31.03.2026 -- 199.201// Zuwachs zum 28.02.2026: 8.227
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 31.01.2026 & erfasst zum 28.02.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
Das Tofalanen-Dorf Alygscher im Ostsayan -- Foto: Rusinserg -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Wir haben die sibirische Ethnie der Tofalaren bereits im Januar 2026 vorgestellt. Die Tofalaren sind eine turksprachige Ethnie, die früher nomadisch gelebt hat und die durch andere Ethnien in das abgelegene Gebiet im Ostsayan abgedrängt wurde. Das Volk ist klein, es gibt nur noch 800 Menschen, die sich als Tofalare bezeichnen können. Im abgelegenen Tofalaren-Dorf Alygdscher im Bezirk Nischneudisk der Oblast Irkutsk lebten zuletzt noch weniger als 400 Menschen.
Jetzt sind erneut zwei sehr junge Tofalaren aus dem Dorf Alygdscher im Krieg gegen die Ukraine in den Tod geschickt worden. Sergej Denisowitsch Tokuew, geboren am 20. Juni 2007, getötet am 31.12.2025 und Arseni Josifowitsch Smeschikow, geboren am 26. Februar 2003, getötet am 14.April 2025. Wir veröffentlichen die Meldungen im übersetzten Original.
Nach vier Jahren Krieg ist in Russland der „Hurra-Patriotismus“ verflogen, geblieben ist die Ernüchterung, dass Russland eben doch nur begrenzte imperiale Möglichkeiten besitzt.
Wir wollen an dieser Stelle einen kompletten Kommentar des russischen Militärjournalisten Nikita Tretjakow veröffentlichen. Nikita ist 34 Jahre alt, hat Geschichtswissenschaften studiert und sein Studium während seines Militärdienstes abgeschlossen. Danach war er in leitender Position bei der russischen Nachrichtenagentur Regnum. Auch er wurde im Herbst 2022 zum Dienst an der Front mobilisiert und agiert seither als Z-Blogger auf allen möglichen Kanälen des Internets, natürlich eingebunden in das russische Militär. Während seines Aufenthalts an der Front trat er übrigens auf eine Mine und verlor ein Bein.
Weiterlesen: Es gilt, niemals aufzugeben - denn das dürfen wir nicht

Janrakynnot -- Foto: NinaMalich -- Lizenz CC BY-SA 4.0
Janrakynnot ist ein kleines Dorf im Bezirk Prowidenski im Autonomen Kreis Tschukotka. Im gesamten Bezirk leben 3.700 Menschen, im Dorf Janrakynnot lebten 2015 noch 314 Personen. Die Siedlung wurde auf einem festen Felsen erbaut inmitten sumpfiger Tundra. Man blickt vom Dorf aus auf die Beringsee. Der Ort ist in der eisfreien Zeit nur auf dem Wasserweg oder per Hubschrauber erreichbar, ansonsten auch über eine Winterpiste von Prowidenija, die teils über die zugefrorene Meerenge verläuft.
Es gibt kaum Arbeit im hohen Nordosten Russland und das Leben ist hart für die Rentierhirten, Jäger und Fischer. Janrakynnot wird als das Chicago der Region bezeichnet. Alkoholismus und rauer Umgang untereinander gehören zum Alltag. Die Verwaltung der Region lockt diese Menschen mit guten Worten und viel Geld zum Vertragsdienst im Krieg gegen die Ukraine.
Aus diesem kleinen Dorf sind bereits sieben acht Einwohner im Krieg gegen die Ukraine gefallen.
Weiterlesen: Acht Gefallene aus einem 300-Seelendorf in Tschukotka - 5. Update

Bezirk Toptschicha -- Foto: Nikolai Tschuwajew -- Lizenz: CC0
Wir befinden uns im zentralen Teil der Region Altai im Bezirk Toptschicha. Der Bezirk hatte im Jahr 2021 noch 18.500 Bewohner, Tendenz stetig fallend. Verwaltungszentrum ist das Dorf Toptschicha mit 7.800 Einwohner. Das Klima ist kontinental mit kalten Wintern bei Durchschnittstemperaturen um -18° Celsius.
Der Bezirk hat eine Liste mit ehemaligen Bewohnern des Bezirks veröffentlicht, die im Krieg gegen die Ukraine getötet wurden. Insgesamt 131 Namen wurden veröffentlicht - das bedeutet dass 0,7% der Bevölkerung gefallen sind, ein extrem hoher Wert. Die wirtschaftliche Lage im Bezirk dürfte so miserabel sein, so dass viele Männer versucht haben, im Krieg richtig viel Geld zu verdienen.
