Am 30. Oktober 2025 wurden im Parlament von Tuwa, dem Obersten Chural, an 16 Familien Orden und Urkunden für gefallene Familienangehörige übergeben, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Wir wollen anhand der dabei erstellten Fotos dokumentieren, aus welchem sozialen Umfeld jene Gefallenen stammen.
Etwas mehr als 300.000 Menschen leben in der russischen Teilrepublik Tuwa. Die Region ist die ärmste Region Russlands mit einer auch für Russland sehr niedrigen Lebenserwartung. Die russische Regierung steht auf dem Standpunkt, dass sie Tuwa alimentieren würde. Tatsächlich ist das Land reich an Erzvorkommen, deren Ertrag allerdings nicht im Land bleibt.
Im Gegensatz zu Russland, wo der Wachstum der Bevölkerung stagniert, gebären die Frauen in Tuwa etwa drei Kinder in der Stadt und in den ländlichen Regionen haben die Frauen im Durchschnitt sechs Geburten. Trotz der Abwanderung vieler Russen wächst so die Bevölkerung langsam - in den letzten zehn Jahren um etwa 20.000 Menschen.
Kurz nach der Perestroika gab es in Tuwa Bestrebungen sich von Russland zu lösen, dazu gab es offene Feindselikeiten gegenüber russischen Bürgern. Die Region blieb bei dann doch in der russischen Föderation, aber die ethnischen Russen wandern beständig ab. Jahr 2002 waren noch etwa 20% der Bürger russischer Herkunft, 2021 waren es weniger als 10%.
So wundert man sich, dass die Tuwa mit großem Abstand die höchste Todesrate gemessen an der Bevölkerung im Krieg gegen die Ukraine vorzuweisen hat. Stand Ende Oktober 2025 haben wir 1.544 Kriegstote erfasst, ein halbes Prozent der Bevölkerung. Die Antrittsprämien der Soldaten, der hohe Sold und die Abfindungen im Falle des Totes oder einer dauerhaften Verletzung spülen eine Menge frisches Geld in die verarmte Region.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung bekennt sich zum Buddhismus oder zu tradionellen Naturreligionen. Der Buddhismus gilt eigentlich als friedfertige Religion. Trotzdem unterstützen die meiste buddhistischen Lamas den Krieg gegen die Ukraine. In unserem Beitrag „Buddhisten haben immer gekämpft“ erklärt ein Tuwiner das so:
„Sogar in der Goldenen Horde waren viele Buddhisten, aber sie zogen trotzdem in den Krieg. Obwohl die Religion ursprünglich friedlich ist und man sich, um ehrlich zu sein, wünscht, dass so schnell wie möglich Frieden einkehrt.“
Nachstehend veröffentlichen wir den Telegram-Beitrag der tuwinischen Regierung:
30.10.2025 Telegram
Im Obersten Chural (Parlament) der Republik Tuwa fand eine posthume Auszeichnungszeremonie für Soldaten statt, die heldenhaft im Verlauf der Erfüllung der Aufgaben der speziellen Militäroperation gefallen sind.
Für gezeigten Mut, Tapferkeit und Selbstaufopferung während der Durchführung der speziellen Militäroperation wurden posthum mit dem Orden des Mutes ausgezeichnet:
- Gefreiter Handyma Vitalij Andrejewitsch
- Gefreiter Ondar Tanaa-Cherel Ostapowitsch
- Oberfeldwebel 1. Klasse Sotpa Aydymir Jurjewitsch
- Gefreiter Tagba Batij Mergenowitsch
- Gefreiter Chapuunaj Mergen-Cherel Borisowitsch
- Obergefreiter Mongusch Syldys Scholban-oolowitsch
- Oberfeldwebel Mon Arsen Antonowitsch
- Gefreiter Ojun Ajan Jurjewitsch
Mit der Medaille „Für Tapferkeit“ wurden posthum ausgezeichnet:
- Gefreiter Temir-ool Bujan Kuularowitsch
- Obergefreiter Mongusch Syldys Wiktorowitsch
Mit der Suworow-Medaille wurden posthum ausgezeichnet:
- Gefreiter Schyrban Gennadij Petrowitsch
- Gefreiter Chomuschku Jandal Ajasowitsch
- Gefreiter Teschit Arzaj Antonowitsch
Mit der Schukow-Medaille wurde posthum ausgezeichnet:
- Gefreiter Chertek Orlan Sergejewitsch
Posthum mit dem Orden des Mutes und der Medaille „Für Tapferkeit“ ausgezeichnet:
- Gefreiter Mongusch Sengi Cheimer-oolowitsch
- Matrose Baanaj Biroslan Esir-oolowitsch
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