30.04.2026 -- 206.310// Zuwachs zum 31.03.2026: 7.109
Russlands Präsident schickt die Jugend seines Landes in einen verbrecherischen Krieg. Wie viele russische Soldaten inzwischen in der Ukraine ihr Leben gelassen haben, können wir nicht komplett aufklären. Wir sammeln hier seit Beginn des Krieges im Februar 2022 die Todesmeldungen aus den Medien der Regionen und sozialen Netzwerken Russlands und verschaffen so zumindest einen ungefähren Überblick.
Im ersten Kriegsjahr haben wir noch die Meldungen im übersetzten Originaltext veröffentlicht, auf Grund der schieren Menge der Kriegstoten mussten wir später zur Tabellenform übergehen, jetzt führen wir nur noch reduzierte Listen. Eine Liste der Regionen und den dazu veröffentlichten Tabellen, finden Sie hier.
Monatlich veröffentlichen wir eine Zusammenfassung unserer Datenbank - die Liste mit allen Auswertungen finden Sie hier - Aktuell Auswertung zum 28.02.2026 & erfasst zum 31.03.2026. | Karte der Regionen Russlands | Föderationssubjekte | Kontakt: info[ɛt]oskarmaria.de
Unsere Webseite oskarmaria.de und die dazu gehörigen IP-Adressen wurden durch die russische Aufsichtsbehörde für das Internet "Roskomnadsor" am 26. August 2024 gesperrt. Details dazu erfahren Sie hier. | Alternativ-Link: gibtsnet.eu
Heute sind wir zu Besuch in der baschkirischen Stadt Birsk. Die Stadt hat rund 45.000 Einwohner und liegt etwa 100 km nördlich der Hauptstadt Ufa. Ende August wurde in Birsk ein Denkmal für die Einwohner der Stadt eingeweiht, die in den sowjetisch/russischen Kriegen nach dem zweiten Weltkrieg getötet wurden.
Drei Bewohner der Stadt starben in Afghanistan, vier in den beiden Tschetschenenkriegen und bisher etwa 200 im russischen Krieg gegen die Ukraine.
Die Geschichte von Eduard fängt an, wie so viele unserer Geschichten. Eduard Midechatowitsch Salimow wurde am 30.06.1981 in einem Dorf mit gerade 100 Bewohnern im Bezirk Kareidel in Baschkortostan geboren. Als er zwei Jahre alt war, starb seine Mutter, Eduard kam in ein Waisenhaus und blieb dort bis zur Volljährigkeit.
Er erlernte den Beruf eines Elektrikers und Fahrers und teilte danach das Schicksal vieler Waisen ohne Beziehungen: Er arbeitete mal hier und mal weiter weg im Norden, blieb aber ohne feste Anstellung.
Eduard heiratete eine Frau mit usbekischen Wurzeln, zog in das große Dorf Buraewo in Baschkortostan und bekam drei Kinder. Am 8. Oktober 2024 unterzeichnete er freiwillig einen Vertrag zum Kriegsdienst.

Dorf Wankarem, Tschukotka -- Urheber: Ansgar Walk -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Dorf Wankarem liegt am äußersten nord-östlichen Rand des Autonomen Kreises der Tschuktschen (Tschukotka). Das Dorf liegt völlig isoliert, es gibt keine Straße dorthin. Nur im Winter kann das Dorf von Transportern über eine Winterstraße angefahren werden. Aber immerhin hat der Flecken einen kleinen Flugplatz über den der Personenverkehr mit Hubschraubern nach Egwekinot und Nutepelmen möglich ist. Die Bevölkerung besteht aus Tschuktschen und sibirischen Eskimos. Aber es sind nicht mehr viele da. Im Jahr 2010 zählte man noch 210 Bewohner, sechs Jahre später waren es 166 und im Jahr 2021 lebten dort nur noch 122 Menschen.
Inzwischen sind fünf junge Männer aus Wankarem im russischen Krieg gegen die Ukraine gefallen - das ist ein schockierend großer Teil der jungen Leute aus dem Dorf und nimmt den noch verbliebenen Bewohnern die Zukunft. Die einzelnen Gefallenen fasst ein Beitrag der Nachrichtenagentur von Tschukotka zusammen, den wir nachstehend veröffentlichen - dazu noch ein paar Fotos aus dem Dorf.
Weiterlesen: Das Tschuktschen- und Eskimodorf Wankarem und der Krieg
Wie schwierig es ist, im Kampfgebiet zu überleben, zeigt das kurze Video aus ukrainischer Quelle. Werden russische Angreifer lokalisiert, dann schwirren die Kamikazedrohnen wie Stechmücken umher - auf der Suche nach einem neuen Opfer. Im Video ist das besonders zum Ende hin gut zu sehen.
Russland ist weiter auf dem Vormarsch mit nur geringen Geländegewinnen und hohen menschlichen Verlusten - wie auch unsere Statistiken zeigen. Die ukrainische Armeeführung berichtet aktuell von einer geänderten russischen Taktik im Kampfgebiet.

Taimyrhalbinsel – Kap Tscheljuskin: nördlichste Festlandstelle der Erde -- Foto: Ansgar Walk -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ganz im Norden im asiatischen Teil Russlands liegt die Taimyrhalbinsel. Sie gehört zur Region Krasnojarsk und ist der nördlichste kontinentale Festlandteil der Erde. Die Winter dort sind lang und extrem kalt, die Sommer kurz, kalt und nebelreich. Es gibt dort große Naturschutzgebiete, die größte Renntierherde weltweit und neuerdings auch wieder Herden mit Moschusochsen.