Der Bezirk liefert zudem eine interessante Begründung für den Krieg gegen die Ukraine:
Es herrscht erneut Vaterländischer Krieg, Krieg um unser Vaterland, um das Erbe unserer Väter und Großväter, um unsere orthodoxen Werte, gegen einen starken und hinterhältigen Feind, der mit den Bandera-Anhängern und den getäuschten ukrainischen Brüdern gegen uns kämpft.
Weiterlesen: Toptschicha: Krieg ums Vaterland, um das Erbe unserer Väter

Wir sind ganz im Süden Burjatiens, der heilige Berg Chugtey Chan auf dem Foto ist nur einen Kilometer von der mongolischen Grenze entfernt. Es gibt am Fuß des Berges mehrere alte Gräberfelder, eine heilige Quelle und auf dem Gipfel werden religiöse Massenzeremonien abgehalten. Das Dorf Ust-Dungay, von dem wir berichten wollen, hat gerade noch etwas mehr als 500 Bewohner - Tendenz stetig fallend- und liegt am Fuße des heiligen Berges.
Acht Männer aus dem Dorf sind inzwischen im Krieg gegen die Ukraine getötet worden - ein enormer Verlust für das kleine Dorf. Im Januar 2026 errichtete eine private Initiative ein Denkmal für die Soldaten.
Wir haben bereits erwähnt, dass das russische Militär im Moment nicht genügend Freiwillige findet, um die monatlich verletzt und getötet ausscheidenden Soldaten im Krieg gegen die Ukraine zu ersetzen. Einer der Gründe waren die stark reduzierten Prämien bei Vertragsschluss, weil die meist defizitären Regionen Probleme haben, diese Beträge zu finanzieren. Ein anderer Grund ist die hohe Verlustrate unter den Freiwilligen, die häufig beim ersten Einsatz bereits verletzt oder getötet werden.
Um die von der Zentralregierung festgesetzten Quoten zu erfüllen, haben einige Regionen die Prämienzahlungen wieder erhöht. Die russische Regierung bietet inzwischen sogar Hilfe dabei an, sich in der Region einzuschreiben, die die höchsten Prämien zahlt. Ein Bot soll interessierten dabei behilflich sein.
Wir geben die Zahlen der russischen Regierung im übersetzten Original wieder:
Weiterlesen: Regionale Prämien für den russischen Vertragsdienst

In unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ stellen wir getötete russische Soldaten vor, die nur eine kurze Zeitspanne zwischen Vertragsunterzeichnung und Front überlebt haben. Das sind keine Einzelfälle, in der Vergangenheit hätten wir jeden Tag diese Rubrik mit vielen Kurzzeitsoldaten füllen können. Inzwischen fällt uns auf, dass solche Zeitangaben immer seltener veröffentlicht werden.
Da wundert uns dieser Bericht aus Baschkortostan nicht wirklich.
Die Redakteure der Bezirkszeitungen erhielten vom Presse- und Medienamt der Republik Baschkortostan eine interessante Anweisung. In Artikeln über Teilnehmer des Krieges in der Ukraine wurde den Redaktionen untersagt, die Daten der Vertragsunterzeichnung und die Todesdaten in Fällen anzugeben, wenn der Zeitraum zwischen ihnen weniger als ein Jahr beträgt. Ein ähnliches Erfordernis gilt auch für Nachrufe. Selbst wenn der Nachruf von einem Verwandten verfasst wurde, müssen die zu nahe beieinander liegenden Daten der Vertragsunterzeichnung und des Todes bereinigt werden.
Im Schaubild haben wir die Erfassung der russischen Kriegstoten als Balkendiagramm dargestellt. Bitte beachtet, dass die monatlich erfassten gefallenen Soldaten nichts über die aktuelle Situation auf dem Schlachtfeld aussagen. Die Meldungen treffen häufig stark verspätet bei uns ein. Einer der Gründe dafür ist, dass die Toten eine lange Zeit irgendwo an der Front liegen und nicht geborgen werden können.
Im Zuge der aktuellen Kampfhandlungen - nämlich dass einzelne Soldaten oder kleine Gruppen losgeschickt werden, um die ukrainischen Stellungen zu infiltrieren, hat sich die Zeitdauer zwischen Tod und Veröffentlichung oder Beisetzung weiter vergrößert.
