
Das Dorf Swatai im Srednekolymski ulus
Wir befinden uns heute im Srednekolymski ulus, einem Landkreis im Nordosten der russischen Teilrepublik Sacha(Jakutien). Der Kreis grenzt im Osten an den Autonomen Kreis der Tschuktschen und an die Oblast Magadan. Die Fläche des Landkreises ist noch größer als die drei deutschen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammen. Auf dieser riesigen Fläche leben gerade mal 6.700 Menschen.
Sergej Innokentjewitsch Kolesow und Askalon Sergejewitsch Kolesow waren Vater und Sohn, beide sind im Krieg gegen die Ukraine gefallen. Sie kommen aus dem Dorf Swatai, was übersetzt Heiratsvermittler heißt. Das Dorf mit rund 500 Bewohnern, meist Jakuten, ist vom Verwaltungszentrum Srednekolymsk etwa 100 km Luftlinie entfernt und nur über eine Winterstraße oder per Flugzeug zu erreichen.
Vom Vater Sergej (Foto rechts)wissen wir nur, dass er am 22.03.1976 geboren wurde, ar arbeitete beim staatlichen Einheitsunternehmen "Wohnungs- und Kommunaldienstleistungen" als Elektroschweißer und hatte sich im Jahr 2015 als Kandidat für die Gemeindewahlen gemeldet. Sergej schrieb sich als Freiwilliger zum Kriegsdienst in der Ukraine ein und wurde im März 2024 getötet (gelistet Position 911, Sacha).
Über die Beisetzung von Askalon Kolesow (Foto links) schrieb die Zeitung des Verwaltungszentrums Srednekolymsk am 26.09.25 einen Bericht auf Telegram in jakutischer Sprache. Wir geben diesen Beitrag etwa holprig übersetzt wieder:
Askalon Sergejewitsch Kolesow wurde am 19. August 2004 im Bezirk Sybatay (jakutisch für Dorf Swatai) im Orto-Chalyma-Uluus (jakutisch für Srednekolymski ulus) geboren. Er war das zweite Kind der Familie von Alexandra Iljinitschna und Sergej Innokentjewitsch Kolesow.
Schon in jungen Jahren war das Kind enthusiastisch und von Wissen und Visionen angezogen. Er lernte gut an der Kolesov-Sekundarschule. Askelon liebte Sport. Als Kind des Nordens liebte er es zu angeln, zu jagen und traditionelle Sacha-Spiele zu spielen. All das brachte ihm sein Vater bei. Sergej Innokentjewitsch starb 2024 bei einer militärischen Spezialoperation.
Askalon begann sein Studium an der Arktischen Staatlichen Agrotechnologischen Universität in Domodedowo. Im Herbst 2023 begann er seinen Dienst in der Eisenbahnausrüstung in Chabarowsk. Ein halbes Jahr lang arbeitete er an der Reparatur von Zügen.
Er beendete seinen Dienst in Eten und kehrte in seine Heimat zurück. Im Herbst 2024 unterzeichnete er einen Vertrag für die spezielle Militäroperation. Er wurde der Militäreinheit Nr. 11740, 164. motorisierte Infanterieeinheit, in Richtung Krasnolimansk in der Volksrepublik Luhansk als Sturmtruppler zugeteilt. Askalon starb am 13. März 2025 bei einem Kampfeinsatz...
Heute, am 26. April, fand im Sportkomplex „Rodina“ in Orto Chalyma die Abschiedszeremonie für den Helden statt. Im Namen der Regionalleitung sprach der stellvertretende Bürgermeister Peter Antipin der Familie Askalons sein tiefes Beileid aus. Schuldirektor Dmitry Dyachkovsky berichtete über seine Schulzeit.
Es wurde eine Trauerminute zum Gedenken an den Helden abgehalten, eine Folie mit Fotos seines Besuchs im ABD gezeigt und am Ende der Zeremonie schossen Polizisten ihm zu Ehren Salut.
Heute wird unser Soldat, der sein Leben für sein Land gab, in seine Heimat, den Stadtteil Sybatay, zurückgebracht.
Im Namen der Zeitungsredaktion und der Leser sprechen wir seiner Mutter Alexandra Iljinitschna, seiner Schwester, seinem Bruder, seinen Großmüttern, Großvätern, Verwandten und Freunden unser tief empfundenes Beileid aus. Das strahlende Bild unseres jungen Helden Askalon wird in unseren Gedanken immer lebendig bleiben …
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