragsnehmers in einer Infanterieeinheit auf 3 Monate, und im Jahr 2026 sinkt die Überlebensrate der Infanteristen noch schneller. Der Grund dafür ist die rasche Entwicklung unbemannter Flugzeuge und die erhebliche Erweiterung der Killzone - eines Puffers zwischen den vorderen Positionen der kriegführenden Parteien, der von Kampfdrohnen sehr genau überwacht wird. Die Bewegung in der Killzone ist für beide Seiten des Konflikts äußerst schwierig.

Daher ist es sinnlos, Zeit und Geld in die Ausbildung von Infanteristen zu investieren. Ihre Ausbildung hat keinen Einfluss auf das Überleben in der Killzone. Die Hauptaufgabe besteht darin, keine Schießereien zu führen und keine Panzer und gepanzerte Personaltransporter zu zerstören, sondern zu versuchen, die Killzone zu durchqueren und sich auf der anderen Seite zu verstecken. Mit anderen Worten - "einsickern und sich sammeln". Für solche Aufgaben ist nicht die Qualität, sondern die Quantität wichtig.