Gedenktafel an der Schule Nr. 1 in Bredy
Links die Gefallenen aus dem 2. Weltkrieg, Mitte die Opfer im Afghanistankrieg und rechts im Krieg gegen die Ukraine
Wir befinden uns im Dorf Bredy im Süden der westsibirischen Oblast Tscheljabinsk. Das Dorf ist nur 30 km von der kasachischen Grenze entfernt, hat knapp 9.000 Bewohner und fünf Schulen. Wir wollen die „Bredinskaja-Mittelschule Nr. 1“ besuchen, die eine Gedenktafel an einer Außenwand befestigt hat. Auf der Tafel sind die Absolventen der Schule aufgeführt, die in den russischen/sowjetischen Kriegen gefallen sind. Das sind hier der 2. Weltkrieg, der Afghanistan-Krieg und der Krieg gegen die Ukraine. Inzwischen sind mehr ehemalige Schüler im Krieg gegen die Ukraine gefallen, als im zweiten Weltkrieg.

Eigentlich handelt es sich um zwei Geschichten, über die wir hier schreiben wollen. Die Erste handelt von Sohn & Vater und ist recht kurz. Die Zweite handelt von dem Dorf Jugydjag in der russischen Teilrepublik Komi, das Teil des sowjetischen Gulag-Systems war und in das Russlanddeutsche verbannt wurden.
Sergei Ruslanowitsch Lodygin unterschrieb im Oktober 2023 einen Zeitvertrag mit dem russischen Militär und wurde am 23.03.2025 getötet. Also meldete sich sein Vater, Ruslan Anatoljewitsch Lodygin, freiwillig und unterschrieb noch im März 2025 den Vertrag. Ruslan wurde 31.12.2025 in der Region Belgorod getötet. Gemeinsam wurden beide am 10. Januar 2026 im Dorf Jugydjag bestattet.
Und jetzt zur zweiten Geschichte:

Stadthalle von Belowo -- Foto: Vestnik-64 -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Die Stadt Belowo im Kohlerevier des Kusbass (Oblast Kemerowo) muss man nicht kennen. Sie lebt zum großen Teil von der Kohleförderung - mit all den dazu gehörigen ökonomischen und ökologischen Problemen. Und so wundert es auch nicht, dass die Bevölkerung langsam abwandert. Denn der Kohleabbau rentiert sich häufig nicht mehr, die Männer werden arbeitslos und ziehen mit ihren Familien weg. Im Jahr 1962 lebten noch 118.000 Menschen in Belowo, heute sind noch rund 67.000 geblieben.
Wer arbeitslos oder prekär beschäftigt ist, der ist anfällig für das allgegenwärtige Werben zum Vertragsdienst beim russischen Militär. Und so ziehen manche Männer statt in den Schacht jetzt in den Krieg gegen die Ukraine. Wie viele das sind, wissen wir nicht. Aber im Augenblick protokolliert eine VKontakte-Seite jeden Tag mindestens einen Kriegstoten, der im Zinksarg zurück zur Stadt Belowo oder dem dazugehörigen Bezirk gebracht und dort beerdigt wurde. Stand 17.02.26 sind es 43 50 getötete Soldaten, die im Jahr 2026 auf dieser VKontakte-Seite veröffentlicht wurden.
Weiterlesen: Belowo: Jeden Tag wird ein neuer Kriegstoter bestattet // Update 22.02.26

Dorf Dalyr im Werchnewiljujski Ulus (Bezirk) in Jakutien
Wir befinden uns ganz grob im Zentrum der russischen Teilrepublik Jakutien. Der Werchnewiljujski Ulus (Bezirk) ist nicht ganz so groß wie Niedersachsen, wird aber nur von rund 21.000 Menschen bewohnt, fast ausschließlich Jakuten und Ewenken. Das Klima ist ausgeprägt kontinental, mit Wintertemperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius und Sommertemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius.
Das Dorf Dalyr liegt in diesem Bezirk und dort wohnen rund 700 Menschen. Und auch in diesem abgelegenen Teil Jakutiens ist der russische Angriffskrieg angekommen.
Drei Brüder aus dem Dorf, Kinder der ehemaligen Lehrerin Valentina Osipow(Video), wurden aktuell im Krieg gegen die Ukraine getötet. Insgesamt haben wir sieben getötete und einen vermissten Soldaten aus Dalyr erfasst.