Für das russische Militär sind Männer aus diesen nördlichen Gebieten wertvoll. Sie haben gelernt in extremen Situationen zu überleben und können mit Waffen umgehen. Auch aus der fernen Region Taimyr stirbt eine bedeutende Zahl von Männern im Krieg gegen die Ukraine. Wir haben unseren Beitrag vom Juni 2024 mit neuen Meldungen aktualisiert.
Blick auf Ryrkaipij von der Straße aus Richtung Kap Schmidt. In der Mitte der Koschewnikow-Felsen, die westliche „Hälfte“ des Kaps Schmidt; davor die Nordbucht der Tschuktschensee (Ende April 2006) -- Foto: Шабанов -- Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ryrkaipij ist ein kleines Dorf ganz im Nordosten Russlands im Autonomen Kreis der Tschuktschen. Es liegt an der Küste der Tschuktensee, ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Ganz in der Nähe liegt das Kap "Otto Schmidt", benannt nach einem russischen Polarforscher und eine Militärsiedlung mit gleichem Namen.
Nicht weit entfernt vom Dorf gibt es eine sehr große Walross-Kolonie an einer Klippe. 2017 sprangen mehr als 100 Walrosse aus Angst vor einem Eisbären von der Klippe in den Tod und wurden ein gefundenes Fressen für noch mehr Eisbären. Im Dezember 2019 trafen über 50 Eisbären auf der Suche nach Nahrung dort ein. Das öffentliche Leben im Dorf kam zum Erliegen und man dachte darüber nach, die Siedlung ganz aufzugeben.
Aber auch generell geht es begab mir Ryrkaipij - 2010 lebten noch 766 Einwohner dort, 2021 waren es nur noch 527.
Heute sterben die Männer im Krieg gegen die Ukraine - für die russische Welt. Wir haben diesen Beitrag um die aktuellen Kriegstoten aktualisiert und schieben ihn noch einmal auf die Titelseite.
Ein ehemaliger Kommandant der Gruppe Wagner wurde in der russischen Stadt Belgorod Leiter des „WOIN“-Zentrums. „WOIN“ - das ist eine von Wladimir Putin per Dekret initiierte Einrichtung, die der militärisch-patriotischen Erziehung von Jugendlichen ab 14 Jahren dienen soll. Andrej Bogatow gilt als einer der ersten Kommandeure der Gruppe Wagner. Bei einem Einsatz in Syrien wurde er verwundet und verlor einen Arm. In der Folge übernahm er das Kommando einer Sicherungseinheit für eine Ölraffinerie. Zurück in Belgorod ist er jetzt in pädagogischer Mission tätig.

Dorf Ust-Mil -- Aus dem Panoramio- Archiv . Das Urheberrecht der Fotos liegt bei den jeweiligen Eigentümern.
Ganz im Osten der russischen Teilrepublik Jakutien (Sacha) liegt der Ust-Maisky Ulus, wobei Ulus der Begriff für Bezirk ist. In diesem Ulus leben etwas über 7.000 Menschen, aber er hat eine Fläche von rund 95.000 km², das ist mehr als die Fläche der deutschen Bundesländer Bayern und Hessen zusammen. Und es ist kalt im Ust-Maisky Ulus, der Bezirk liegt nur etwa 200 km vom Kältepol der nördlichen Hemisphäre entfernt. Im Bezirk liegt auch das Dorf Ust-Mil mit zuletzt 190 Bewohnern. In diesem abgelegenen Dorf lebte Alexander Richter.
Im Dorf Nikolsk im Bezirk Wolnowacha in der Region Donezk strebten schon vor der Annexion der Krim und dem Beginn des Krieges im Donbass viele Einwohner nach Russland. Dazu trug seinerzeit der Gründer des örtlichen Klosters der Heiligen Mariä Himmelfahrt, Nikolaus und Vasili, Pater Zosima, wesentlich bei. Bis zu seinem Tod im Jahr 2002 überzeugte er seine Mitmenschen davon, dass es zu einem Krieg zwischen Russland und der Ukraine kommen würde. Wenn es zu Unstimmigkeiten zwischen Moskau und Kiew käme, forderte er sie auf, nur auf den Patriarchen von Moskau zu hören.
Heute leben im Dorf Nikolskoje 42 Menschen und etwa zwei Dutzend Klosterbewohner. Die meisten Häuser sind zerstört, viele Einwohner sind nach Beginn der groß angelegten Offensive der russischen Armee ums Leben gekommen, die Überlebenden wurden wiederholt von Strafgefangenen geplündert, die als Vertragssoldaten in der russischen Armee dienen. Umherliegen Minen und ausgebrannte Kampftechnik. Dennoch kommen auch heute noch Pilger zum Kloster.
Mit schönen Abschiedsbildern wird versucht, die Grausamkeit des Krieges zu übertünchen. In der Realität kommen die gefallenen Soldaten meist in geschlossenen Särgen zurück in ihre Heimat. Aus gutem Grund - denn deren Körper sind von Granaten zerrissen, von Drohnen zerstückelt, völlig verbrannt oder verwest.
Das folgende Video kommt aus der Region Transbaikalien und zeigt 42 im Krieg gegen die Ukraine getötete Soldaten aus der Region. Alle sind ganz, lachen, sind fröhlich, winken aus dem Video heraus und steigen am Ende gen Himmel empor. Außer den Namen der Kriegstoten bietet das Video sonst keine weiteren Informationen.
Wir haben in der Vergangenheit nicht sehr häufig über die Altersstruktur der gefallenen russischen Soldaten berichtet. Da wir allerdings die Geburtsdaten erheben, wollen wir hin und wieder eine aktuelle Zusammenstellung veröffentlichen. Im August hatten wir 7.228 getötete russische Soldaten neu erfasst, davon konnten wir von 5.091 das Geburtsdatum oder das Alter in Erfahrung bringen.
