Eigentlich ist es eine erbärmliche Trauerfeier am 18. August 25, bei der versucht wird, dem toten Radik Albertowitsch Kosinow einen würdigen, soldatischen Abschied zu bieten. Tatsächlich müssten sich alle Beteiligten die Frage stellen, warum hat niemand den dummen Jungen gestoppt? Zunächst seine Eltern, seine junge Frau, die Leute von der Militärregistrierung und zuletzt seine Kommandanten an der Front - alle hatten die Möglichkeit ihm zu erklären, Krieg ist kein Abenteuer oder Computerspiel. Wenn man Glück hat, kommt man traumatisiert nach Hause und wenn nicht - im Zinksarg
So brach am 19. Mai 2025 Radik zu seinem ersten und letzten Kampfeinsatz an der Front in der Ukraine auf.
Radik, geboren am 26. März 2006, wuchs im kleinen Dorf Warjasch auf, in dem vielleicht noch 170 Menschen leben. Das Dorf liegt im Bezirk der Stadt Janaul in Baschkortostan.
Radik war alles andere als ein lieber Junge, die Schule schloss er noch ab, danach sollte er den Beruf eines Schweißers erlernen, aber er brach die Ausbildung ab.
Doch vor seinem 18. Geburtstag wurde er zuerst einmal Vater, ein halbes Jahr später heiratete er die genau so junge Mutter und wieder ein halbes Jahr später hatte er die Idee, zum Geldverdienen in den Krieg zu ziehen.

Radik (links) hält mit einem Kameraden die Flagge der Fallschirmjäger
Radik wollte natürlich nicht als einfacher Soldat kämpfen, er wollte zu den Besten gehören - den Fallschirmjägern. Also unterzeichnete er am 4. März 2025 einen Vertrag mit dem russischen Kriegsministerium und eineinhalb Monate später wurde er Fallschirmjäger. Am 19. Mai 2025 brach er zu seinem ersten Kampfeinsatz auf, den er nicht überlebte.
Radiks letzte Reise, dahinter in der Mitte die junge Witwe Viktoria
Ein Beitrag seiner ehemaligen Schule lässt erahnen, woher die Flausen mit dem Militär kamen:
Radik erwies sich als verantwortungsbewusster, gewissenhafter und fleißiger Schüler. Er nahm an verschiedenen Wettbewerben teil und gewann Preise, darunter Schießwettbewerbe und das Militärsportspiel „Sarnitsa“.
Er war ein echter Verteidiger. Leute wie er sagen immer: „Mit ihm könnt ihr auf Erkundungstour gehen. Er wird euch nicht im Stich lassen, er wird euch nicht verraten.“
Bei der Trauerfeier erzählten die Gemeindevertreter hanebüchenen Unsinn:
„Er kämpfte für den Frieden, er wollte keinen Krieg, er liebte das Leben bis in den Tod, aber er hatte keine Zeit zu leben.“
Sein Leben wurde in seiner Blütezeit so ungerecht beendet. Leider sterben die Besten, weil sie sich nie hinter dem Rücken ihrer Kameraden verstecken, sondern sie mit der Brust bedecken und dem Tod in die Augen blicken. Ein unerträglich schwerer Verlust lastete auf den Schultern derer, die Radik kannten und liebten...
Jeder Soldat, der für den Frieden, für das Glück seiner Familie und uns alle, für Sicherheit und Freiheit gestorben ist, hinterlässt eine ewige Erinnerung an sich und tiefe Trauer!
Und vielleicht hat noch unter den Lesern dieses Beitrags jemand einen Blick auf die soldatische Ehrengarde geworfen. Der Gemeinde ist es nicht gelungen, sechs Rentner zumindest in die gleiche Uniform zu stecken und mit passenden Schuhwerk auszurüsten.
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