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Andrej Jewgenjewitsch Graf (Граф Андрей Евгеньевич), geboren am 03. Dezember 1991, lebte im Dorf Golyschmanowo in der sibirischen Oblast Tjumen. Sein VKontakte-Status ist verwaist und gibt keine Informationen her. |
Igor Wladimirowitsch Keller (Келлер Игорь Владимирович), geboren am 24.11.1984, lebte mit seiner (Ex-?)Familie in der Stadt Kamen am Ob in der Region Altai. Er war etwas bei Odnoklassniki (Klassenkameraden) aktiv, unter seinen Freunden finden sich auch deutsche Namen. |
Maxim Lindermann |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten von September - Dezember 2025
Vorausgeschickt: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
Nachdem die russischen Erfolge an der Front im Dezember 2025 und Januar 2026 ausgeblieben sind, nimmt Russland jetzt die ukrainische Zivilbevölkerung ins Visier. Durch massenhafte Angriffe mit Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen konnten Teile der ukrainischen Energie- und Wärmeversorgung ausgeschaltet werden. Da hilft es auch nicht, dass zwischen 80% und 90% aller angreifenden Flugkörper ausgeschaltet werden. Einige kommen immer durch.
Allein in der Nacht vom 2. auf 3. Februar 2026 wurden 521 verschiedene Flugkörper auf die Städte in der Ukraine abgefeuert, wovon nach ukrainischen Angaben 412 abgefangen werden konnten. Russland hofft mit diesen Angriffen, dass in der Bevölkerung der Ukraine die Bereitschaft erhöht wird, ein Friedensabkommen um jeden Preis abzuschließen.
Der sowjetische Krieg in Afghanistan dauerte vom Jahr 1979 bis 1989. In diesem Zeitraum sind rund 14.000 sowjetische Soldaten gefallen. Diese Anzahl an getöteten Soldaten verliert Russland zur Zeit jeden Monat an der Front in der Ukraine.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 31.12.2025

Familie Lutschnikow mit ihren beiden Adoptivkindern
Iwan Maslennikow und Pawel Popow waren zwei afro-russische Kinder von verschiedenen Müttern, die in Waisenhäusern in Moskau aufwuchsen. In beiden Fällen handelte es sich um Kinder von afrikanischen Männern und russischen Frauen. Die Männer blieben nicht in Russland, die Frauen wollten sich nicht mit einem „farbigen“ Kind belasten und gaben die Kinder in staatliche Fürsorge.
Beide Kinder wurden in jungen Jahren von der musikalischen Familie Lutschnikow aus der Stadt Uwarowo in der Oblast Tambow adoptiert, die keine Probleme mit der Hautfarbe der Kinder hatte.
Syktywkar -- Foto: msdte -- Lizenz: CC BY 3.0
Etwa 4.000 Bewohner hat die Siedlung Werchnjaja Maksakowka. Sie gehört zu Syktywkar, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Komi und hatte nach dem zweiten Weltkrieg sogar eine deutsche Geschichte. Von 1931 bis 1956 befand sich auf dem Gebiet des Dorfes eine Sondersiedlung, in der enteignete Bauern und später deportierte russische Deutsche lebten. Ein Gedenkstein im Ort erinnert an diese Russlanddeutschen.
In dieser Siedlung wuchsen zwei Jugendliche auf, die miteinander befreundet waren und sich gemeinsam entschlossen, zusammen in den Krieg zu ziehen - Wladislaw Jurjewitsch Katyschew und Wladislaw Alexandrowitsch Bojarkin.

Steinabbau in Kaskesrutschei
Das alte Wepsendorf Kaskesrutschei ist vom Verschwinden bedroht: Es ist von Steinbrüchen umgeben, in denen Steine für Grabsteine abgebaut werden. Ständige Explosionen erschüttern die Mauern der Holzhäuser, das Ufer des Onegasees, an dem das Dorf liegt, erodiert, der See verliert seine Fischbestand und die Brunnen versiegen.
Die Bewohner von Kaskesrutschei sind der Ansicht, dass ihr Recht als kleines Volk, in ihrer Heimat traditionell zu leben, massiv verletzt wird. Sie wenden sich schriftlich an das Ministerium für natürliche Ressourcen und beschweren sich bei Präsident Putin. Doch alles ist vergebens.
Zurück in die Jahre 1998 bis 2010 ins ferne Sibirien: In der Großstadt Krasnojarsk mit rund 1,4 Millionen Einwohnern trauten sich Frauen am Abend nicht mehr allein auf die Straße. Ein Serienvergewaltiger und Mörder ging um und konnte lange nicht gefasst werden. Und weil der Mann sich zudem an den Toten verging, wurde er öffentlich als „Krasnojarsker Nekrophile“ gesucht.
Im Jahr 1999 wurde er wegen Vergewaltigungen zu neun Jahren verurteilt, die Morde konnte man ihm noch nicht nachweisen. Erst 2009 wurde er auch als Mörder identifiziert und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.