Der älteste Kriegstote war Anatolij Wladimirowitsch Winogradow (Foto), geboren am 07.11.1958, aus Jekaterinburg in der Oblast Swertlowsk. Der Jüngste war Erik Eduardowitsch Schajchutdinow (Foto), geboren am 25.05.2007, aus der Stadt Bugulma in Tatarstan.
Die Altersstruktur in Zahlen:
Weiterlesen: Altersstruktur der russischen Kriegstoten im August 2025
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Sergej Sergejewitsch Braun (Браун Сергей Сергеевич), geboren am 30.05.1995, lebte in der Stadt Beresowski in der Oblast Kemerowo. Irgendwelche Verbindungen zu Russlanddeutschen konnten wir nicht finden. |
Jegor Jurjewitsch Fischer (Фишер Егор Юрьевич), geboren am 13. Mai 1993, stammte aus dem kleinen Dorf Asamatowo in der Region Orenburg. Er war Waise, wuchs in einer Pflegefamilie auf. In Belebey/Baschkortostan absovierte er eine Ausbildung zum Elektriker. 2021 wurde er zum Wehrdienst eingezogen, verpflichtete sich als Zeitsoldat und kam im August 2022 an die Front. |
Sergej Wladimirowitsch Axt (Акст Сергей Владимирович ), geb. am 04.11.1977, lebte in Nowosibirsk. Auf Grund einiger deutscher Nachnamen in seinen Kontakten ist eine russlanddeutsche Abstammung wahrscheinlich. |
Weiterlesen: Deutsche Namen unter den russischen Kriegstoten im August 2025
Zunächst - bei der überwiegenden Anzahl der von uns erfassten Kriegstoten wird nicht angegeben, auf welcher vertraglichen Basis die Soldaten für Russland gestorben sind. Nur bei drei russischen Regionen wird häufig deren Status auch angeben: Baschkortostan, Burjatien und Jakutien. Wir haben deshalb diese drei Regionen herausgepickt und geschaut, wie viel Prozent die Berufssoldaten (Mannschaften und Offiziere), im Herbst 2022 Mobilisierten und die Freiwilligen ausmachen. Das Ergebnis dürfte dann in etwa auch auf die anderen russischen Regionen übertragbar sein.
Danach hatten wir im August 2025 unter den Kriegstoten
Die Zahlen im Einzelnen:
Kinder aus einem Dorf in Tuwa in tradioneller Kleidung -- Foto: Agilight -- Lizenz: CC BY-SA 4.0
Die russische Teilrepublik Tuwa ist eine der abgelegensten Regionen in ganz Russland. Lediglich über zwei asphaltierte Straßen kann man mit dem Auto oder Bus nach Tuwa reisen. Der Bau einer Eisenbahnverbindung wurde 2011 durch Wladimir Putin feierlich eröffnet, es wurden aber nur 50 Meter Bahnstrecke gebaut. Die Wirtschaft von Tuwa ist desolat, es gibt viele Bodenschätze, aber die Erlöse bleiben nicht im Land. Tuwa ist eine der ärmsten Regionen Russlands.

Schüler der 2. Schule von Samagaltai bei der Einweihung einer weiteren Gedenktafel im Jahr 2024. Derzeit gibt es fünf solcher Tafeln
Vor genau 95 Jahren, im Jahr 1930, wurde auf Anordnung der sowjetischen Behörden im Dorf Samagaltai das Churee zerstört – das damals größte buddhistische Kloster in Tuva. In der Folge wurden die meisten Vertreter des lokalen Klerus und der Intelligenz im Zuge der Repressionen vernichtet. Bis 1921 war Samagaltai die Hauptstadt von Tuva und ein wichtiges Handelszentrum. Heute ist es ein depressiver Ort, dessen Einwohner in die Ukraine ziehen, um dort zu kämpfen.

Trauerfeier für einen getöteten Soldaten im Sportzenrum Lukodrom in Ulan-Ude
Die Nachrufe der im Krieg gegen die Ukraine gefallenen Soldaten aus Burjatien sind regelmäßig die Ausführlichsten in ganz Russland. Manchmal gleichen sie beinahe Bewerbungen für einen Arbeitsplatz. Natürlich sind die meisten Ausführungen geschönt, verschweigen die negativen Dinge, aber sie enthalten überwiegend die wichtigsten Fakten: Kompletter Name, Geburtstag und Ort, Schul- und Berufsausbildung, Familienstand, militärischer Status und Todeszeitpunkt.
Aus dem kurzen Zeitraum 4. - 5. September 2025 haben wir acht getötete Soldaten aus Burjatien erfasst, fünf davon waren Freiwillige, ein Berufssoldat und zwei junge Wehrpflichtige, der sich während ihres Dienstes zum Vertragsdienst überreden ließen. Von den fünf Freiwilligen waren drei Kurzzeitsoldaten, die kurz nach ihrer Ankunft im Kriegsgebiet auf Selbstmordangriffe geschickt wurden. Und auch die beiden Wehrpflichtigen starben schnell. Hier ihre Kurzbiografien:
Weiterlesen: Burjatische Kurzzeitsoldaten vom 4. und 5. September 2025

Kasachischer Friedhof
In der Oblast Omsk leben etwa 1,8 Millionen Menschen - Tendenz fallend. Im Ranking der russischen Regionen im Bezug auf die Lebensqualität liegt die Oblast auf einem der hinteren Plätze in Russland. Im Süden grenzt die Oblast an Kasachstan und so wundert es nicht, dass die Kasachen mit knapp 80.000 Menschen die größte Minderheit in dieser Region stellen.
