Kurznachrichten & Personalien

Pfui Putin!

Es ist nur ein 12 Sekunden Video von der Abschlussfeier einer Schule aus Dagestan, einer Kaukasusrepublik im Süden Russlands. Veröffentlicht wurde der kurze Schnipsel im Nexta-Live Telegram-Kanal.
In Dagestan wird an allen Schulen der Feiertag "Letzte Glocke" für die Absolventen abgehalten. Bei der Kundgebung vor allen Schülern protestiert ein Mädchen gegen den Ukrainekrieg und äußert sich kritisch zum Präsidenten Putin: " Nein zum Krieg! Freiheit für die Ukraine! Putin ist der Teufel!" OM 22.05.22

Auch Selensky aus Ossetien wollte nicht in den Krieg

Georgy Selensky ist nicht verwandt mit dem ukrainischen Präsidenten. Er stammte aus Nordossetien, war 26 Jahre alt und gelernter Automechaniker. Georgy war beim Militär, heiratete und zog mit seiner Frau nach Maikop, wo er stationiert war. Eigentlich wollte er nicht länger Soldat sein, sondern in seine Heimat zurückkehren.
Doch dann musste er zur Ausbildung auf die Krim und von dort in den Krieg. Seine Frau, die täglich mit ihm Kontakt hatte, berichtete: „Um es ganz klar zu sagen, er wollte nicht dorthin gehen, und im Prinzip wollte niemand dorthin gehen ... Er wollte wirklich so schnell wie möglich zu mir nach Hause zurückkehren.
In Tokmak, im Süden der Ukraine, endete am 25. April sein Leben. Munition war explodiert. OM, 16.05.22

Motorola - Gangster und Kriegsverbrecher wird zum Vorbild der Kinder

Arsen Sergewitsch Pawlow (1983 - 2016) war ein kleiner Gangster aus Rostow am Don. Um einer Haftstrafe zu entgehen, schloss er sich den sogenannten "Separatisten" im Donbass an und führte deren Bataillon Sparta in den Kampf gegen die ukrainische Armee. Aufgefallen ist er damals durch Kriegsverbrechen und ein großes Mundwerk. Eine Bombe im Aufzug seines Wohnhauses beendete 2016 sein Leben. Auch hier gibt es Hinweise, dass die russischen Instrukturen  eine Säuberung unter den dubiosen Seprataistenführern durchgeführt hatten.
Der Mann stammt eigentlich aus der Republik Komi im Nordosten des europäischen Teils Russland. In seiner Geburtsstadt Uchta soll jetzt die Schule Nr. 13 nach jenem "Helden" benannt werden. Wenn es keinen Widerspruch aus der Bevölkerung und im Gemeinderat gäbe, solle die Schule bis Ende Mai nach Arsen Pawlow benannt werden. OM, 14.05.22

Von Russland ermordet und heute geehrt? Teil II

Alexander Sachartschenko soll auch in Tuwa, der Heimat des russischen Kriegsministers Schoigu, einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
"Zu Ehren des legendären Oberhauptes und Helden der Volksrepublik Donezk, Generalmajor Alexander Wladimirowitsch Sachartschenko, dessen Name mit dem heldenhaften Widerstand des Donbass verbunden ist, wird in einem vielversprechenden Wohngebiet der Stadt Kysyl am Vavilinsky eine neue Straße benannt," schreibt eine lokale Internetplattform. OM, 13.05.22

Von Russland ermordet und heute geehrt?

Alexander Sachartschenko war bis Ende August 2018 der Führer der Volksrepublik Donezk. Er starb, wie viele andere ostukrainische Separatistenbosse, durch einen Anschlag aus dem Hinterhalt. Beim Besuch eines Lokals seines Leibwächters explodierte eine Bombe. Die Hintermänner wurden niemals gefasst, es besteht der Verdacht, dass Moskau den lästig gewordenen Chef los werden wollte.
Aber die Zeit vergeht schnell, so wundert es nicht, dass in einigen russischen Städten jetzt Straßennamen nach Sachartschenko benannt werden. So aktuell in der russischen Großstadt Pensa mit etwa einer halben Million Einwohnern und 550 km südöstlich von Moskau gelegen.
Der Gouverneur Melnichenko: „Wir müssen das Land wieder vom Nazismus säubern. Russische Truppen retten die Bevölkerung von Donbass, die slawischen Brüder in der Ukraine, vor Gewalt und physischer Zerstörung. An der speziellen Militäroperation nehmen auch die Soldaten von Pensa teil. Sie erfüllen ihre militärische Pflicht angemessen. In Erinnerung an die Leistung der Verteidiger des Donbass und als Zeichen der Freundschaft mit der DVR schlage ich vor, eine der Straßen von Pensa nach dem ersten Oberhaupt der Republik, Alexander Sachartschenko zu benennen.“ OM, 12.05.22

Schusswaffen gegen russische Demonstranten?

2019 veröffentlichte die Zentrale von Alexei Nawalny in Tjumen ein Video mit einem Interview eines Soldaten der russischen Spezialeinheiten. Darin berichtete ein junger Spetsnaz-Militär, dass Anfang des Jahres „Leute aus Moskau“ zu seiner Einheit gekommen wären und eine offene Befragung unter den Spetsnaz-Kämpfern durchgeführt hätten. Eine der Fragen an die Soldaten war: „Wenn heute Unruhen mit Demonstrationen und Kundgebungen stattfinden würden, wären Sie in der Lage, Waffen gegen die Demonstranten einzusetzen?“
Der Mann war ob dieser Frage ziemlich schockiert, genau so wie seine Kollegen, die alle niemals Waffen gegen Zivilisten einsetzen wollten. So kam das Interview mit Nawalny zustande.
Jetzt wurde bekannt, dass der junge Soldat in der Ukraine gefallen ist. Er gehörte zu einer siebenköpfigen Gruppe von „Obereg“-Spezialkräften, die alle am 13.April 22 getötet wurden. Artur Epifantsev war erst 22 Jahre alt, wurde wahrscheinlich in dem von Kiew 9.000 Bahnkilometer entfernten Wladiwostok geboren und gehörte in Tscheljabinsk zur russischen Garde der 23. Spezialeinheit „Obereg“. OM 10.05.22
Anmerkung: Siehe Tscheljabinsk, Meldung Nr. 44

A long way home

Bato Valerievich Basanov war ein junger Burjate aus Ulan-Ude, im Oktober wäre er 26 Jahre alt geworden. Mit zwanzig verpflichtete er sich beim Militär und wurde zum Schützen eines Panzers ausgebildet - der Fehler seines Lebens. Denn in der dritten Woche des Ukrainekriegs wurde sein Leben beendet - es erging ihm wie vielen anderen Burjaten, die als Kanonenfutter eingesetzt werden. 5.000 km Luftlinie weit weg vom Zuhause, über 6.000 km auf dem Landweg entfernt, sterben die jungen Menschen eben keinen Heldentod, auch wenn in der Heimat die Behördenvertreter das Gegenteil behaupten. Nun- jener Bato aus Ulan-Ude starb am 14. März einen schnellen Tod, die Rückreise dauerte - einfache Soldaten genießen keine Priorität. Am 6. Mai soll ein Abschiedsgottesdienst stattfinden. OM 05.05.22

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