Aber Sergej bekam eine dritte Chance, sich an der Front in der Ukraine zu bewähren. Dort verschwand er im November 2024 und tauchte schließlich im russischen Nachlassregister wieder auf.

Belaja Kalitwa - Kirche „Einzug der Jungfrau Maria in den Tempel“ -- Foto: Сергей С. Петров -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Belaja Kalitwa ist eine Stadt in der Oblast Rostow, die im waldlosen Steppengebiet des Donezbecken liegt. Lange Zeit war der Ort vorwiegend von Donkosaken bewohnt. Heute gibt es ein großes Aluminiumwerk in der Stadt, das das Stadtbild prägt.
In Belaja Kalitwa ist ein Video entstanden, das 55 Stadtbewohner zeigt, die im Krieg gegen die Ukraine gefallen sind. Die Soldaten verwandeln sich im Film in Kraniche und fliegen davon. Dabei wurden KI-Werkzeuge reichlich in Anspruch genommen.
Die Leibgarde des venezolanischen Präsidenten bestand zu einem erheblichen Teil aus kubanischen Soldaten. Insgesamt 32 Kubaner wurden bei der Entführung von Maduro am 3. Januar 26 auch getötet. Der Film zeigt die Überführung der sterblichen Überreste der Soldaten nach Kuba. Dort wurde inzwischen eine zweiwöchige Staatstrauer angeordnet.
Soviel Ehre wird den kubanischen Söldnern im Dienst der russischen Armee nicht zuteil. Ihre Überreste werden nicht in die Heimat ausgeflogen, selbst in Gefangenschaft geratene Kubaner erhalten keine Hilfe von der kubanischen Regierung. Die staatliche ukrainische Intiative „Ich will leben“ hat eine Liste mit 54 kubanischen Söldnern veröffentlicht, die alle auf Seiten Russlands im Krieg gegen die Ukraine gekämpft hatten und getötet wurden.

Russische Fernfahrer
Etwa 7.000 Transportunternehmen befanden sich im Jahr 2025 in der Liquidation oder Insolvenz. Aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise und Leasingzahlungen, gestiegener Wartungskosten für Fahrzeuge, hoher Leitzinsen sowie gestiegener Abwrackprämien geben Spediteure mehr aus, als sie verdienen, sodass Transporte unrentabel werden. Darüber hinaus sagen Experten, dass sich auch der allgemeine Rückgang der Industrie auf den Transport auswirkt.
Vorbemerkung: Die folgenden Statistiken basieren auf unserer elektronischen Erfassung der russischen Kriegstoten. Erst bis zum 20.12.25 haben wir bisher die Daten kontrolliert und vervollständigt, der Rest steht noch aus. Es sind allerdings keine großen Korrekturen zu erwarten. In der Regel fischen wir wenige doppelt erfasste Namen heraus, aber es kommen auch neue dazu.
In einem Monat und einer Woche geht Russlands Angriffskrieg ins fünfte Jahr und weiter ist kein Ende in Sicht. Doch Präsident Putin hat seiner Bevölkerung große Versprechungen gemacht. Er will Kleinrussland zurück ins russische Staatsgebiet holen.

Vater & Sohn Mylnikow aus dem Dorf Bargusin in Burjatien meldeten sich freiwillig zum Krieg in der Ukraine und kamen nicht lebend zurück. Angefangen hatte der Sohnemann Ruslan Mylnikow, geboren am 14. Juli 2003. Nach der Schule arbeitete er ohne Ausbildung im Schichtbetrieb, so meldete er sich im August 2024 zum Militär. Vater Anatoli Mylnikow, geboren am 22. April 1983, arbeitete im 250 km entfernten Ulan-Ude und hatte keine Lust mehr zum pendeln. Im Oktober 2025 schloss auch er einen Vertrag. Sohn Ruslan wurde am 12. Dezember 2025 getötet, am 13. März 2026 starb Vater Anatoli an seinen Verletzungen in einem Krankenhaus.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.
Alle russischen Regionen wurden jetzt mit den Daten des Monats September 2025 aktualisiert.
Folgende neue Listen wurden angelegt:
Die Monatszusammenfassung 09/25 werden wir bis zum 14.10.25 auch fertig bekommen.
Uff....