Auf dem kasachischen Friedhof in Omsk gibt es Dutzende Gräber von im Krieg gegen die Ukraine gefallenen kasachischen Soldaten. Die Kasachen machen rund 4% der Bevölkerung aus. Unter den Kriegstoten der Region Omsk haben die ethnischen Kasachen aber einen Anteil von 15 %.
Der Autor des Films gibt an, dass alle gezeigten Gräber zu kasachischen Kriegstoten gehören.
Weiterlesen: Kasachen aus Omsk, die für die russische Welt gestorben sind

Vorausgeschickt - seit Beginn des russischen Angriffskrieges ermitteln wir die russischen Kriegstoten aus offenen Quellen. Wir machen das ohne Werbung, ohne Unterstützung von außen, sind politisch ungebunden und tragen die erheblichen Kosten selbst. Wir erstellen alle Informationen nach bestem Wissen und Gewissen.
In keinem Monat im bisherigen Verlauf des russischen Angriffskrieges haben wir mehr russische Kriegstote erfasst als im Monat August 2025 – insgesamt 7.224. Ein beachtlicher Teil dieser getöteten Soldaten geht auf die Liste der gefallenen „Schwarzen Husaren“ zurück, die die ukrainische staatliche Initiative „Ich will finden“ veröffentlicht hat und deren Richtigkeit sich verifizieren ließ. Aber auch die aktuellen russischen Verluste blieben auf hohem Niveau.
Kusbass (Kemerowo) & Baschkortostan
Im Monat August 2025 hatten die Oblast Kemerowo mit 413 erfassten Toten und die Republik Baschkortostan mit 342 Todesfällen die höchsten Verluste aller russischen Regionen zu verzeichnen. Beide Regionen können auch als Beispiele herhalten, für die unterschiedlichen Situationen in den russischen Regionen dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges.
Weiterlesen: Getötete russische Soldaten -- Stand: 31.08.2025
Als der russische Angriffskrieg auf die Ukraine begann, war Maxim Wjatscheslawowitsch Suworow gerade 14 Jahre alt. Maxim wurde am 5. Juni 2007 in der städtischen Siedlung Kamensk in Burjatien geboren und am 24. Juli 2025 im Gebiet des Dorfes Nowy Komar in der Ukraine getötet.
Da es in Burjatien üblich ist, über die Gefallenen zwar geschönte, aber sehr ausführliche Nachrufe zu schreiben, können wir die Umstände seines frühen Todes ziemlich genau nacherzählen.
Auch die Geschichte von Maxim wirft ein düsteres Bild auf eine russische Gesellschaft, in der Macht und Erfolg über das Leben der eigenen Bürger gestellt werden. So werden auch 18-jährige Jugendliche bedenkenlos an der Front geopfert.
Weiterlesen: Maxim Wjatscheslawowitsch Suworow - geboren am 5. Juni 2007
Der preußische General Carl von Clausewitz (01. 07.1780 - 16. 11.1831) schrieb in seinem Werk "Vom Kriege": „Der Eroberer ist immer friedliebend (wie Bonaparte auch stets behauptet hat), er zöge ganz gern ruhig in unseren Staat ein“. Clausewitz beschreibt damit genau die heutige Situation in der Ukraine. Wer sich gegen die Okkupation wehrt, wird von der russischen Propaganda und ihren Apologeten als Kriegstreiber diffamiert.
Der Begriff Kriegstreiber trifft in Europa nur auf Wladimir Putin und seine Regierung zu, die seit dem Jahr 2014 für ein paar Quadratkilometer neues Land bereit sind, ständig eine große Anzahl Bürger seines Landes in den Fleischwolf an der Front zu führen - mit dem Endziel, die gesamte Ukraine zu unterwerfen.
Weiterlesen: Russische Kriegstote August 25 - Vorabinformation
34 Einwohner des russischen Dorfes Alekseewka sind im Krieg ums Leben gekommen

Die Großmutter von Egor und Maxim Iljins, die im Krieg gegen die Ukraine ums Leben gekommen sind
Heftige Kämpfe an der Front der russischen Invasion in der Ukraine finden derzeit in der Region Sumy statt – insbesondere um das ukrainische Dorf Aleksejewka. Die Einwohner mussten vor dem Krieg fliehen, sodass fast niemand mehr dort lebt. In Russland, in der Region Samara, gibt es ein Dorf mit dem gleichen Namen – Aleksejewka. Dort wurde im Mai dieses Jahres ein Denkmal für die „Verteidiger des Vaterlandes” errichtet – zu Ehren der Dorfbewohner, die in den sogenannten „lokalen” Kriegen und „SWO” (Spezielle Militäroperation) gefallen sind. Auf einer Marmorplatte sind die Namen eingraviert: Zwei Einwohner von Aleksejewka kehrten nicht aus Afghanistan zurück, einer aus Tschetschenien und 34 aus der Ukraine.

Es gibt nur wenige bewohnte Orte auf der Erde, die so abgelegen sind wie das Dorf Nutepelmen. Er liegt an der nordöstlichen Küste der Tschuktschen-Halbinsel zur Tschuktschensee. In der Sommerhälfte kann man das Dorf mit einem Schiff oder Hubschrauber vom Dorf Wankarem aus erreichen. Im Winter gibt es eine fast 200 km lange Piste bis zur nächsten Winterstraße.