Aus aktuellem Anlass wollen wir darauf hinweisen, dass wir in unserer Statistik der russischen Kriegstoten in der Regel keine ausländischen Söldner erfassen, die auf der Seite von Russland kämpften. Wir wissen, dass nordkoreanische Einheiten in der Region Kursk am Krieg teilgenommen haben, dass Russland in Nepal, Indien, China, in afrikanischen Staaten und in Kuba aktiv Söldner angeworben hat und viele dieser Männer im Einsatz auch getötet wurden. Und auf Baustellen und in Wirtschaftsbetrieben gibt es Razzien auf Arbeiter ohne russischen Aufenthaltstitel. Da es aber keine öffentlichen Meldungen der russischen Armee über die eigenen Verluste gibt, erfahren wir nichts über diese Kriegsopfer.
Ausnahmen sind dann gegeben, wenn die Ukraine den Tod von Söldnern öffentlich macht oder wenn die ausländischen Soldaten in Russland gelebt und verwurzelt waren. Dann gibt es Meldungen in den lokalen Medien und auch eine Beisetzung auf russischem Boden.
Ein Ableger der staatlichen Initiative „Ich will (jemanden) finden" mit Namen „Ich will leben“ hat heute eine Liste mit gefallenen Söldnern aus Tadschikistan veröffentlicht, die 446 Namen enthält. Die Initiative schreibt dazu:
„Russische Nationalisten haben gemeinsam mit der Polizei eine Jagd auf (Arbeits-)Migranten organisiert: Gefangene werden gezwungen, Verträge zu unterzeichnen, um im Krieg zu kämpfen. Ihnen drohen Abschiebung oder Gefängnis. Duschanbe ignoriert all das weiterhin.“
Stand 30.09.2025 wurden im September 8.626 Kriegstote neu in unsere Datenbank aufgenommen - so viele wie noch nie. Die hohe Zahl an getöteten russischen Soldaten überfordert uns im Moment. Für all diese Namen müssen ja noch die persönlichen Daten festgestellt werden - also Herkunft, Alter, usw. Im Moment haben wir etwa 6.000 davon bearbeitet, wir werden also noch mindestens 12 Tage für unsere übliche Monatszusammenstellung benötigen. Eine vorläufige Zusammenstellung veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| September | 8.626 |
| Summe 2025 | 50.621 |
| Durchschnitt Monat | 5.625 |
An der Front in der Ukraine wären die Kampfhandlungen leicht zurück gegangen oder zumindest nicht eskaliert, lesen wir aus den Mitteilungen der beiden Kriegsparteien heraus. Doch mit unserer Statistik der Kriegstoten können wir das nicht bestätigen. Natürlich wissen wir, dass die Informationen sehr zeitversetzt bei uns ankommen, aber die Zahlen gehen ständig weiter nach oben. Und im September 2025 gibt es keine außergewöhnlichen Sonderinformationen, wie die vorgestellten Listen der staatlich ukrainischen Initiative "Ich will finden" in den Monaten zuvor.
Doch wenn wir die von uns bisher erfassten Zahlen auf den ganzen Monat hochrechnen, dürften im September mehr als 8.000 neue Kriegstote dazu kommen. Der höchste Wert seit Beginn des Krieges.
24.09.25
In der ersten Hälfte des Septembers 2025 haben wir 4.022 getötete russische Soldaten neu erfasst. In einem halben Monat sind mehr Gefallene zusammengekommen als im Monat April 25 oder Mai 25. Wie üblich sind auch ein paar Auswertungen von Videos und Denkmälern dabei mit Gefallenen der vorherigen Jahre, aber der Anteil ist nicht sehr hoch.
Daraus ergeben sich die folgenden Zahlen nach unseren bewährten Schätzungen:
| Kriegstote 15.09.25 | 137.845 |
| Geschätzt (nur 60% erfasst) |
230.000 |
| Versehrte Soldaten | 804.000 |
| Kriegsopfer gesamt | 1.034.000 |
Die monatlich im Jahr 2025 erfassten Toten:
| Januar | 5.360 |
| Februar | 5.578 |
| März | 5.018 |
| April | 3.894 |
| Mai | 3.245 |
| Juni | 4.592 |
| Juli | 7.084 |
| August | 7.224 |
| bis 15. September | 4.022 |

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner
Iwan Alexandrowitsch, 24 Jahre
Der eigentliche Fehler von Iwan geht auf das Jahr 2021 zurück. Damals heiratete der 18 oder 19 Jahre junge Mann eine Frau mit drei Kindern. Die galt es zu versorgen. Also beschloss Iwan im Jahr 2023 sich als Zeitsoldat beim russischen Militär zu verdingen. So musste er im Angriff durch unbekanntes Gelände marschieren, das zudem von den eigenen Leuten oder von der Ukraine vermint war. Das ging schief, am 29. Januar 2025 wurde er getötet. Jetzt bekam seine Witwe einen Tapferkeitsorden und ob der Sterbepräme des Gatten zuzüglich der Militärrente dürfte sie gut versorgt sein. Iwan Alexandrowitsch Iwaschow, geboren am 2404.2001, lebte in der Kleinstadt Arkadak in der Oblast Saratow.