„Mit tiefem Bedauern geben wir den Verlust bekannt. Während eines Kampfeinsatzes im Rahmen einer militärischen Sonderoperation starb Gulnara Asfanowna Sadykowa (5. November 1970 - 10. März 2026), eine Sanitäterin der therapeutischen Gruppe des Sanitätsdetachements (Reserve, Freiwillige) des Militärkrankenhauses“. VKontakte vom 18.03.26
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats März 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Monat März 2026 und die erfassten Daten zum April 2026 werden wir bis spätestens 12. Mai vorlegen können.
CK, 11.05.2026
Wir sind gerade im Stress und bereiten den Abschluss des Monats März 2026 vor. So haben wir versehentlich einen unfertigen Beitrag online gestellt: „Für Glaube und Vaterland in Nowomoskowsk“. Wir bitten um Entschuldigung.
Wir haben den Beitrag wieder versteckt, er wird erst in den nächsten Tagen - dann hoffentlich komplett - veröffentlicht.
OM 07.05.2026
Am Abend des 5. Mai 2026 war unsere Domain „oskarmaria.de“ nicht zu erreichen. Nach hektischen Versuchen, das Problem auf unserem Webserver zu suchen, mussten wir feststellen, dass wir nicht unternehmen können. Die Namensauflösung für de-Domains war bei Denic gestört. Über unsere zweite Domain https://www.gibtsnet.eu sind wir weiterhin & ungestört zu erreichen.
Zum Beitrag über die beiden in Russland inhaftierten Frauen Natalia Leonhardt und Daria Jegerewa wollen wir noch einige Anmerkungen nachreichen.
Nach der Verhaftung der beiden Frauen wurde zunächst nur der Name von Daria Jegerewa bekannt. Die Familie von Frau Leonhardt wollte, dass ihr Name nicht genannt werden solle. Sie versprachen sich so bessere Chancen vor Gericht. Das ist nicht eingetreten.
Aber dazu passt: Wir hatten beim Unterstützerkomitee angefragt, ob wir ein Foto benutzen können, das beide Frauen zeigt. Am folgenden Tag haben wir die Erlaubnis bekommen, die dann wenig später zurückgezogen wurde. Die Verantwortliche hatte unsere Webseite besucht und meinte danach, dass eine Fotoveröffentlichung in unserem Kontext den beiden Frauen eher schaden würde. Wir wollen das nicht weiter kommentieren.
Russische Freiwillige, die in den ersten drei Monaten nach Vertragsunterzeichnung an der Front getötet wurden, stellen wir unter der Überschrift „Ohne viele Worte“ vor. Da es zu viele waren, haben wir zunächst maximal einen Gefallenen pro Tag veröffentlicht. Aktuell ist die Situation so, dass es in vielen Regionen inzwischen untersagt ist, die genauen Daten anzugeben, wann der Vertrag unterschrieben und wann der Freiwillige getötet wurde. Neue Freiwillige sollen durch solch eine Wahrheit nicht abgeschreckt werden, meinen die russischen Behörden.
Wir haben uns deshalb entschieden, wieder alle Kurzzeitsoldaten zu veröffentlichen, die wir registrieren. Das sind meist Männer aus Burjatien, da in dieser Region - teilweise - noch immer ausführliche Nachrufe publiziert werden. Burjatien steht stellvertretend für alle russischen Regionen, wie unser aktuelles Beispiel aus Transbaikalien zeigt. Im Bezirk Krasnotschikoisky haben wir unter 128 Gefallenen insgesamt 36 Kurzzeitsoldaten gefunden.
Eine aktuelle Liste der Antrittsprämien aller rusischen Regionen, die der russische Staat für Zeitsoldaten bezahlt, haben wir hier veröffentlicht.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Februar 2026 aktualisiert.
Folgende Listen wurden neu angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Februar 2026 und die erfassten Daten zum März 2026 werden wir bis spätestens 10. April vorlegen können.
OM, 09.04.2026
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir sehr häufig Personen aus Burjatien vorstellen. In unserer Rubrik der Kurzzeitsoldaten (Ohne viele Worte) sind überwiegend Gefallene aus Burjatien vertreten. Das hat einfache Gründe - in Burjatien werden gewohnheitsmäßig ausführliche Nachrufe auf die im Krieg getöteten Landeskinder veröffentlicht. So erfahren wir viele Details. Das kommt in anderen Regionen eher selten vor, häufig werden auch mißliebige Daten gezielt verheimlicht. So zum Beispiel dass die getöteten Soldaten aus der Haft an die Front entlassen wurden, dass sie nur eine kurze Überlebensdauer hatten, usw. In einigen Regionen wie Baschkortostan sind inzwischen solche detaillierten Nachrichten verboten, häufig wird sogar das Alter verschwiegen.
So muss Burjatien als Beispiel herhalten, wenn es um Kurzzeitsoldaten, jugendliche Dummköpfe und Häftlinge geht. Es wird in allen anderen Regionen nicht viel anders sein.
Wir haben alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Januar 2025 aktualisiert.
Es wurden neun neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Januar 2026 und die erfassten Daten zum Februar 2026 werden wir bis spätestens 13. März vorlegen können.
OM, 12.03.26
Der Trend bei den Nachrufen hält an - konkrete Daten werden nicht mehr angegeben. So will es die russische Regierung. Damit kann man nicht mehr abschätzen, wie lange der Zeitvertrag mit dem Militär dauerte oder besser, wie schnell der Soldat nach Vertragsunterzeichnung getötet wurde. Auch wird die Feststellung verhindert, wie lange der getötete Soldat irgendwo an der Front liegen blieb.