Überall in Russland wird Werbung für den Vertragsdienst beim russischen Militär geschaltet, denn Russland benötigt jeden Monat mehr als 30.000 frische Soldaten, um die Verluste an Verletzten und getöteten Soldaten an der Front in der Ukraine wieder wett zu machen. Die in den Anzeigen ausgelobten Beträge sind häufig reine Fiktion, sie entsprechen nicht den Vertragsbedingungen. Die hohen Summen bei Vertragsunterzeichnung gibt es nur in wenigen Regionen, der angegebene monatliche Verdienst wird nur dann bezahlt, wenn man an vorderster Front bei den Sturmtruppen aktiv ist. Ist der Soldat verletzt und befindet sich in Behandlung wird nur ein Bruchteil bezahlt. Zudem stellt die Armee nur eine bescheidene Ausrüstung, Schutzwesten, Brillen, Handschuhe usw müssen die Soldaten selbst bezahlen. Auch die Kommandeure verlangen einen großen Obolus für die Regimentskasse, weil sonst der Nachschub nicht gewährleistet wird.
Aktuell ist eine Anzeige aufgetaucht, die 17,5 Millionen Rubel für eine Vertragsunterzeichnung verspricht. 17,5 Millionen Rubel sind umgerechnet knapp 200.000 €, kaufkraftbereinigt sogar noch deutlich mehr. Bei solchen Summen kann man schon mal schwach werden und das Risiko eines Vertragsdienstes auf sich nehmen. Bei einem genaueren Blick auf die Details erfährt der Soldat, dass die vielen Rubel nur dann rollen, wenn er -vertragsgemäß- tot von der Front nach Hause kommt. Ein kriegsunterstützender Telegram-Kanal schreibt zur Anzeige: „In der Werbung wird der jährliche Verdienst zusammen mit der Sterbegeldversicherung angegeben. Könnte jemand Verantwortlicher diesen Werbetreibenden endlich eine Abfuhr erteilen?“
Innokentij Konstantinowitsch Rojew (Rufzeichen „Max“), 41 Jahre
Status: Gefallen
Geburtsdatum: 11.04.1984
Todesdatum: 08.08.2025
Geburtsort: Dorf Neryuktayinsk-1, Ulus Olekminsky
Sterbeort: Unbekannt
Dienstart: Zeitdienst seit Sommer 2025
Kinder (Anzahl): 3
Zivilberuf: Förster
Wohnte in: Pokrowsk, Hangalasski Ulus
Originalnachricht des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Den Medien in Russland ist es verboten, über die Resultate ukrainischer Drohnenangriffe zu berichten. Es werden deshalb ausschließlich Erfolgsmeldungen veröffentlicht - wie zum Beispiel „42 Drohnen abgeschossen“. In der Nacht vom 3. auf 4. April 2026 gab es einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Chemiewerk in der Stadt Toljatti in der Region Samara. Um etwas über die Stimmung unter der Bevölkerung zu erfahren, lohnt es sich, die Kommentare zu den Presseberichten zu lesen:
Das russische Militär braucht dringend frische Zeitsoldaten, um die Verluste an der Front in der Ukraine auszugleichen. Für technikaffine junge Leute gibt es deshalb die Möglichkeit, als Drohnenpilot ausgebildet zu werden. Bisher wurden hauptsächlich junge Studenten, die über 18 Jahre alt waren, an den Hochschulen und Fachschulen gezielt angesprochen. In Wolgograd machen jetzt bereits einige Schulen Werbung zum Vertragsdienst als Drohnenpilot.
Spätestens mit 16 Jahren endet in Russland die Schulzeit, so auch in den beiden Sekundarschulen Nr. 57 und 83. in Wolgograd. Und doch fand sich auf den VKontakte-Seiten der beiden Schulen am 13. Februar 2026 eine Werbeanzeige für den Vertragsdienst in der russischen Armee, speziell als Drohnenpilot. Die Schule Nr. 57 hat die Anzeige inzwischen entfernt, auf den Seiten der Schule Nr. 83 ist die Anzeige immer noch zu finden.
Die Werbeanzeige der Schule Nr. 57, die Anzeige der Schule Nr. 83.
Kirill Dmitrijew ist der eigentliche Außenminister Russlands. Kirill wurde im Jahr 1975 in Kiew in der Ukraine geboren und war einer der ersten sowjetischen Austauschschüler in den USA. Dort erhielt er einen Universitätsabschluss und arbeitete anschließend als Investmentbanker in den USA und Europa. Im Jahr 2000 ging er zurück nach Russland und verwaltete große russische und ukrainische Vermögen. Aktuell ist er Wladimir Putins persönlicher Gesandter bei den Verhandlungen mit der Ukraine. Gute Ratschläge gibt er bei Twitter (X) gerne gratis. So schreibt er angesichts der Verwerfungen durch den US-amerikanischen Krieg gegen den Iran:
„Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT: Sie ist nicht auf einen „lang anhaltenden Energieschock“ vorbereitet. Die EU hat es versäumt, die Energieströme zu diversifizieren; sie ließ sich von russophober, grüner und woker Ideologie leiten. Immer noch nur Warnungen, keine wirklichen Lösungen. Nur Ideen: Preiserhöhungen an der Zapfsäule auf eine pro Tag begrenzen und Energieverbrauch senken.“
Kirill irrt wie meist, denn jene angeblich russophobe, grüne und woke Ideologie hat dazu geführt, dass Deutschland sich in Sachen Gas und Erdöl komplett von Russland unabhängig gemacht hat und nicht mehr erpressbar ist. Und zudem - je mehr grüne Energie in Deutschland selbst hergestellt wird, um so weniger sind wir von den aktuellen und zukünftigen Verwerfungen auf dem internationalen Energiemarkt abhängig.
Das russische Militär benötigt ständig neue Zeitsoldaten, um die großen Verluste an der Front zu ersetzen. Der Gouverneur der Region Rjasan, Pawel Malkow (Foto), verpflichtet jetzt Firmen, eine gewisse Quote ihrer Mitarbeiter an die Front abzustellen.
Der entsprechende Erlass sieht vor, dass Unternehmen mit einer Belegschaft von 150 bis 300 Mitarbeitern zwei Zeitsoldaten abstellen müssen, Firmen mit einer Belegschaft von 300 bis 500 Mitarbeitern müssen drei und Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern müssen fünf Vertragssoldaten stellen.
Rechtliche Grundlage ist ein Erlass des russischen Präsidenten aus dem Jahr 2022, die den Leitern der Regionen die Befugniss erteilt, „Maßnahmen zur Deckung des Bedarfs“ der russischen Streitkräfte umzusetzen.
Meldung des Telegram-Kanals „Die Toten der Republik Sacha“
Der ehemalige Bürgermeister der Stadt Manturowo in der Region Kostroma Igor Leonidowitsch Ustuschanin schloss einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium, nachdem er wegen Korruptionsvorwürfen verurteilt worden war. Am 16.02.2026 wurde sein Tod gemeldet. Igor führte die Stadtverwaltung nur zwei Jahre lang.
Wie das Gericht feststellte, erhielt Ustuschanin persönlich von November 2021 bis März 2023 über einen bevollmächtigten Vertreter große Bestechungsgelder von drei Unternehmern. Die Gesamtsumme betrug 760.000 Rubel (etwa 8.100 €). Im Gegenzug ermöglichte er ihnen, immobiles Eigentum eines Werks zu demontieren.
Igor wurde zu einer Freiheitsstrafe von 8,5 Jahren verurteilt - in einer Kolonie mit strengem Regime. Statt die Strafe zu verbüßen unterschrieb er einen Zeitvertrag mit dem Militär und ging an die Front. Dort nahm Igor ein Video auf, in dem er erklärte, man habe ihn hereingelegt. Es sei ihm nicht gelungen, eine Überprüfung des Falls zu erreichen und seine Unschuld zu beweisen. Seiner Behauptung zufolge wurde er beseitigt, um die Stelle für eine andere Person freizumachen.
Der Getötete hinterließ eine Frau und fünf Kinder. Die Abschiedszeremonie fand am 17. Februar 2026 in der Stadt Manturowo statt.
Die St. Petersburger Internetzeitung „Fontanka“ berichtet, dass Ilja Remeslo sich noch immer in der geschlossenen Abteilung der psychiatrischen Klink befindet. Das gab sein Anwalt bekannt: „Die Familie teilte mit, dass Ilja Borissowitsch seine Behandlung fortsetzt und bittet darum, Takt und Diskretion walten zu lassen – nicht gestört zu werden.“ Die Berichte um seine Freilassung sind falsch.
„Sie behandeln die Wahrheit“, kommentiert ein Leser den Beitrag auf „Fontanka“.