Normalerweise haben wir max. einen Kurzzeitsoldaten pro Tag in unserer Rubrik „Ohne viele Worte“ veröffentlicht. Das haben wir heute ausnahmsweiße verändert und alle Kurzzeitsoldaten gelistet, die uns im Zeitraum vom 19. bis 20. Januar 26 aufgefallen sind. Als Beleg dafür, dass auch weiterhin viele russischen Freiwilligen nur kurze Zeit an der Front überleben, auch wenn diese Tatsache unterdrückt werden soll.
CK, 23.02.26
Nach aktuellen Berichten wurden von der russischen Behörde für das Internet "Roskomnadsor" alle „Sozialen Netzwerke“ des Meta-Konzerns abgeschaltet. Folglich sind Facebook, Instagram und der Nachrichtendienst Whatsapp in Russland nicht mehr zu erreichen. Für uns ist das beinahe bedeutungslos. Nur aus der russischen Teilrepublik Nordossetien-Alanien kamen manchmal Informationen via Instagram.
Schwieriger stellt sich die Situation bei Telegram dar. Viele Meldungen von unabhängigen & kritischen Gruppierungen kommen aus Russland über Telegram. Und auch staatliche Akteure nutzen dieses Medium häufig zur Präsentation und Dokumentation ihrer Arbeit. Im Moment berichten Nutzer aus Russland, dass sich Videos und Fotos nur langsam aufbauen - wenn überhaupt. Telegram ist also noch nicht ganz abgeschaltet, aber der Zugriff deutlich erschwert. Wir werden weiter berichten.
OM, 11.02.26
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats Dezember 2025 aktualisiert. Es wurden sechs neue Listen angelegt:
Die ausführliche Zusammenfassung zum Dezember 2025 und die erfassten Daten zum Januar 2026 werden wir bis spätestens 4. Februar vorlegen können.
CK, 01.02.26
Noch zwei Tage und wir sind endlich mit den Kriegstoten vom Dezember 2025 durch. Dann müssen die Namen noch übersetzt und alles in unsere Tabellen eingetragen werden, was zusätzlich zwei bis drei Tage in Anspruch nimmt. Zum gleichen Zeitpunkt werden dann auch die erfassten Zahlen vom Januar 2026 verfügbar sein.
Ein Blick in unsere Datenbank zeigt - es wird keine großen Überraschungen geben. Baschkortostan und Tatarstan, führend bei den Kriegstoten nach Regionen, werden ihren Vorsprung weiter ausbauen. Dahinter kommt die Region Swerdlowsk usw. Und wenn man die Kriegstoten ins Verhältnis zur Bevölkerung der Regionen stellt, bauen die ethnisch bestimmten Regionen wie Tuwa, Burjatien, Tschukotka, Altai und Jakutien ihren Abstand zu den russisch geprägten Regionen weiter aus.
OM, 28.01.26
Zu unserer Berichterstattung über den russischen Angriffskrieg passt der Bürgerprotest über den Abriss eines Gebäudes in St. Petersburg vordergründig nicht. Wir meinen aber, der Artikel passt sehr gut.
Zum einen ist er einer der wenigen breit aufgestellten Bürgerproteste seit Beginn des russischen Angriffskrieges. Auf Anhieb fallen uns dazu nur noch die Proteste im baschkirischen Baimak Anfang 2024 ein.
Zum anderen dokumentiert er sehr gut die verschiedenen Meinungen und Vorurteile der Stadtbürger von St. Petersburg. Die „Migranten“ im Beitrag sind keine Migranten in unserem Sinne, sondern ganz normale russische Staatsbürger, deren Geburtsregion der russische Kaukasus ist. Dagestan ist die größte, überwiegend muslimisch geprägte russische Teilrepublik im Kaukasus.
Und vielleicht, vielleicht ein ganz klein wenig, existiert der zivile Ungehorsam in Russland immer noch. Und konnte auch durch die seit Beginn des Krieges ständig erweiterte Repression nicht ganz ausgerottet werden.
Wir haben jetzt alle russischen Regionen mit den Daten des Monats November 2025 aktualisiert. Es wurden 21 neue Listen angelegt:
Bei den Fotos zu den neuen Tabellen haben wir auf Kritik reagiert und möglichst keine Postkartenmotive ausgewählt. Denn diese bilden die Lebenswirklichkeit der Menschen in diesen Regionen nicht ab.
Die große Zahl an russischen Kriegstoten lässt uns kaum noch Zeit zu aktuellen Berichten. Wir können etwa 300 Kriegstote pro Tag bearbeiten, da darf aber nichts dazwischen kommen - wie zum Beispiel persönliche Angelegenheiten. Tatsächlich haben wir im Moment durchschnittlich etwa 400 Fälle in unseren Listen.
Heute haben wir den 20. November bearbeitet, es wird also mindestens noch 11 Tage dauern, bis wir den November abgeschlossen haben.
Die hohe Zahl an Kriegstoten resultiert nicht aus dem aktuellen Kampfgeschehen. Durch das Erbschaftsregister können viele Suchanfragen auf VKontakte und Telegramkanälen geschlossen werden - Soldat tot.
Das alles hindert uns nicht, in den nächsten Tagen einen Zwischenstand zum 15. Dezember zu veröffentlichen.
Wir haben heute alle russischen Regionen mit den Daten des Oktobers aktualisiert. Es wurden drei neue Listen angelegt:
Wir werden für eine kurze Zeit nicht erreichbar sein - einfach später wieder kommen.
Unter den Positionen 1021 und 1022 der Region Krasnojarsk haben wir die im Beitrag „Die Särge sind natürlich geschlossen“ genannten Alexej und Michail Leschok bereits gelistet. Der Originalbeitrag über Alexej ist nicht mehr verfügbar, deshalb haben wir auf eine Zweitveröffentlichung verlinkt. Der Status von Michail Leschok auf VKontakte ist allerdings weiterhin online, dort findet man noch weitere Fotos. Den dritten Bruder Wladimir haben wir bisher noch nicht in unserer Datenbank.
Am 8. November 1939 explodierte um 21:20 h im Bürgerbräukeller in München eine Bombe. Sie galt Adolf Hitler, der zwei Monate zuvor den Angriffskrieg gegen Polen gestartet hatte. Allerdings hatte der „Führer" wegen schlechten Wetters seine Zeitplanung umgestellt und war bereits auf der Rückreise. Wäre das Attentat erfolgreich gewesen, wäre der Welt - vielleicht - jener zweite Weltkrieg erspart geblieben und jene begonnen Kampfhandlungen wären eingestellt worden.
Der schwäbische Tischler Georg Elsner hatte jenes Attentat akribisch geplant, er wurde kurz vor Kriegsende im KZ Dachau ermordet.
Jenes Attentat hat auch im deutschen Grundgesetz Eingang gefunden. In Artikel 20 Absatz 4 der Verfassung heißt es: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“
Auch in Russland bedarf es dringend solch mutiger Menschen, die jenem blutigen & verbrecherischen Gemetzel in der Ukraine ein Ende setzen.
Günter W. Berger, 08.11.25
Die hohen Verlustzahlen der russischen Armee stellen uns aktuell vor unlösbare Probleme. Wir können pro Tag etwa 300 Meldungen verarbeiten bei sechs Arbeitstagen in der Woche. Folglich kommen wir im Moment jeden Tag mit etwa 100 bis 150 Meldungen in den Rückstand.
Aktuell haben wir etwa 7.000 Kriegstote aus dem Oktober bearbeitet - also die regionale Herkunft, das Alter und weitere Informationen in unsere Datenbank eingetragen. Es wird also noch mindestens 12 Tage dauern, bis wir den Monat Oktober 2025 komplett abschließen können.
An den von uns bereits veröffentlichten Zahlen wird sich allerdings nur marginal etwas ändern.

Nachdem die Aufmerksamkeit zu unseren Veröffentlichungen wächst, eine kurze Information zu OskarMaria.
Unter diesem Pseudonym war der Initiator im Internet seit über 25 Jahren recht unregelmäßig präsent. Ab dem Jahr 2014 hat er hier über die Situation in den von Russland besetzten Gebieten des Donbass geschrieben. Als einer der ersten Journalisten überhaupt informierte er über die damals neu gegründete Gruppe Wagner.
Beruflich war er seit den 80-iger Jahren Geschäftsführer von diversen Medienunternehmen im Printbereich. Jetzt im Ruhestand, Kinder erwachsen, bleibt etwas mehr Zeit, die gesammelten Erfahrungen zusammen mit wenigen Mitstreitern für dieses Projekt zu nutzen.
Nachtrag: OskarMaria– das ist eine kleine Verbeugung vor dem beinahe vergessenen Schriftsteller Oskar Maria Graf. In Zeiten der Bücherverbrennungen wurden seine Werke von den Nazis verschont, ja sogar teilweise empfohlen. „Verbrennt mich!“ schrieb er 1933 in der Wiener Arbeiterzeitung, „nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbanden gelangen!“ Schließlich floh er in die USA – dort lebte er in bescheidenen Verhältnissen. Deutschland wollte den unbequemen Mann nach dem Krieg nicht wieder haben. Er starb 1967 in New York.
Literaturempfehlung: Wir sind Gefangene - Autobiograhie 1927.
Doppelt
Wladimir: 25. Artem Kozhenkov // Nischni Nowgorod: 35 Artem Kozhenkov
Wolgograd: 01 Juri Agarkov // Pskow: 41 Juri Agarkow
Kutelev Stanislav, dreifach, Kostroma, Rjasan und Orenburg. Nur Orenburg
Nikolai Symov, Rjasan & Tschuwaschien - nur Tschuwaschien
Mamontov Mikhail - Krasnodar Teil 1 & Teil 2
Ivan Alekseevich Chulkov, Kostroma, Pos. 51/56
Elimov Alexey Michailowitsch , Kostroma & Tschuwaschien
Falsch einsortiert
Ruslan Khamitov, Tscheljabinsk, kein Söldner der Gruppe Wagner

Oleg Konstantinowitsch, 20 Jahre
Jeder deutsche Bundeskanzler wäre glücklich und froh, wenn er die Zustimmungswerte des russischen Präsidenten auch nur annähernd erreichen könnte. Die lagen seit Beginn des Angriffskrieges stabil bei über 80% in der russischen Bevölkerung.
Doch Unruhe kommt auf, das einzig verbliebene, unabhängige russische Meinungsforschungsinstitut, das Lewada-Zentrum, berichtet von ihrer letzten Umfrage vom 30.04.26:
Die Zustimmungswerte für Wladimir Putin als Präsident lagen im April 2026 bei 79 Prozent und sind in den vergangenen sechs Monaten kontinuierlich gesunken – um 8 Prozentpunkte seit September 2025. 16 Prozent der Befragten missbilligen die Amtsführung des Präsidenten (ein Anstieg um 5 Prozentpunkte seit September 2025). Dies ist das erste Mal seit Herbst 2022, dass dieser Wert unter 80 Prozent gefallen ist.
Am 9. Mai feierte ganz Russland den Tag des Sieges über Nazideutschland. Aus Sicherheitsgründen wurden landesweit die Massenveranstaltungen mit Militärparaden und schwerem Gerät abgesagt. Doch kleinere Paraden fanden statt, häufig mit Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine.
„Gesucht wird Valentin Michailowitsch Kulikow, geboren am 22.03.2007. Militäreinheit 75281. Er ging am 09.06.2025 in Redkodub auf Patrouille. Ab dem 11.06.2025 wurde er vermisst. Von der Einheit wurde berichtet, dass die Gruppe unter einen Mörserbeschuss geraten sei und die Soldaten sich zur Erhaltung der Truppe zerstreut hätten. Seine Mutter sucht nach ihm. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder er ist gefangen oder er liegt in einem Buschversteck. Dort herrscht eine Temperatur von 40 Grad.“ Telegram vom 11.08.25 (Kopie).
Inzwischen wissen wir aus dem russischen Erbschaftsregister, dass Valentin am 11. Juni 2025 getötet wurde. Ein Foto und weitere Informationen haben wir nicht gefunden.
Was wir aber sicher wissen: Valentin wurde am 22.03.2025 18 Jahre alt. Erst danach konnte er einen Vertrag mit dem russischen Militär abschließen. Und militärische Vorkenntnisse hatte er auch nicht. 81 Tage oder nicht ganz drei Monate nach seinem 18. Geburtstag wurde Valentin an der Front verheizt.
Am 30. April begeht Russland zum ersten Mal den Tag der indigenen Völker. Vor Vertretern verschiedener Ethnien erklärt Wladimir Putin:
In der Russischen Föderation leben 47 indigene Völker. Jedes von ihnen ist ein integraler Bestandteil des Landes und seiner unverwechselbaren Vielfalt und trägt zudem einzigartige Bräuche, kulturelle Codes und nationale Eigenheiten. Jede ethnische Gruppe innerhalb der brüderlichen Völkerfamilie Russlands stellt das gemeinsame Erbe des Landes dar. Dessen Erhaltung, Wachstum und Wohlergehen bedeuten unmittelbar die Erhaltung und das Wachstum des gesamten multinationalen Volkes Russlands.
Perm - das ist die östlichste Millionenstadt in Europa und Hauptstadt der gleichlautenden Oblast. Ukrainische Langstreckendrohnen haben in der Nacht zum 29. April 2026 Rohöl verarbeitende Anlagen in der Stadt in Brand gesetzt. Eine riesige schwarze Rauchsäule steigt seither zum Himmel.
Der Gouverneur der Region, Dimitri Machonin, gibt Entwarnung: „Die Schadstoffwerte liegen im Normbereich und stellen keine Gefahr für die Einwohner von Perm dar.“ Im Bericht des Internetmediums 59.RU geht es in den Kommentaren hoch her. Einige Beispiele:
Oleg Jurjewitsch Kasantsew, 39 Jahre alt
Status: Verstorben
Geburtsdatum: 12.07.1986
Todesdatum: 20.08.2025 (Beerdigung: 2026)
Geburtsort: Siedlung Aichalsky, Bezirk Mirny
Todesort: Siedlung Poddubnoe, Bezirk Velikonowoselsky, Region Donezk
Dienstart: Vertragsdienst seit Juli 2025
Friedlicher Beruf: Arbeitet im Aichalsky Bergbau- und Aufbereitungskombinat
Originalmeldung Telegramkanal „Die Toten aus der Republik Sacha (Jakutien)“ vom 19.03.26
Am 17. April wurde der Vater des 43-jährigen christlichen Bloggers Vegan Christoljub Boschij (Foto links bei einer Anti-Kriegsdemonstration) informiert, dass er die Leiche seines Sohnes aus einer Strafkolonie in der Oblast Woronesch abholen könne. Sein Sohn hätte sich in seiner Zelle erhängt. Seine Familie hält einen Selbstmord für unwahrscheinlich: „Seinen religiösen Überzeugungen zufolge ist das eine Sünde“, sagten sie.
Vegan, der bürgerlich mal Dimitrij Kusnetzow hieß, war bekennender Christ, Kriegsgegner und Veganer. Er hatte sich in YouTube-Videos kritisch zur Rolle der Sowjetunion im 2. Weltkrieg geäußert und meinte zudem, dass der Islam nicht als Religion der Gewaltlosigkeit betrachtet werden sollte. Dafür bekam Vegan drei Jahre Haft in einer Strafkolonie.
Vegan war allerdings alles andere als ein weltabgewandter christlicher Fundamentalist, wie auch seine Einschätzung des russischen Präsidenten zeigt:
„Seit 25 Jahren regiert das Land ein verrückter, alter Geheimdienstler, der längst kein heimlicher, sondern ein offenkundiger Menschenfresser geworden ist, dessen jedes Wort per Definition eine Lüge ist. Polen hat Hitler 1939 dazu gezwungen, es anzugreifen.... Wir bedrohen niemanden, wir brauchen keine fremden Länder, Wehrpflichtige kämpfen nicht (im Krieg gegen die Ukraine, Red.), es wird keine Mobilmachung geben, ‚sie sind nicht da‘. Wir brauchen die Krim nicht, ich werde das Rentenalter nicht anheben, sie ist untergegangen (Flaggschiff Moskwa, Red.), ich werde die Verfassung nicht ändern, ich werde nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren, ich werde mich nicht an der Macht festklammern und so weiter, man könnte die Liste noch sehr lange fortsetzen. Nur in einer Sache hat er nicht gelogen, nämlich als er sagte, ich zitiere RIA Novosti vom 12. 2. 2004: „Wenn man sieben Jahre lang so als Präsident arbeitet, kann man den Verstand verlieren.“